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Segeberg Kurze Sprudel-Pause bei Magnus
Lokales Segeberg Kurze Sprudel-Pause bei Magnus
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13:17 09.07.2019
Gaby Gassmann, Inhaberin von Magnus Mineralbrunnen in Norderstedt, in der neuen Produktionsanlage am Langenharmer Weg. Sie ist zuversichtlich: „Nach der Ebbe kommt die Flut.“ Quelle: Burkhard Fuchs
Norderstedt

Die Getränkekisten laufen über Förderbänder, Gabelstapler heben sie auf Paletten –doch es läuft noch nicht rund bei der Magnus Mineralbrunnen GmbH & Co. KG im Langenharmer Weg 211. Zu oft stehen noch die Förderbänder still, kann nicht genügend Mineralwasser abgefüllt werden. „Wir haben im Moment einen Lieferengpass“, gibt die Inhaberin und geschäftsführende Gesellschafterin Gaby Gassmann unumwunden zu. Es werde wohl noch drei bis vier Wochen dauern, bis die Produktion wieder auf dem vorherigen Stand sei, sagt Magnus-Betriebsleiter Lutz Kohler.

Solange werden die Kunden wohl auf andere Durstlöscher umsteigen müssen. Im benachbarten Familia-Markt gab es schon seit Tagen keine Magnus-Kisten mehr. Der würde aber kurzfristig wieder beliefert, kündigt Gaby Gassmann an. Sie bittet die Kunden um Geduld: „Wir operieren gerade am offenen Herzen. Aber wir sind auf der Zielgeraden.“

Neue Abfüllanlage braucht Zeit

Der Grund dafür, dass es im Moment bei Norderstedts einzigem Mineralwasser-Hersteller hakt, sei die neue Abfüllanlage, erklärt die Inhaberin, die den Betrieb seit 18 Jahren führt und die Produktion seitdem auf 60 Millionen Flaschen im Jahr verdoppelt hat. Zehn Millionen Euro Umsatz erwirtschaftet der Betrieb im Jahr. 14 Millionen Euro hat das Unternehmen in eine neue Abfüllanlage mit dreigeschossigem Gebäude, neuer Technik, Energieversorgung, soziale und Büroräume investiert.

Auch ein vierter Brunnen musste gebaut werden, aus dem das Mineralwasser aus 50 Metern Tiefe gefördert und ihm der Eisen- und Mangananteil entzogen wird.

Ein neues Blockheizkraftwerk mit 50 Kilowatt deckt einen Großteil des Strombedarfs ab. Eine neue Heißwasser-Heizung sorgt dafür, dass die Pfandflaschen bei 80 bis 95 Grad gereinigt werden.

Betriebsleiter Lutz Kohler an der neuen Flaschen-Reinigungsanlage. Quelle: Burkhard Fuchs

Wenn alles läuft und fertig sei, was bis Mitte Juli der Fall sein soll, könnten hier mit 450 000 Flaschen am Tag fast doppelt so viele wie vorher gereinigt, abgefüllt und in Kisten verpackt werden, erklärt Betriebsleiter Kohler. Seit Mai würden die alte und die neue Abfüllanlage ineinander integriert, was offenbar schwerer als gedacht sei.

Probleme bereite die Vorsortierung, erläutert Kohler. So seien vorher die braunen und grünen Wasserkästen erst nach der Befüllung mit dem durstlöschenden Getränk sortiert worden. Künftig geschieht dies bereits vorher vollautomatisch durch ein neues Kamerasystem, das die Kisten gleich in die jeweiligen Förderbänder steuere.

Das Unternehmen setzt voll auf Glasflaschen. Links eine alte, rechts eine neue Flasche. Foto: Fuchs Quelle: Burkhard Fuchs

Diese Integration und Feinabstimmung der Systeme brauche noch ein wenig Zeit, sagt Gaby Gassmann, und wirkt dabei noch recht entspannt. „Das ist ein Drahtseilakt. Ich habe ein tolles Team, wir fahren extra Schichten, alle laufen irgendwie auf dem Zahnfleisch.“ Mehr könnten sie nicht tun. „Wenn’s läuft, werde ich ein paar Freudentränen vergießen.“

Neue Lager- und Produktionshallen

Die Unternehmerin ist selbst mit Leidenschaft und Empathie dabei. Beim Rundgang durch die neuen fast 10 000 Quadratmeter großen Lager- und Produktionshallen auf dem zwei Hektar großen Firmengelände gibt sie jedem Mitarbeiter freundlich die Hand. 55 Menschen beschäftigt der Betrieb. „Wir suchen noch Fachkräfte“, sagt sie dabei. Fünf zusätzliche Mitarbeiter könnte Magnus noch gut gebrauchen.

Das Altgebäude nebenan wird nächste Woche abgerissen. „Dann haben wir mehr Platz für die Lagerung der vollen Getränkekisten“, die Gaby Gassmann gern Gebinde nennt.

Seit sie vor vier Jahren das Design der Wasserflaschen bei Magnus komplett verändert wurde, steigt die Produktion in Norderstedt rapide an. Die Flaschen sind jetzt klar und durchsichtig und die Kisten nicht mehr braun und einfarbig, sondern blau mit bunten Kreisen drauf, die „Bubbles“ genannt werden und Fröhlichkeit ausdrücken sollen. Sie hätten sogar eine Bedeutung, erläutert Gassmann: „Grau steht für Heimat, blau für den Norden, rot für die Liebe.“

Magnus Mineralbrunnen fühlt sich der Region verbunden – neben Bismarck, Wittenseer, Husumer und Hella, die in Trappenkamp eine Abfüllanlage und ein großes Lager betreiben, ist es eines von nur fünf Mineralwasser-Herstellern in Schleswig-Holstein. „Wir beliefern die Getränkemärkte von Flensburg bis Göttingen“, erklärt Gaby Gassmann.

Nach der Ebbe kommt die Flut

Gassmann weiß, dass die Kunden bei heißen Temperaturen mit ihrem Getränkekauf nicht warten können, bis Magnus seinen aktuellen Lieferengpass überwunden hat. Aber sie hofft, dass sie so markentreu sind und wieder zurückkehren, wenn ihr Getränk wieder da sei, das ihnen so geschmeckt hat.

„Ich habe vollstes Verständnis für den Verbraucher“, sagt die Magnus-Chefin. Sie weiß, wie schwierig und frustrierend es zurzeit für ihre Leute in der Logistik sei, Anfragen abschlägig zu beantworten, oder für die acht Außendienstmitarbeiter, die von ihren Kunden und Mitbewerbern zurzeit mitleidig belächelt würden. Auch sie antworte täglich und persönlich auf Kundenanfragen und vertröste sie auf die Zukunft, sagt Gassmann. „Denn nach der Ebbe kommt die Flut“, sagt sie und macht sich eine Flasche Wasser auf.

Wenn alles läuft, kann Magnus bis zu 450.000 Mineralwasser- und Limonadenflaschen pro Tag mit der neuen Anlage abfüllen. Quelle: Burkhard Fuchs

 

 

Von Burkhard Fuchs

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