Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Segeberg Segeberg: Stelle des Landrats wird ausgeschrieben
Lokales Segeberg Segeberg: Stelle des Landrats wird ausgeschrieben
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:00 27.09.2019
Landrat Jan Peter Schröder kurz vor seinem Amtsantritt 2014. Er war von Schwerin nach Segeberg gekommen. Quelle: Heike Hiltrop
Segeberg

Der Chef der Segeberger Kreisverwaltung, Jan Peter Schröder (parteilos), muss sich im kommenden Jahr möglichen Gegenkandidaten stellen. Sein Job ist öffentlich auszuschreiben. So hat es der Kreistag am Donnerstag entschieden. Wenn auch nur knapp.

Nach Ansicht von SPD, Grünen, FDP und Freien Wählern wäre das nicht nötig gewesen. „Die Arbeit ist transparent, wir finden ein offenes Ohr und haben das Gefühl auf Augenhöhe zusammenzuarbeiten“, begründete die SPD-Fraktionsvorsitzende Edda Lessing den Vorstoß. Eine Ausschreibung wäre daher nur scheindemokratisch. Es gebe keine Notwendigkeit: „Wer sich damit auskennt weiß, was das kostet – viel Geld und unnütz Zeit“, sagte Lessing.

„Wir stehen zum Landrat“, sagte der Vorsitzende der FDP-Fraktion, Klaus-Peter Schröder, der auch auf die Wahlen der Vorgänger sowie Vorgängerin zurückblickte. „Jetzt haben wir wieder jemanden, der die Verwaltung zwar auf seine eigene Art führt. Aber wir können damit zufrieden sein.“ Gegenüber anderen Bewerbern sei das unfair.

„Das nennen wir Demokratie“

Rechtlich kann der Kreistag theoretisch so entscheiden – wenn Einigkeit herrscht. Doch die Linken, die Wählergemeinschaft Wise, AfD und CDU hielten dagegen. „Wir lehnen das ab. Bei einer Wahl sollte es auch eine Auswahl geben“, meinte Kurt Barkowsky (CDU). „Das nennen wir Demokratie.“

Als „demokratisches Foul“ bezeichnete die Alternative für Deutschland die Argumentation der Sozialdemokraten. „Die Messlatte ist hoch. Aber Kandidaten müssen wir uns schon ansehen“, sagte der Fraktionsvorsitzende Heiko Evermann. Man könne erst entscheiden, wenn man die Kandidaten kennengelernt habe. „Mich stört der Personalaufwuchs. In Salami-Taktik sind hier und da immer neue Stellen entstanden.“

Die Wise-Fraktion erinnerte an die strategischen Ziele für den Kreis Segeberg, die in gleicher Sitzung kurz vorher beschlossen worden seien. Henning Wulf: „Wir haben erst soeben Ziele festgelegt, die da heißen, dass wir modern und offen für neue Ideen sind. Dass wir uns für Werte des Gemeinwohls einsetzen und Teilhabe stärken wollen. Kommen wir so zu frischen Ideen?“, fragte er. „Nach meinem Grundsatz sollten wir das auch anwenden, was wir beschlossen haben. Machen Sie mal einer Frau oder einem Behinderten klar, warum sie per se von der Wahl ausgeschlossen werden sollen.“

Landratswahl ist ab März möglich

Die Amtszeit von Jan Peter Schröder läuft am 31. August 2020 aus. Die Landratswahl kann nach der Kreisordnung frühestens sechs Monate vor diesem Termin stattfinden, also ab Anfang März. Interessenten können sich demnach in den kommenden Monaten bewerben und vorstellen. Der Hauptausschuss entscheidet über den genauen Zeitpunkt der Ausschreibung – und wie es danach weitergeht. Auch das ist im Kreistag beschlossen worden. Der Landrat wird nicht mehr direkt von den Bürgern, sondern seit 2009 wieder vom Kreistag gewählt.

Millionen für Förderschulen

Das wurde noch im Kreistag beschlossen:Das Förderzentrum „Trave-Schule“ in Bad Segeberg bekommt 6,2 Millionen Euro für Investitionen. 5,5 Millionen gehen an das Förderzentrum „Schule am Hasenstieg“ in Norderstedt. In den kommenden Jahren fließen an das Förderzentrum „Janusz-Korczak-Schule“ in Kaltenkirchen 6 Millionen Euro. Damit die neuen Sporthallen der beiden Schulen ausgestattet werden können, gibt es je 36 000 Euro. Die Förderzentren beherbergen mittlerweile das doppelte ihrer Kapazität und müssen erweitert werden. 300 000 Euro fließen zudem an das BBZ Norderstedt.

Die hausärztliche Versorgung soll verbessert werden.Darum soll sich unter anderem ein Kreiskoordinator für ambulante ärztliche Versorgung kümmern.

Die Busfahrer haben das Nachsehen. Teilnetze des Öffentlichen Nahverkehrs (ÖPNV) im Kreis Segeberg werden neu vergeben. Busverbindungen sollen besser werden und der Klimaschutz gesteigert werden. Die Busfahrer fürchten um ihre Jobs. Im Kreistag machten sie ihrem Unmut nochmals Luft. Denn bei einer Neuvergabe ist die Personalübernahme nicht garantiert.

Segeberg will den Titel Fair-Trade-Kreis und bewirbt sich beim Verein Transfair. Schulen, Vereine, Geschäfte und Gastronomen sind aufgerufen, sich zu beteiligen. Im Landratsbüro und in der Kreispolitik gibt es künftig fairen Kaffee und ein weiteres Produkt.

Die Strategie bis 2023 wurde festgezurrt.Laut Papier soll die Verwaltung bürgernah arbeiten, schneller werden, in der Digitalisierung vorankommen, sich als guter Arbeitgeber präsentieren, Wohnraum schaffen, die Verwaltung barrierefrei gestalten, das Klima schützen und vieles mehr.

Von Irene Burow

Auf der Bundesstraße 205 bei Klein Kummerfeld ist am Freitag um 13.30 Uhr ein Pkw mit einem Lkw zusammengestoßen.

30.09.2019

Wieder schlugen Einbrecher in Bad Segeberg zu: Jetzt wurde die Einkaufpassage in der Hamburger Straße 12 heimgesucht. In zwei Geschäfte drangen die Täter ein. Dabei brachen sie sogar einen Tresor auf.

27.09.2019

Mit ihrer Gier zerstörten sie den Lebenstraum eines Segeberger Rentners. Zwei 25 und 27 Jahre alte Wachleute, die sich im Auftrag türkischer Hintermänner als Polizeibeamte ausgaben, erbeuteten rund 240 000 Euro von Senioren. Beide müssen dafür jetzt in Haft.

27.09.2019