Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Segeberg Malerinnen starten Künstler-WG in Bad Segeberg
Lokales Segeberg Malerinnen starten Künstler-WG in Bad Segeberg
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:03 19.05.2019
Ulrike Schaffer (40) und Elke Rohlf (81) malen hier in ihren eigenen Ateliers. Quelle: Irene Burow
Bad Segeberg

„Ich habe schon ganz lange nach eigenen Räumen gesucht“, sagt Ulrike Schaffer. Sie strahlt, als sie durch die Wohnung geht. Durch große Fenster fällt viel Licht in die Zimmer. „Es ist ein Traum zu Malen“, sagt Elke Rohlf. Die beiden Frauen haben eine Ateliergemeinschaft über der Kunsthalle Flath gegründet.

Lange Zeit stand die Wohnung über der Kunsthalle leer

Vor Jahren waren Musik- und Kunstschule ins Flath-Ensemble eingezogen. Hier hatten einst Kunststipendiaten mehrere Monate gelebt und gearbeitet, am Ende ihre Werke in einer Ausstellung gezeigt. Mit der neuen Nutzung verschwanden auch die Stipendiaten.

Zehn Jahre habe diese Wohnung mittlerweile bestimmt leer gestanden, schätzen sie. Beide hatten sich die Wohnung angesehen und waren sofort angetan. Prompt stellten sie einen Antrag beim Stiftungsbeirat, erklärten ihr Konzept – und bekamen die Zusage. Jetzt ist wieder Leben in die verlassenen Räume eingekehrt.

In der Dreizimmerwohnung ist auch Platz für gemeinschaftliches Arbeiten - zum Beispiel für Workshops. Quelle: Irene Burow

Seit Anfang März sind die Frauen dabei, sich einzurichten. „Bilder rein, Möbel rein und loslegen“, fasst Ulrike Schaffer die Arbeit zusammen. Bis zu den Offenen Ateliertagen im Kreis Segeberg am 25. und 26. Mai soll alles fertig sein.

„Es ist super passend für uns“, sagt Elke Rohlf. Jede hat ein eigenes Atelier. Dutzende Bilder sind schon eingezogen. Sie schmücken die Wände und Staffeleien. Ein besonders schönes Möbelstück hat Ulrike Schaffer im Internet ergattert. „Die Staffelei ist 73 Jahre alt und stammt aus Italien“, sagt die ausgebildete Kunsttherapeutin.

Daneben gibt es in der Dreizimmerwohnung eine Teeküche und einen großen Raum, in dem Gruppen arbeiten können. „Hier kommt mein großer Esstisch richtig zur Geltung“, verrät die 81-Jährige. Bestimmt zehn Kreative finden daran Platz.

Erinnerungen an den Bildhauer zu Lebzeiten

Für sie ist es auch deshalb besonders schön, diese Räume zu nutzen, weil sie den Bildhauer Otto Flath noch vor Augen hat: „Als Mädchen bin ich von Tensfeld in die Stadt gefahren. Wenn ich die Kleinbahn auf dem Rückweg verpasst hatte, ging ich zum Atelier und habe ihm bei der Arbeit zugesehen. Er war sehr still und hat nicht gesprochen“, erinnert sie sich. „Man hat auf jeden Fall eine Verbindung zu diesem Ort.“

Beide Frauen kommen nun an mehreren Tagen pro Woche zum Malen in ihre Werkstätten. „Ich bin immer froh, wenn Kunst stattfinden kann. Es ist eine wundervolle Abwechslung“, sagt Ulrike Schaffer, die malt und fotografiert und immer wieder auch Anfragen zu Workshops bekommt.

Erster Workshop am 24. Mai

Von mehreren Personen wird das Atelier zum ersten Mal am 24. Mai genutzt. Pastellmalerin Jutta Buhrmann aus Kasseedorf (Ostholstein) gibt einen Workshop von 10 bis 17 Uhr. Der Kurs ist fast voll, wer möchte, kann sich noch melden. Am Ende nimmt jeder Teilnehmer ein Bild mit nach Hause. Anmeldung bei Elke Rohlf unter elkemotte38@gmx.de oder unter Telefon: 045 59/6 33.

Diese Künstler öffnen ihre Ateliers

Geöffnet ist am 25. und 26. Mai jeweils von 11 bis 17 Uhr, Anmeldungen sind nicht nötig. Gelbe Gießkannen vor den Türen weisen Besuchern den Weg.

Bad Segeberg: Lichtbildnerin Kerstin Hagge, Keltingstraße 10. Ihre Gäste sind Anne Pieschl, Carmen Baumert, Jennifer Herrmann, Nine Winderlich und Antje Wilkening. Claudia Groß mit ihrem Atelier „Großes Farbenreich“ in der Straße Am Kalkberg 14, zu Gast ist hier Svenja Krüger. Teilnehmer der Malgruppe Farbfinder im Atelier Otto Flath in der Bismarckallee 5. Elke Rohlf und Ulrike Schaffer geben Auskunft in ihrer neuen Ateliergemeinschaft Regenbogen über der Kunsthalle Otto Flath, Bismarckallee 5. Der Segeberger Sammlerverein lädt ins Museum in der Wickelstraße 7 ein. Ivonne Haake öffnet ihre Pop-up Gallery „Derartig“ in der Kurhausstraße 43; zu Gast ist Bettina Malinowski.

Steinbek: Das Café Kunterbunt von Tina Wittern, Steinbeker Dorfstraße 5.

Wahlstedt: Ingrid Hencke öffnet ihre Türen im Birkenweg 14c.

Hasenmoor: Eine Ausstellung der vier Künstler Renate Zamore, Birgit Marggraf, Kerstin Semrau und Gebhard Marggraf ist bei Sarafani Art, Am Alten Hof 8, zusehen.

Gnissau: Sommeratelier, Kunst-Mobil und Garten von Natascha Becker, Wiesenweg 29.

Kükels: Regenbogenkate von Regine und Konrad Schüler, Dorfstraße 13. Zu Gast ist hier Julian Baer, der sich mit Teezeremonien Ostasiens beschäftigt.

18 Jahre wohnten hier Stipendiaten

Hintergrund: Von 1989 bis 2007 wurden in den Räumen rund 30 Stipendiaten unterstützt. Einige seien künstlerisch „förmlich explodiert“ sagte 2010 der einstige Stadtarchivar Erwin Boldt den LN. Ein besonders bekannter Stipendiat war der Künstler Erwin Doose, der für seine Papierobjekte Landes-Preisträger wurde. Weitere haben ihren künstlerischen Weg gemacht. Dazu zählt auch der bekannte Fotograf Pramond Mondhe, der schon große Preise mit seinen Fotos errang.

Die Förderung für junge Künstler wurde von der Stadt 2007 letztmals vergeben. Zuletzt hatten die Lübecker Nachrichten 2007 über den Flath-Stipendiaten Christophe Didillon berichtet. Der Ostfriese hatte Alltagsgegenstände in seine Acrylcollagen eingebunden.

Wenig später hatte der Stiftungsrat ein neues Konzept vorgestellt. Die Kreismusikschule, ein Zweig des Vereins für Jugend- und Kulturarbeit (VJKA), zog in die Räume im Obergeschoss der Villa, die Kunstschule ins ehemalige Atelier des 1987 verstorbenen Bildhauers. Der Verein hatte zeitweise auch die Wohnung über der Kunsthalle gemietet. Damit das alles möglich werden konnte, wurde auf die Flath-Stipendiaten verzichtet. Ausstellungen gab es dennoch regelmäßig.

Irene Burow

Kommentare 0 Nutzungsbedingungen
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Michael Schulte, Max Giesinger, Johannes Oerding und als Überraschungsgast Milow: Die ausverkaufte Kalkbergarena präsentierte sich am Sonnabend abermals als eine der schönsten Open-Air-Arenen im Land.

20.05.2019

Es ist wieder einmal Ursula Michalak, die auf den Tisch haut. Diesmal für Klimaschutz. Die örtliche Vorsitzende der Senioren-Union spricht sich hier gegen Symbol-Politik aus und fordert Konkretes.

19.05.2019

Die Tagesordnung zur Bad Segeberger Stadtvertretersitzung am Dienstag bietet mit dem Antrag zum Klima-Notstand, der Diskussion um neue Parkregeln und dem Häuser-Streit am Nelkenweg viel Stoff für hitzige Debatten.

18.05.2019