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Segeberg Landesweite Aktion: Integration mit Bücher- und Spielebox
Lokales Segeberg Landesweite Aktion: Integration mit Bücher- und Spielebox
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20:10 02.10.2015
Leben in Deutschland und im Orient: Büchereileiterin Susanne Grabowski mit einem Kinderbuch. Quelle: nam
Boostedt

Büchereien sind Orte für Begegnung und Kommunikation. Für Sprache und Information. Bereits jetzt engagieren sich Bibliotheken bei der Integration der Flüchtlinge, bieten Sprachangebote an, wie in Bad Segeberg. „Was können wir darüber hinaus leisten?“, habe man sich angesichts der steigenden Zahlen der Migranten bei der Büchereizentrale Schleswig-Holstein gefragt, erklärte Direktor Heinz-Jürgen Lorenzen die Entstehung der Medienbox „Willkommen in Schleswig-Holstein“ in Zusammenarbeit mit dem Flüchtlingsrat des Landes. Die erste Kiste mit Spielen und Büchern — teilweise interaktiv, oft mehrsprachig — für Kinder wie Erwachsene wurde gestern in Boostedt übergeben. Der Auftakt für eine landesweite Aktion.

Deutsche Grammatik auf persisch, Bilderbücher in arabischer Sprache, Wörterbücher für verschiedene Altersgruppen, Vier gewinnt und Memory — der Inhalt der Kiste soll nicht nur „geistige Nahrung“, sondern auch „sinnvolle Freizeitbeschäftigung“ für die Asylbewerber sein. Und da viele Migranten in Deutschland erstmal einen „Kulturschock“ erleiden, wie Andrea Dallek vom Flüchtlingsrat erklärt, wurden auch ein paar Bücher zu Deutschland und Schleswig-Holstein in die Kiste gepackt, die als Dauerleihgabe an ehrenamtliche Helfer weitergegeben wird. In Boostedt sind es der Verein Willkommen in Boostedt und die Kirchengemeinde. Ab 1. November sollen 63 Büchereien mit 78 Standorten mit den Boxen ausgestattet werden, darunter auch Bad Segeberg und Trappenkamp. Ursprünglich geplant war die Hälfte. Die Kosten von 110000 Euro übernimmt der Sparkassen- und Giroverband.

1500 Flüchtlinge leben in Boostedt. Ursprünglich geplant waren 500. In der Gemeinde wurde die erste Erweiterung der Erstaufnahme Neumünster eingerichtet. Als beispielhaftes Vorbild bezeichnete Innen- und Integrationsminister Stefan Studt (SPD) den Ort gestern beim Auftakt des Projekts, dessen Schirmherr er ist. 27 000 Flüchtlinge seien bisher nach Schleswig- Holstein gekommen, bis Jahresende werden es nochmal so viele. 400 bis 600 täglich. Ihre Integration sei eine gesellschaftliche Herausforderung, die jeden etwas anginge. Viele Ehrenamtliche engagierten sich bereits, sprach Studt ihnen Dank aus. Die Medienbox sei eine gute Ergänzung zur vorhandenen Willkommenskultur.

nam

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