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Segeberg Behörde bemängelt Unterlagen: Aus für den Markttreff Wittenborn
Lokales Segeberg Behörde bemängelt Unterlagen: Aus für den Markttreff Wittenborn
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18:25 08.04.2019
Nicht nur die Leute aus der Lenkungsgruppe, zu der Siegfried Sarau und Holger Fürst gehören sind sauer, auch Bürgermeister Thorsten Lange (v. l.). Quelle: Heike Hiltrop
Wittenborn

Einen Treffpunkt für alle im Ort erhalten, das war der Plan, als Studt’s Gasthof dicht machte und die Gemeinde nach einigem Hin und Her aktiv wurde. Doch während die Pläne für barrierefreie Seniorenwohnungen auf die Zielgerade gehen und auch die Tagespflege-Einrichtung unter Dach und Fach ist, ist das Projekt „Dorfzentrum mit Nahversorgung“ vorerst Geschichte. „Der Markttreff ist tot“, fasst Siegfried Sarau enttäuscht zusammen. Denn mit dieser Nachricht hatte noch vor zwei Wochen niemand in Wittenborn gerechnet.

Das Konzept wäre genau das richtige gewesen

„Das Konzept des Markttreffs hat uns total angesprochen, weil es so gut gepasst hat: Die Volkshochschule Bad Segeberg war begeistert, hier Seminare anzubieten. Für den kulturellen Bereich hatte die Kreismusikschule großes Interesse gezeigt und wir hätten Gastronomie im Dorf gehabt“, fasst Sarau das Wittenborner Konzept zusammen. Für das Vorhaben mit einem Investitionsvolumen von insgesamt 1,8 Millionen Euro versprach man sich Mittel aus dem Landesprogramm ländlicher Raum – bis zu 750 000 Euro Fördermittel wären drin gewesen.

LLUR bemängelt Unterlagen

Vom Standort-Check, der mit einem Gespräch am 9. Dezember 2015 begann, bis zum Antrittsbesuch beim Innenministerium am 28. Februar dieses Jahres, habe es nie Zweifel am Projekt gegeben. Doch nun macht das Landesamt für Umwelt und Ländliche Räume (LLUR) einen Strich durch das Vorhaben. „Die aktuell vorliegenden Unterlagen sind nicht ausreichend für eine Teilnahme am Auswahltermin“, heißt es vom LLUR. Und weiter: Die Baugenehmigungsbehörde sehe „einen funktionalen Zusammenhang zwischen dem Gaststättengebäude und dem der Wohn- und Tagespflege, für die wesentliche Unterlagen fehlen“.

Siegfried Sarau: „Das hätten sie uns schon vor drei Jahren sagen können.“

 Eingegangen sei das Schreiben vom LLUR am 27. März. Das war ein Mittwoch. Theoretisch hätte die Gemeinde noch bis zum Montag, 1. April, Zeit gehabt, die plötzlich nicht mehr anerkannte baufachliche Prüfung nachzureichen. „Das konnten wir in dieser Zeitschiene gar nicht leisten“, kritisiert Wittenborns stellvertretender Bürgermeister Holger Fürst, der auch die Lenkungsgruppe leitet. „Die ganze Zeit über sagen alle, dass das klappt und dann sagen sie: ,Ihr habt drei Tage, um nachzubessern’ – eine Frechheit ist das“, bedauert Bürgermeister Thorsten Lange. „Wir stecken da drei volle Jahre rein, das Ehrenamt wird belastet und dann heißt plötzlich, dass das so nicht geht – ich habe so einen Hals“, macht Siegfried Sarau seinem Unmut Luft.

„Man hat uns den Tipp gegeben, wenn wir das nicht schaffen, mögen wir doch den Antrag zurückziehen und es 2020 noch einmal versuchen.“ Er persönlich, so Sarau, habe das Gefühl, dass diese Form des Markttreffs mit Gastronomie gar nicht gefördert werden solle, „aber das hätten sie und schon vor drei Jahren sagen können“. Und bevor ein weiteres Jahr verstreicht, und dann womöglich erneut alles platzt, habe man darum entschieden den Antrag ganz zurückzuziehen.

Knapp 20 000 Euro EU-Fördermittel sind schon geflossen

Unklar ist nun, wie mit den für die Projektentwicklung erhaltenen knapp 20 000 Euro EU-Fördergeldern von Holsteins Herz umzugehen ist. Und auch am Fahrstuhl für beide Gebäudeteile hat sich die Gemeinde schon finanziell eingebracht. „Wir gehen andere Wege“, sagt Holger Fürst. Das Positive sei, dass es nun keine Einschränkungen mehr gebe. Plan B sei es, in den kommenden Monaten einen Investor zu finden und ein neues Konzept zu entwickeln. Oder die Gemeinde machte selber etwas Stück für Stück. Einig sind sich alle, dass es einen Gasthof geben soll, als Treffpunkt für alle Wittenborner.

Heike Hiltrop

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