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Segeberg Landschaftsplaner legen nach: Mehr Bäume für Bad Segebergs gute Stube
Lokales Segeberg Landschaftsplaner legen nach: Mehr Bäume für Bad Segebergs gute Stube
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19:00 10.10.2019
Wolfgang Tödt (BBS, Mitte) sagt, worum es beim Termin auf dem Marktplatz geht. In der anschließender Sondersitzung im Rathaus wurden die Sanierungs- und Gestaltungpläne ausführlich besprochen. Quelle: Heike Hiltrop
Bad Segeberg

Ortstermin: Rund 30 Bad Segeberger, Marktbeschicker, Klimaaktivisten und Politiker aller Fraktionen stehen im Herzen Bad Segebergs und hören sich an, was Landschaftsarchitektin Katharina Erzepky für den Marktplatz geplant hat. Die Diskussion um die Sanierung und Neugestaltung der guten Stube von Bad Segeberg wird ungebrochen kontrovers diskutiert. Auch bei der anberaumten anschließenden Sondersitzung im Bauausschuss.

Ein altes Foto vom Marktplatz in Bad Segeberg. Quelle: Heike Hiltrop

Weiträumig um den Brunnen herum ist eine graue Pflasterung vorgesehen. Hochbeete und zwei Bäume nahe der „Schnabeltassen“ grenzen diesen Bereich als Ruhe- und Verweil-, aber auch Veranstaltungs- und Wochenmarktzone ab. Die umlaufenden Flächen geben Orientierung für die Passantenströme durch die Innenstadt entlang der Geschäfte. Sie sollen breiter werden und nach den aktuellen Plänen roten Klinker erhalten, der in Farbe und Legerichtung den angrenzenden Bereichen angepasst ist.

 

Pflaster und Bepflanzung standen im Fokus bei der Marktplatzbegehung: Landschaftsarchitektin Katharina Erzepky. Quelle: Heike Hiltrop

Die für Viele gute Nachricht: Die jüngsten Pläne sehen sieben statt der bisher vier Bäume vor. Allerdings rät Erzepky dringend davon ab, die japanischen Zierkirschen beizubehalten. Die jetzigen seien stark geschädigt: Streusalz im Winter, zu wenig Platz für die Wurzeln und die lange Trockenheit 2018 seien ihnen nicht bekommen. „Generell ist diese Sorte Baum dem Stress in der Innenstadt nicht gut gewachsen.“ Die Architektin rät deshalb dazu, sich für Hopfenbuche, Felsenbirne, Säuleneberesche oder Mehlbeere zu entscheiden. Außerdem sehe die jetzige Planung vor, die Bäume dort zu pflanzen, wo keine Leitungen den Platz für die Baumwurzeln zu stark eingrenzen, wie es derzeit der Fall sei.

Wolfgang Tödt (BBS, r.) mit Bürger, Beschicker und Bauausschuss-Mitglieder beim Rundgang über den Marktplatz. Quelle: Heike Hiltrop

Aber viele Bad Segeberger hängen offensichtlich an den Kirschen. Während die Ladenbesitzer lieber viel Sicht auf ihre Geschäfte haben möchten, fordern etwa 150 Unterzeichner einer Liste, die die Klimaaktivistinnen Dominique Swoboda und Renate Hoffmann mit in die Sitzung gebracht hatten, dass alle Bäume bleiben müssen. „Ich sehe ganz viel Abwägung, aber ganz wenig Klimaschutz. Das soll sich die Waage halten“, betont Swoboda.

Kontrovers diskutierte Bäume und Hochbeete

Viele weitere Fragen treiben die Bürger der Kreisstadt um. Zur Pflege der geplanten Hochbeete etwa, die mit Stauden bepflanzt werden sollen. „Indian Sunset Wädenswil“ heißt die städteerprobte Mischung. Aber sind die Beete nicht viel zu groß und teuer?, fragten Bürger kritisch nach. Andere sorgen sich darum, dass die Stadt zum Flickenteppich wird, wenn nun die eine Maßnahme umgesetzt wird, ohne dass es ein Generalkonzept für die ganze Stadt gebe.

Fahrradbeauftragtem fehlen Visionen

Immer wieder Thema: der Klimaschutz. „Es ist nicht die Zeit, um den Marktplatz zu überplanen und dafür Hunderttausende in die Hand zu nehmen“, befand eine Bad Segebergerin und warf sogar die kühne These einer möglichen Entsiegelung des Marktplatzes in den Raum. Und Bad Segebergs Fahrradbeauftragtem Udo Nickels fehlten Visionen.

Bauausschuss-Vorsitzender Wolfgang Tödt (BBS) brach nach zwei Stunden die Einwohnerfragezeit ab. „Wir drehen uns sonst immer weiter im Kreis.“ Die Diskussion ging unter den Politikern weiter. Vom Grundsatz her wolle die Politik den Marktplatzumbau, so Tödt. „Nur über das Wie müssen wir jetzt einen Konsens finden.“ Die Politik sei von der Stadtverwaltung zu spät mitgenommen worden, bedauert er. „Im Grunde hätte man unabhängig vom Ausschuss einen Arbeitskreis einrichten müssen, der sich damit beschäftigt, aber man hat uns fertig Planungen vorgelegt. Es sind noch Fragen offen, da hoffe ich auf einen guten Mittelweg.“

Fraktionen müssen abschließend beraten

Entschieden ist noch nichts. Der Ball liegt nun bei den Fraktionen. Joachim Wilken-Kebeck (SPD) hat bereits angedeutet, dass „unsere Fraktion den Plänen zustimmen kann“. Damit die Stadtvertretung grünes Licht geben kann, wird das Thema Marktplatz in drei Wochen im Bauausschuss final besprochen werden müssen.

Denn die Zeit drängt, mahnt Bauamtsleiterin Antje Langethal. Mitte November müsse die Entscheidung feststehen, sonst könnte die 50-Prozent-Förderung durch das Land platzen. Das sind immerhin rund 550 000 Euro.

Einwohner, Geschäftsleute und Politiker trafen sich zum Lokaltermin am Markt-Brunnen

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Von Heike Hiltrop

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