Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Segeberg Lungen-Zentrum bekommt Neubau
Lokales Segeberg Lungen-Zentrum bekommt Neubau
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
10:04 22.11.2019
Großbaustelle zurzeit auf dem Gelände des Forschungszentrums Borstel in Sülfeld. Quelle: Fuchs
Sülfeld/Borstel

Es sei „ein Meilenstein“ für die Medizintechnik und Gesundheitsvorsorge der Bevölkerung, waren sich alle Sprecher einig. Für zusammen rund 55 Millionen Euro wird das Forschungszentrum Borstel in Sülfeld um zwei große Laborgebäude erweitert, die den weltweit guten Ruf des Lungen-Zentrums auf dem Gebiet der Tuberkulose-Forschung und Entwicklung festigen werden.

Grundsteinlegung für Neubau

„Wir bauen hier das neue nationale Aushängeschild bei der Tuberkulose-Bekämpfung“, sagte Zentrums-Direktor Stefan Ehlers am Donnerstag bei der Grundsteinlegung für die neuen Millionen-Bauten, an der etwa die Hälfte der 550 Beschäftigten und die Bauarbeiter aus ganz Deutschland teilnahmen. „Das wird unseren Wissenschafts-Standort Schleswig-Holstein festigen.“ Wissenschaftler aus aller Welt wendeten sich bei Fragen und Problemen zu TB an die Forscher des Leibniz-Instituts an der B 432 in Sülfeld. Jedes Jahr erreichen das Forschungszentrum 14 000 Proben aus aller Welt, die nach TB und anderen Lungenkrankheiten untersucht werden.

Respiratorium für 42,4 Millionen Euro

Kernstück des Neubauvorhabens ist das neue Respiratorium nach dem lateinischen Wort für Atmen, das allein schon 42,4 Millionen Euro kosten wird. Auf vier Etagen entstehen hier Labore, Büros, Forschungseinrichtungen und eine Cafeteria mit einer Gesamtfläche von 9000 Quadratmetern. 14 Forschungsteams mit insgesamt 140 Mitarbeitern könnten nach der Fertigstellung in drei Jahren hier in modernen Räumen und Technik neueste Grundlagenforschung für die Lungen- und TB-Medizin betreiben, sagte Architekt Andreas Koch. In dem „monolithischen Baukörper“ werde es zudem eine Tierhaltung geben, die allen heutigen Tierschutzregeln entsprächen und bis zu 4900 Käfigen Platz böten. Die Mediziner werden hier neue Präparate und Seren gegen Asthma, Tuberkulose und andere Lungenkrankheiten erforschen und entwickeln können.

Das zweite, kleinere Gebäude, das bereits im März 2021 fertiggestellt sein soll, werde das neue Referenz-Zentrum für Mykobakterien für etwa 20 Mediziner sein, die die schwere Lungenkrankheit TB auslösen. Gerade erst habe das Bundesgesundheitsministerium in Berlin das Forschungszentrum Borstel erneut mit dem Titel des bundesweiten Referenz-Zentrums für TB ausgezeichnet, sagte Heiko Rottmann-Großner vom Bundesgesundheitsministerium, das wie auch bei dem anderen Bau wie die Landesregierung in Kiel die Hälfte der elf Millionen Euro zu den Baukosten beisteuere.

Ziel Tuberkolose auszurotten

„Sie leisten hier im Forschungszentrum Borstel exzellente Arbeit“, lobte der Vertreter der Bundesregierung. Trotz der oft in den Medien beschworenen Gefahr vor der Ebola-Krankheit sei die Tuberkulose „immer noch die meistverbreitete Infektionskrankheit weltweit“, sagte Rottmann-Großner. In Deutschland sei die Krankheit zum Glück in jüngster Zeit wieder rückläufig. Aber die Kooperationen des Forschungszentrums mit 20 anderen Ländern, darunter Moldawien und Namibia zeigten, welche Gefahr davon auch heute noch ausgehe. Mit Hilfe des Forschungszentrums, das nun nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen modernisiert werde, könnte die Tuberkulose 2050 weltweit ausgerottet sein, hoffte der Regierungsvertreter.

Angesichts dieses sensiblen Forschungsgebiets sei bei der Bauplanung das Hauptaugenmerk auf Sicherheit und Technik gelegt worden, erklärte der zweite Architekt Till Behnke. Die Haustechnik für die Sicherheitslabore mache allein schon mehr als die Hälfte der Baukosten aus. „Das dient vor allem dem Schutz der Mitarbeiter.“

Das Forschungszentrum Borstel wurde 1947 als Tuberkulose-Forschungsinstitut Borstel gegründet. Neben dem reinen Forschungsbetrieb befindet sich auf dem Gelände mit der Medizinischen Klinik Borstel noch ein Krankenhaus mit 90 Betten, das sich auf die Behandlung von Erkrankungen der Lunge spezialisiert hat. Dazu gehört neben Allergien wie Asthma-Erkrankungen auch die Tuberkulose. Der Jahresetat des Forschungszentrums beläuft sich auf etwa 26 Millionen Euro, davon sind etwa acht Millionen Euro aus privaten Drittmitteln.

Von Burkhard Fuchs

Das gibt Stau: Auf den Autobahnen 1, 21 und 24 sowie den Bundesstraßen 207 und 432 sind im nächsten Jahr größere Bauarbeiten geplant. Teilweise kommt es zu wochenlangen Sperrungen, die vor allem den Berufsverkehr stark beeinträchtigen werden.

22.11.2019

„Totgesagte“ leben länger: Zehn Jahre hat der CDU-Ortsverband praktisch nicht mehr existiert. Am Mittwoch gründeten elf Trappenkamper einen neuen Ortsverband. Sie wollen jetzt wieder Kommunalpolitik mitgestalten.

21.11.2019

Nach dem eine junge Frau bei dem Werner-Rennen auf dem Festival-Gelände vergewaltigt wurde, hat die Polizei Hinweise erhalten, die den Täterkreis eingrenzen. Jetzt starten die Ermittler eine DNA-Reihenuntersuchung.

21.11.2019