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Segeberg Land soll sich um Bad Segebergs Fledermäuse kümmern
Lokales Segeberg Land soll sich um Bad Segebergs Fledermäuse kümmern
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14:00 25.03.2019
Der Kalkberg-Felsen mit dem Fledermauszentrum Noctalis (blaues Gebäude). Quelle: Wolfgang Glombik
Bad Segeberg

Keine Frage, die Stadt Bad Segeberg hat mit dem einmaligen Winterquartier in den Kalkberghöhlen nicht nur eine Attraktion, sondern auch eine Bürde, eine große finanzielle Last zu tragen. Das zeigt sich bei jedem Bebauungsplan, der einhergeht mit Fledermausgutachten und aufwendigen, zusätzlichen Untersuchungen. Auch bei der Sicherung der Höhlen und der Felswände am Kalkberg musste die Stadt vor fünf Jahren mächtig in die Tasche greifen. Nun will die Stadt mit Unterstützung der Politik einen langen Wunschzettel nach Kiel schicken, der es in sich hat.

Felswand über Höhleneingang nicht gesichert

Da die EU schon mit Strafgeldern drohte, weil das Land Schleswig-Holstein ausgerechnet bei dem Managementplan für das europaweit äußerst wichtige Flora-Fauna-Habitat-Gebiet (FFH) „Segeberger Kalkberghöhlen“ nicht in die Hufe kam, musste alles sehr schnell gehen. Die Stadt kritisiert „den großen Zeitdruck“. Dabei seien Fragestellungen, wie die Sicherung der Felswand nicht geklärt worden. Bauamtsleiterin Antje Langethal führte jüngst im Bauausschuss aus, dass die Felswand über dem Höhleneingang nicht gesichert sei.

2014 waren umfangreiche Sicherungen vorgenommen worden. 5,5 Millionen Euro seien ausgegeben worden, 60 Prozent Fördermittel in die Wandsicherung geflossen. Nur diese Steilwand am Höhleneingang durfte damals nicht angetastet werden. Doch das sei erforderlich, weil sonst das im Managementplan geforderte Monitoring mit der Kontrolle der ein- und ausfliegenden Fledermäuse nicht sicherzustellen sei. Ohne Sicherung der Wände mit Netzen dürfe man die Fläche gar nicht betreten. Dort hänge aber die Flug-Lichtschranke. Hier müsse das Land tätig werden, fordert die Stadt.

Stadt fordert „spürbare finanzielle Unterstützung“

Damit nicht genug: Das Land sei nun auch verpflichtet, Öffentlichkeitsarbeit für Fledermäuse und das Naturdenkmal zu betreiben. Antje Langethal: „Das macht jetzt das Noctalis.“ Dieses wird Jahr für Jahr von der Stadt bezuschusst. Hier müsse eine „spürbare finanzielle Unterstützung“ vom Land erfolgen.

Die Ermittlung von Fledermausrouten über und an potenziellen Baugebieten sei für die Stadt eine große Belastung. Hier müsse das Land Geld für ein Konzept mit umfangreichen Untersuchungen geben, bei dem die Fledermausrouten in und um Bad Segeberg genau erforscht werden, schon um die Gutachten bei jedem einzelnen Bauvorhaben und kleinem Bebauungsplan zu sparen. Hier sei das Land gefordert, ein Konzept zur Sicherung der An- und Abflugrouten der geschützten Rote-Liste-Arten zu erstellen.

200 000 Euro jährlich für das Fledermauszentrum

Das ist ein Vorschlag, der übrigens auch schon vom Naturschutzbund (Nabu) vorgetragen wurde. Einen Aufruf an das Land startete in der Bauausschusssitzung auch Volker Stender (CDU): „Wir zahlen seit Jahren rund 200 000 Euro jährlich für das Fledermauszentrum. Die Stadt sollte das loswerden.“ Antje Langethal, selbst in der Geschäftsführung des stadteigenen Fledermauszentrums Noctalis, zeigte sich dem nicht abgeneigt und schlug gleich die Trägerschaft durch das Land vor. Im Bauausschuss wurde Langethals Wunschliste einstimmig empfohlen.

Wolfgang Glombik

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