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Segeberg Landrat: Ortsschild von Winsen darf wieder an den alten Platz
Lokales Segeberg Landrat: Ortsschild von Winsen darf wieder an den alten Platz
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18:24 09.09.2015
Das sind die Sieger: Das Dorf Winsen begehrte gegen die Entscheidung der Kreisverkehrsaufsicht auf, ihr Ortsschild zu versetzen. Jetzt lenkt der Landrat ein. Das Schild darf zurück an seinen alten Platz. Quelle: Maxwitat
Winsen

Über 30 Mal hatten ein nächtlicher „Robin Hood“ (oder mehrere) das Ortsschild immer wieder an diesem Platz installiert.

Dabei ging es den Bürgern um die Innerorts-Geschwindigkeit und somit um die Sicherheit von Kindern und anderen Fußgängern. Der Kreis veranlasste dann stets, dass der Bauhof des Wege-Zweckverbandes die Ortstafel wieder um die 150 Meter ins Dorf hinein versetzte. Der Streit fällt noch in die „Regierungszeit“ von Schröders Vorgängerin Jutta Hartwieg.

Berthold Bonekamp-Kerkhoff, ein Bruder des Winsener Bürgermeisters Kurt Bonekamp, hatte — wie berichtet — im Auftrag einer Bürgerinitiative geklagt. Das Verwaltungsgericht hatte Bonekamp-Kerkhoff im Juli nicht Recht gegeben, wohl aber in der Urteilsbegründung geschrieben, dass der vom Kreis gewährte neue Standort falsch sei. Das legt Landrat Schröder nun derart aus, dass die Ortstafel am von den Bürger gewünschten Standort stehen darf.

Da das Gericht nicht an die entsprechende Verwaltungsvorschrift gebunden sei, gelange es zu seiner abweichenden Beurteilung der Standortfrage, sagt Landrat Schröder. Ob diese Bewertung zutreffend sei, bleibe dahingestellt, denn beide Seiten würden wohl kaum vors Oberverwaltungsgericht ziehen wollen. Schröder: „Trotz der fehlenden subjektiv-rechtlichen Betroffenheit und des fehlenden Rechtsanspruchs des Klägers geht es nun in erster Linie darum, die Situation vor Ort zu befrieden und damit insgesamt auch den Rechtsfrieden herzustellen“. Berthold Bonekamp-Kerkhoff erfuhr gestern in seinem Tiroler Urlaubsort von den LN vom Nachgeben des Kreises. „Das ist eine tolle Nachricht, ich danke Landrat Schröder sehr herzlich“, sagte der katholische Pfarrer. Vor drei Wochen war das Schild zuletzt wieder von dem unbekannten „Schilder-Versetzer“ nächtens an seine angestammte Stelle zurückgebracht worden. Der Wege-Zweckverband buddelte es wieder an seinem offiziellen Standort ein. Bonekamp-Kerkhoff: „Jetzt kann die Tafel wieder zurück an ihren angestammten Platz, wo sie über 40 Jahre stand. Wir haben gewonnen.“

„Das ist ein tolle Nachricht, ich danke Landrat Schröder sehr herzlich.“
Berthold Bonekamp-Kerkhoff,
Kläger im Winsener Schilder-Streit

Lothar Hermann Kullack und Wolfgang Glombik