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Segeberg Fotografier-Verbot bei Schulabschlussfeiern
Lokales Segeberg Fotografier-Verbot bei Schulabschlussfeiern
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20:00 26.06.2019
Auch hier darf künftig nicht mehr fotografiert werden: Trommelkids der Franz-Claudius-Schule bei der Vorführung. Quelle: Wolfgang Glombik
Bad Segeberg

Eltern, passt auf beim Knipsen eurer Kinder auf dem Schulgelände! Das Kieler Kultusministerium teilte am Mittwoch auf Anfrage der Lübecker Nachrichten mit, dass Kinder vom ersten bis zum sechsten Schuljahr nach der Schul-Datenschutzverordnung unter besonderem Schutz stehen. Sie dürfen bei einer schulischen Abschlussfeier oder anderen schulische Anlässen nicht fotografiert werden. Das heißt, dass Eltern bei den jetzt anstehenden Entlassungsfeiern der vierten Klassen, die oft mit Chor, Theater oder anderen Darbietungen gefeiert werden, ihr Handy oder ihre Kamera in der Tasche lassen sollten.

„Foto-Settings“ auf dem Schulhof möglich

Ministeriumssprecher Thomas Schunck stellt aber auch klar, dass Eltern nach der Veranstaltung besondere „Foto-Settings“ organisieren dürften. Auf dem Schulhof kann sich die Klasse für Fotos zusammenfinden. Hier sei die Teilnahme freiwillig. Wer nicht fotografiert werden möchte, müsse sich ja nicht dazustellen. Wichtig sei, sagte Schunck auch, dass der Schulleiter vorab den Eltern klar sage, dass diese Fotos nur für den privaten familiären Bereich gedacht seien.

Die vom Ministerium schon für Monat Mai angekündigte „Datenschutz-Broschüre“ mit juristischer Aufklärung für die Schulen sei noch in Arbeit. Das Thema sei „sehr komplex“, sagte Schunck. In diesem Schreiben an die Schule solle auch der Foto-Datenschutz für die Kinder ab der siebten Klasse klar geregelt werden, da solle den Lehrkräften, aber auch den Eltern so gut wie möglich geholfen werden.

Schulen müssen Eltern auf Verbot hinweisen

Die Verunsicherung bei Lehrkräften und Eltern ist groß. Segebergs Schulrat Odert Schwarz ist alarmiert, hat recherchiert und auf Schulleiter-Versammlungen die Problematik erörtet. Auf LN-Nachfrage erklärte er, dass die Schulleitungen informiert worden seien. Sie müssen bei den jetzt aktuellen Abschiedsfeiern an den Grundschulen für die vierten Klassen und später bei den Einschulungsfeiern der ABC-Schützen die Eltern darauf hinweisen, aus Datenschutzgründen das Fotografieren zu unterlassen. „Das gilt für alle Veranstaltungen, die der Schulpflicht unterliegen.“ Die Schulleiter müssten auf jeden Fall das vor Beginn der Veranstaltung klarstellen, schon um sich juristisch abzusichern. Mehr könnten die Schulleiter nicht tun. Auch nicht, wenn sich Papa, Mama, Oma oder Opa über dieses Verbot hinwegsetzten und die Anweisungen ignorierten.

Verbotsschilder an den Schuleingängen?

Es wurde noch nie so viel fotografiert, gefilmt, gepostet und im Netz veröffentlicht wie jetzt. Jeder, der mit dem Handy fotografiere, könne diese Bilder auch über die sozialen Netzwerke gleich digital online stellen. Da sei es für viele Menschen leicht, diese Bilder abzugreifen. Missbrauch sei nicht auszuschließen. Schulrat Odert Schwarz überlegt schon, ob es nicht sinnvoll sei, neben Rauchverbotsschilder auch Fotografier-Verbotsschilder an den Eingängen eines Schulgeländes anzubringen. Befürchtet wird indes bei den Schulleitern, dass es einen Aufschrei der Eltern geben werde, die ihre Kinder mit Schultüte gerade während der Einschulungsfeiern zu Beginn des Schuljahres nicht fotografieren oder filmen dürfen.

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