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Segeberg „Gelbe Säcke“ seit sechs Wochen nicht abgeholt
Lokales Segeberg „Gelbe Säcke“ seit sechs Wochen nicht abgeholt
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11:57 12.06.2019
Drei Abholtermine nicht eingehalten: Gelbe Säcke bleiben in Högersdorf liegen. Quelle: Renate Wieck/HFR
Bad Segeberg

So wie in Högersdorf sieht es inzwischen in mehreren Gemeinden im Kreis Segeberg aus: Gelbe Wertstoffsäcke stapeln sich in manchen Straßenzügen am Fahrbahnrand. „In unserer Gemeinden sind zu drei festgelegten Abholterminen die Säcke nicht abgeholt worden“, sagt Bürgermeisterin Renate Wieck. Zwar habe man mehrfach versucht, das zuständige Unternehmen zu kontaktieren, um einen verbindlichen Abholtermin zu erfahren. Das sei aber ohne Erfolg geblieben. „Lediglich im Ortsteil Rotenhahn wurden bei einigen Haushalt unangekündigt Säcke abgeholt“, sagt Wieck. Auch in Dreggers, Bühnsdorf, Leezen und Heiderfeld sowie weiteren Orten im Kreis soll es nach LN-Informationen ähnliche Probleme geben. Die gelben Säcke bleiben dort einfach vor den Häusern liegen.

„Was mich persönlich am meisten stört, ist, dass jeder die Verantwortung abschiebt und dass niemand verlässliche Auskünfte erteilt“, sagt Renate Wieck, die jetzt befürchtet, dass der Verpackungsmüll in den Säcken bald Ungeziefer anziehen könnte.

Probleme angeblich durch fehlende Fahrer

Für die Abholung zuständig ist die zum Remondis-Konzern gehörenden Firma Optisys aus Wedel, die wiederum als Dienstleister für die vom Kreis Segeberg mit der Wertstoffentsorgung beauftragte Firma Landbell GmbH in Mainz tätig ist. Doch auch die Verantwortlichen bei Landbell sind ratlos. Man befinde sich permanent in Gesprächen mit Optisys beziehungsweise Remondis, versichert Dirk Dahl, Regionalleiter Nord bei Landbell. Die zahlreichen Beschwerden der Kunden würden fast täglich an Remondis weitergeleitet. Doch außer Beteuerungen, dass kurzfristig Abhilfe geschaffen werden solle, sei nichts passiert, das Problem noch immer nicht im Griff. „Zum Teil ist im Kreis Segeberg seit sechs Wochen keine Abholung erfolgt, das geht so nicht, wir bezahlen schließlich für diese Dienstleistung“, so der von dem Thema hörbar genervte Regionalleiter gegenüber den LN.

Anwohner befürchten, dass die dünnen Säcke bald reißen und Ungeziefer anlocken. Quelle: Renate Wieck/HFR

Ihm gegenüber verweise Optisys/Remondis auf Personalprobleme. Mindestens zwei Fahrer seien in den Ruhestand getreten, Nachfolger müssten nun angelernt werden. Ein Versuch, die Personallücke mit Fremdfahrern zu schließen, sei nicht erfolgreich gewesen, habe es zur Begründung geheißen. „Wir bleiben an dem Thema mit Hochdruck dran und versuchen, kurzfristig etwas zu erreichen“, versichert Dirk Dahl. Es sei klar, dass schnell etwas passieren müsse.

WZV will nicht wieder einspringen

Beim Wege-Zweckverband (WZV) laufen ebenfalls viele Beschwerden genervter Kunden auf, obwohl das Unternehmen offiziell nichts mit der Wertstoffsammlung zu tun hat. Zwar ist der WZV vor einigen Wochen eingesprungen und hat eine Abhol-Tour übernommen. „Das war von uns aber als einmalige Sache geplant, weil Optisys uns gegenüber von kurzfristigen Engpässen durch Krankheitsfälle berichtet hat. Danach sollte sich die Lage eigentlich schnell wieder bessern. Nur hat sie das leider nicht und wir wissen schlicht nicht, woran es liegt“, erklärt Annika Trimpert, Assistentin der Bereichsleitung Abfallwirtschaft. Doch weder wolle noch könne der WZV regelmäßig für Optisys einspringen. „Diese Kapazitäten an Fahrern und Fahrzeugen haben wir nicht“, sagt Trimpert.

Auf LN-Anfrage versicherte eine Remondis-Unternehmenssprecherin am Dienstag, dass die Nachsammlung in Högersdorf inzwischen erfolgt sei. Es habe wegen eines Personalwechsels Schwierigkeiten gegeben. „Mehr Probleme dürfte es derzeit im Landkreis Segeberg nicht geben“, so die Sprecherin. Man befinde sich wieder in dem normalen Touren-Rhythmus.

Oliver Vogt

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