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Segeberg Super Frauenquote ist Gleichstellungsbeauftragter nicht genug
Lokales Segeberg Super Frauenquote ist Gleichstellungsbeauftragter nicht genug
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20:00 12.06.2019
Bad Segebergs Gleichstellungsbeauftragte Beate Mönkedieck musste sich Kritik vom Bürgermeister gefallen lassen. Er betonte, dass Männer und Frauen hier gleich nach Tarif bezahlt werden. Quelle: GLOMBIK
Bad Segeberg

Was die Gleichstellung von Mann und Frau angeht, ist Bad Segeberg im Rathaus vorbildlich. Allein die langjährige städtische Gleichstellungsbeauftragte Beate Mönkedieck, die seit einem Jahr – wie gesetzlich vorgeschrieben – Vollzeit beschäftigt ist, fand reichlich Haare in der Suppe. Im Hauptausschuss stand kürzlich ihr Jahresbericht für 2018 an. Doch ihr Vortrag animierte Bürgermeister Dieter Schönfeld oft zur Korrektur und Ergänzungen.

Schönfeld: Frauen werden nicht benachteiligt

Das ging teilweise recht giftig zu. So betonte Mönkedieck, dass es eine Benachteiligung von Frauen in der Stadtverwaltung gäbe. In den niedrigeren Gehaltsgruppen gäbe es mehr Frauen als Männer. Man könne den Eindruck nicht so stehen lassen, dass Frauen hier schlechter bezahlt würden als Männer, entgegnete ihr sofort Schönfeld. Es würden alle gleich nach Tarif bezahlt. Nie dürfe behauptet werden, dass zum Beispiel eine Bauingenieurin bei der Stadt schlechter bezahlt werde als ein Bauingenieur. Er selbst sehe keinen Mangel bei der Förderung von Frauen. Wenn die Gleichstellungsbeauftragte überall 50 Prozent Frauenanteil haben wolle, dann müssten wir im Reinigungsdienst „eine große Zahl von Frauen entlassen und durch Männer ersetzen“. Das könne ja wohl niemand so wollen.

1991 gab es bei der Stadt nur eine Frau als Vorgesetzte

Tatsächlich liegt der Anteil von Frauen in Führungspositionen im Rathaus bei 50 Prozent. Die Stadt hat erstmals eine paritätische Besetzung auf Amtsleiter- und Sachgebietsleiterebene erreicht. Mönkedieck: „Wir haben das Ziel erfüllt. Als ich hier 1991 anfing, gab es nur eine Frau in einer Führungsposition, das war im Umweltbereich.“ Ansonsten habe im Rathaus damals das Patriarchat geherrscht. Nach wie vor seien heute Frauen aber eher in Teilzeit beschäftigt, weniger als die Männer. Mönkedieck forderte für das Rathaus eine „geschlechtergerechte Personalentwicklung“.

Als Beate Mönkedieck mit halber Stelle vor 28 Jahren anfing gab es nur eine Frau als Führungskraft im Rathaus. Quelle: LN-Archiv

Auch die Aufsichtsräte der städtischen Betriebe seien paritätisch zu besetzen. Gab es hier früher bei der Kalkberg GmbH nur Männer, seien hier jetzt immerhin auch zwei Frauen entsandt worden. Die Energie und Wasser Wahlstedt/Bad Segeberg GmbH sei im Aufsichtsrat hingegen „zu 100 Prozent männlich“. Die „Schuhgröße von 42 für Männer“ könne hier ja wohl kein ausschlaggebendes Kriterium sein, scherzte Mönkedieck. Doch Schönfeld ließ sich die Frauen-Top-Bilanz der Stadt nicht schlecht reden. Im Fledermauszentrum gebe es in der dreiköpfigen Geschäftsführung zwei Frauen und nur einen Mann. Ergo eine klare Frauen-Mehrheit. Und in der Kalkberg GmbH hätten auch die Frauen im Geschäft das Sagen. Als Geschäftsführerin und Prokuristin.

Der Wähler entschied sich eher für männliche Kandidaten

Auch gegen Parteien-Schelte von Mönkediek, Frauen seien in den kommunalpolitischen Gremien unterbesetzt, gab es Widerworte. Bei der CDU sei zur jüngsten Kommunalwahl die Hälfte der Kandidaten für Bad Segeberg weiblich gewesen. „Es liegt nicht an uns, dass der Wähler nun für die ungerechte Verteilung gesorgt hat“, stellte Olaf Tödt (CDU) klar. Jeder hätte sich hier mehr Frauen gewünscht, nur habe der Wähler anderes entschieden, Der Anteil von Frauen in der Stadtpolitik sei auf über 21 Prozent gestiegen. Die Parteien müssten sich Gedanken machen, wie sie junge Frauen für die Politik gewinnen können, forderte Mönkedieck. Torsten Bohlmann (BBS) betonte, dass man zum wiederholten Mal eine Bürgervorsteherin habe. „Vielleicht bekommen wir ja auch einmal eine Bürgermeisterin. . .“

Wolfgang Glombik

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