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Segeberg Lukas Erler gewinnt Segeberger Feder
Lokales Segeberg Lukas Erler gewinnt Segeberger Feder
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21:10 24.09.2015
Dieser Preis kommt von den Jugendlichen selbst: Minister Robert Habeck überreichte die Segeberger Feder an Lukas Erler (r.). Quelle: Fotos: Kullack
Bad Segeberg

Die Klientel, die zuständig ist für die Segeberger Feder, nennt diesen Vorgang „spoilern“: Etwas vorab verraten, bevor es soweit ist. Darf ein stellvertretender Ministerpräsident und Umweltminister spoilern? Robert Habeck, einst selbst Jugendbuchautor, tat es jedenfalls gestern Mittag in der Stadtbücherei, als er Autor Lukas Erler (61) die Segeberger Feder 2015 für den Jugendroman „Brennendes Wasser“ überreichte.

„Entscheidend ist“, so der Minister vor der Preisübergabe, „die Seite 91. Da gibt es die wichtige Liebesszene zwischen Josh und Caro. Wem die nicht gefällt, der braucht das ganze Buch nicht zu lesen.“ Doch das war Spaß, und der „Verrat“ des Kieler Ministers hatte nur zur Folge, dass viele Besucher lauthals „Seite 91!“ forderten, als Erler aus seinem preisgekrönten Buch vorlesen wollte.

„Dafür ist es noch zu früh am Tag“, sagte der Autor schmunzelnd und las eine andere Szene vor. Eine, in der der Junge Gerry einen ganzen Energiekonzern-Vorstand Brackwasser trinken lässt, weil sie ihm Elternhaus samt Vater geraubt hatten.

Darum geht es in „Brennendes Wasser“: Auch Autor Erler sah diesen Effekt, dass feuriges Wasser aus der Leitung kommt, zuerst in Fernsehaufnahmen aus den USA, die vom Fracking, der neuen Methode zur Erdgasgewinnung, berichteten. Dieses Thema hat der gebürtige Bielefelder in seinem Ökothriller aufgegriffen — er erzählt, wie die Jugendlichen Josh, Caro und Speedy sich gegen einen kanadischen Energiekonzern stellen.

„Brennendes Wasser“ sei aber eben kein Sachbuch, sondern zeige anhand von echtem menschlichen Leben, wie verzahnt unser Leben mit der Ökologie und allem, was eine gesunde Umwelt bedroht sei, lobte Robert Habeck. Vor seiner Politik-Karriere hat er mit Co-Autorin Andrea Paluch selbst Kinderbücher geschrieben und später unter anderem die Romane „Hauke Haiens Tod“ oder „Unter dem Gully liegt das Meer“.

Bürgermeister Dieter Schönfeld hatte eingangs an Habecks Vorleben erinnert und Autor Erler gelobt: „Ausgewählt haben diesen Preis nicht die Profis — das haben ihre Leser selbst gemacht.“ Für alle Bibliotheksnutzer hatte er noch eine gute Nachricht dabei: Trotz des Spardiktats habe man in der Stadtvertretung beschlossen, die halbe Stelle in der Bücherei, die gestrichen werden sollte, zu erhalten. Lukas Erler dankte seinen jungen Lesern und sagte, dass ihm ein Preis wie die Feder mehr bedeute, als hätten ihn „Kritiker, Journalisten oder gar Lehrer“ vergeben. Für den Hauptsponsor, die Sparkasse Südholstein, erklärte Direktor Kai Gräper, dass seine Bank auch beim nächsten Mal dabei sein werde.

In einem durfte Robert Habeckspoilern“, nämlich indem er verriet, dass er sich als Energiewendeminister (der er schließlich auch noch ist) eher gegen das Fracking stellen werde. In einer Podiumsdiskussion mit Minister Habeck und Autor Erler vertieften die Dahlmannschüler Niklas Hübner, Tim Gehrke, Tim-Lucas Rabbel, Kilian Peters und Lukas Weidinger das Thema. Habeck erinnerte dabei an den „ökologischen Imperativ“ und erklärte, dass die aktuelle Energiegewinnung nichts mit einer verantwortungsvollen Politik zu tun habe: „Weder was die Kernkraft angeht noch das Verheizen von fossilen Brennstoffen.“

Die bisherigen Preisträger
Von Jugendlichen für Jugendliche — die Segeberger Feder wird seit 2002 vergeben und ist der einzige Autorenpreis des Landes, bei dem ausschließlich Kinder und Jugendliche die Jury stellen. Die Auszeichnung ist mit 1000 Euro dotiert.

Die 13- bis 18-Jährigen haben einige Wochen Zeit, sich durch die Bücher zu ackern, die von Bibliothekarinnen ausgewählt worden sind. Für die eifrigsten Leser gibt es Buchpreise — ebenso wie das Preisgeld gesponsert von der Sparkasse Südholstein.

Bisherige Preisträger: 2002: Carmen Blazejewski „Störtebekers Tochter“, 2003: Dietlof Reiche „Das Geisterschiff“, 2004: Peter Schwindt „Justin Time“, 2005: Andreas Schlüter „Gesucht“, 2006:
Isabel Abedi „Whisper“, 2007: Thomas Finn „Das unendliche Licht“, 2008: Thomas Brinx/ Anja Kömmerling „Neumond“, 2009: Kathrin Lange „Das Geheimnis des Astronomen“, 2011: Antonia Michaelis „Der Märchenerzähler“, 2012: Antje Babendererde „Julischatten“, 2013: Rainer Wekwerth „Das Labyrinth erwacht“.

Lothar Hermann Kullack

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