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Segeberg Viele LN-Leser empört über Zirkusgastspiel
Lokales Segeberg Viele LN-Leser empört über Zirkusgastspiel
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07:20 01.08.2019
Krone gastiert vom 22. bis 26. August in Bad Segeberg. Quelle: www.balinthirling.com
Bad Segeberg

Überwiegend kritisch reagieren LN-Leser auf Circus Krone, der ab 22. August in Bad Segeberg gastiert. „Tiere gehören nicht in den Zirkus“ und „Menschen, die in den Zirkus gehen, unterstützen Tierquälerei!“, finden Leser. Für die meisten ist demnach ein Besuch in der Manege undenkbar, ein „absolutes No Go“ geworden.

„Wild-/tiere im Zirkus sind nicht mehr zeitgemäß: früher hat sich keiner darum Gedanken gemacht, heute sind wir einen Schritt weiter. Tiere aus ihrem Lebensraum zu entreißen und zur Unterhaltung des Menschen einzusetzen – das ist nicht artgerecht“, so eine Stimme. Es sei „ein Armutszeugnis für Deutschland, dass Wildtiere im Zirkus überhaupt noch erlaubt“ seien, so eine andere.

„Gefängnis bleibt Gefängnis“

Zwar gibt es auch Befürworter. Aber die ernten sogleich Gegenwind. „In der heutigen Zeit wird alles infrage gestellt. Die Menschen sind übersensibilisiert mittlerweile“, heißt es etwa. Zur sachlichen Debatte zählt die Frage, ob Zirkusgegner nicht auch jeden Zoo infrage stellen müssten. „Hm, bei diesem Thema müsste man dann aber so konsequent sein, den herkömmlichen Zoo ebenfalls infrage zu stellen. Auch wenn die Lebensbedingungen etwas voneinander abweichen mögen, bleibt ein Gefängnis ein Gefängnis“, schreibt ein Facebook-Nutzer.

Peta: Ausbeutung und Tierleid

„Im Zoo ist es genauso wie im Zirkus“, sagt Yvonne Würz, Biologin und Fachreferentin für Tiere bei der Tierschutzorganisation Peta. Die Gehege seien jedoch wesentlich kleiner. „Es entspricht nicht der Biologie und Physiologie der Tiere. Circus Krone sollte endlich einsehen, dass die Zeiten der Tierdressuren vorbei sind, denn Tradition rechtfertigt kein Tierleid. Immer wieder zeigt das Unternehmen, wie rücksichtslos die Tiere bis zum Äußersten ausgebeutet werden“, so die scharfe Kritik von Würz. Erst im März sei Nashornbulle „Tsavo“ gestorben, der bis zu seinem Tod trotz schwerer Erkrankung noch den Besuchern vorgeführt wurde. Ende 2017 sei Elefantenkuh „Delhi“ kurz nach der Tournee gestorben.

Das fordert Peta

Das Motto von Peta: Tiere sind nicht dazu da, um zu unterhalten. Die Organisation setzt sich gegen „Speziesismus“ ein – eine Weltanschauung, die den Menschen als allen anderen Lebewesen überlegen einstuft. Nach Auffassung von Peta und ihrer Anhänger hätten Menschen damit kein Recht dazu, Tiere als Nahrung oder als Unterhaltung zu gebrauchen oder ihnen sonstwie ihren Willen aufzuzwingen.

Videoaufnahmen und behördliche Dokumente bestätigten Jahr für Jahr gravierendes Tierleid, heißt es aus der Stuttgarter Peta-Zentrale. Erkennbar seien Verhaltensstörungen der Elefanten, einiger Pferde und Löwen. Raubkatzen müssen Peitsche und Stock fürchten, wenn sie die eintönigen Tricks in der Manege verweigern.

Circus Krone bei Promis Tradition

Für das Zirkusunternehmen gehört indes Kritik seit Jahren zur Normalität. Entsprechend reagiert man auf das zunehmende öffentliche Interesse. So haben Besucher, die sich ernsthaft für die Tiere interessieren, vor jeder Vorstellung kostenlos Gelegenheit, sich selbst ein Bild von der Lage zu machen. Darauf weist der Betrieb ausdrücklich hin. Zudem ist ein Verein gegründet worden, der sich für bessere Tierhaltung einsetzt. Er betreibt einen Gnadenhof für alte und misshandelte Tiere, unterstützt Tierheime und den Schutz von Tieren im Allgemeinen.

In seiner Heimat München ist Krone eine Institution. Viele Promis lassen sich die alljährliche Weihnachtspremiere nicht entgehen, zum Beispiel FC-Bayern-Star Mats Hummels. Element of Crime spielten im ausverkauften Circus Krone, genauso wie Amy MacDonald. „Der Zirkus ist wie das Münchner Hofbräuhaus“, sagt Sprecher Andreas Kielbassa – eine Attraktion für Touristen aus aller Welt, die Bayern jährlich Millionen in die Kassen spült.

Irene Burow

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