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Segeberg Lange Haftstrafen für Serieneinbrecher
Lokales Segeberg Lange Haftstrafen für Serieneinbrecher
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20:45 14.08.2019
Richterin Helga von Lukowicz verlas das Urteil. Quelle: Agentur 54°
Lübeck

Das Urteil ist gefällt: Die beiden Serieneinbrecher Abin J. (36) und sein Neffe Xavan J. (23, beide Namen geändert) bleiben für viele Jahre im Gefängnis. Abin J. wurde zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von vier Jahren und sechs Monaten verurteilt, Xavan J. zu drei Jahren und neun Monaten. Die beiden gebürtigen Albaner hatten Anfang dieses Jahres innerhalb von nur zwei Monaten bei Wohnungseinbruchsdiebstählen in Bad Segeberg, Klein Gladebrügge, Labenz, Todendorf und Siek Armbanduhren, Schmuck, Münzen und Bargeld im Wert von mehreren tausend Euro gestohlen. Sie hatten die Einbrüche am ersten Prozesstag gestanden, die Aussagen erwiesen sich jedoch im Laufe der Verhandlungen als nur teilweise glaubwürdig. Mit dem Urteil folgte das Gericht weitgehend dem Plädoyer der Staatsanwaltschaft, die Freiheitsstrafen von fünf und vier Jahren gefordert hatte.

Richterin glaubte den Angeklagten nicht

Die Hoffnung der Verteidiger auf eine „maßvolle“ Strafe für Haupttäter Abin J. und eine milde Haftstrafe zwischen zwei und drei Jahren für den Neffen wurden nicht erfüllt. Ein Grund dafür war, dass die Vorsitzende Richterin Helga von Lukowicz den beiden Angeklagten ihre Version der Geschichte nicht abnahm. In der Urteilsbegründung wurde die Richterin deutlich.: „Sie haben die Taten als spontane Handlungen dargestellt. Das ist unglaubwürdig. Niemand bricht spontan acht Mal ein.“ Dafür, dass die Taten geplant waren, spreche auch, dass beide Männer entgegen ihren Aussagen sehr wohl Einbruchswerkzeug dabei gehabt hätten, und dass die Entfernung der Tatorte von ihrem Wohnort viel zu weit gewesen sei, als dass sie dort mal eben zufällig zu Fuß oder mit dem Bus vorbeigekommen sein könnten.

Aussagen als Schutzbehauptung

Xavan J. hatte nach eigener Aussagen fast immer nur „Schmiere gestanden“ und sei selber gar nicht eingebrochen, zudem sei er nicht bei allen Einbrüchen dabei gewesen. Dass seine Freiheitsstrafe am Ende nur um neun Monate kürzer ist, begründete das Gericht damit, dass seine Aussagen teilweise reine Schutzbehauptungen gewesen seien. So waren die beiden Einbrecher bei ihrer letzten Tat von den Bewohnern des Hauses überrascht worden. „Nach der Zeugenaussage kann der Mann, der im Haus war, gar nicht Ihr Onkel gewesen sein“, sagte von Lukowicz mit Blick auf Xavan J. Der Zeuge hatte einen großen Mann gesehen, Abin J. ist allerdings auffällig klein. Xavan J. hatte zudem behauptet, dass Münzen, die bei ihm in den Taschen gefunden wurden zu einer Sammlung gehören, die er schon in Albanien erworben habe. „Niemand trägt immer seine Münzsammlung mit sich rum, das ist doch Unsinn“, erklärte von Lukowicz.

Einbruchsopfer schläft nur noch mit einem Hammer unter dem Bett

Die Vorsitzende Richterin betonte in der Urteilsbegründung auch noch einmal wie schwer die psychischen Folgen für die Einbruchsopfer seien. Eine Frau gehe seitdem abends immer wieder um ihr Haus, um zu kontrollieren, dass niemand eingebrochen ist, eine andere traue sich nachts nicht mehr im Dunkeln auf die Toilette zu gehen. „Ein Ehepaar schläft nur noch mit einem Hammer unter dem Bett. Wir alle erinnern uns noch an die Tränen der Zeugin, als sie uns das erzählte“, sagte von Lukowicz.

Der mögliche Strafrahmen hatte bei ein bis zehn Jahren Gefängnis gelegen. Zu Gunsten der Angeklagten wertete das Gericht, dass beide Männer nicht vorbestraft seien und dass sie die Taten gestanden hatten, auch wenn die Geständnisse nicht vollumfänglich waren. „Weitere mildernde Umstände konnten wir nicht feststellen“, so von Lukowicz.

Von Sven Wehde

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