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Segeberg Ministerin klettert virtuell auf den Kalkberg
Lokales Segeberg Ministerin klettert virtuell auf den Kalkberg
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18:08 01.02.2019
Nils Hinrichsen präsentiert Ministerin Prien eine VR-Brille, mit der sie virtuell auf den Kalkberg stieg.  Quelle: sg
Bad Segeberg

 Nun ist Segebergs geschichtliches Vorzeigeprojekt und die Idee eines Kreis- und Stadtmuseums auch im Kieler Kultusministerium bekannt geworden. Auch wenn sich Schleswig-Holsteins Bildungsministerin Karin Prien nach dem einstündigen Parforceritt durch Segebergs 800 Jahre und den Visionen für die Zukunft davor hütete, irgendwelche Zusagen finanzieller Art zu machen. Beeindruckt schien sie trotzdem.

Los ging es am Freitagmorgen mit dem virtuellen Spaziergang mit der VR-Brille durch die Altstadt im 16. Jahrhundert mit fachkundiger Begleitung von Bad Segebergs Museumsleiter Nils Hinrichsen. „Da oben sehe ich jetzt den Kalkberg“, staunte die Ministerin, als sie mit der großen Brille durch das alte Segeberg im 3-D-Format spazierte. „Oh wie schön“, jetzt sehe sie, wie riesig einmal der Kalkberg gewesen war. Dann ging die Ministerin hoch zur Burg, die um 1600 noch stand. Von dort öffnete sich ein herrlicher Blick über die Landschaft und das mittelalterliche kleine Städtchen, das Segeberg einst war. „Es ist wirklich ein Genuss, das einmal zu sehen“, bekräftigte auch Bürgervorsteherin Monika Saggau. Sie strebe hier eine Kooperation mit der Dahlmannschule an, die das virtuelle Modell in den Geschichtsunterricht integrieren möchte.

„Willkommen in der Jetztzeit“, meinte Hinrichsen zur Ministerin, als er ihr die VR-Brille abnahm. Die „Initiative Zukunft“ mit ihrem Sprecher Professor Asmus Hintz, Nils Hinrichsen und Monika Saggau möchten das historische Segeberg erlebbar machen. Dafür sei ein entsprechend großer Raum, ähnlich wie jetzt im WortOrt notwendig – mit fester Installation der Geräte. Für Hinrichsen ist klar, dass man so Geschichte für Schüler technisch erfahrbar machen könne. Dann schaue man sich die Stadt mit ganz anderen Augen an, meinte auch Manfred Quaatz von der Volkshochschule. Es gehe um den richtigen Rahmen, das Modell, das mit der Hamburger HafenCity-Uni entwickelt worden ist, zu präsentieren. Dafür fehle leider noch ein Raum. Sie könne sich schon vorstellen, dass so etwas für den Schulunterricht spannend sein könne, so Prien. „Das Land finanziert aber keine Lehrmittel.“ Denkbar sei aber, ob man das Modell nicht „exemplarisch“ für den Schulunterricht landesweit einsetzen könnte. Auf Landesebene laufe gerade ein Projekt der Digitalisierung zum Thema Kultur, gab sie den Tipp.

Eher Stadtgeschichte zum Anfassen wurde dann der Bildungsministerin im Alt-Segeberger Bürgerhaus gezeigt. Für jedes Jahrhundert Stadtgeschichte hat Hinrichsen im Mini-Museum Platz an einer Wand. „Aus welchem Jahr stammt der Stich?“, fragt Prien interessiert, bevor der Rundgang weiterging. Unter dem „zehntgrößten Hirschgeweih weltweit“, so Hinrichsen, geht es mit dem Pulk in die Dauerausstellungen. „Das sind hier ja nur Superlative“, spöttelt die Ministerin. Für Schulen sei das Museum kaum erlebbar, weil nur kleine Gruppen, aber keine Klassen ins Gebäude passen. „Deshalb brauchen wir ein größeres Haus, wie den Höhlenkrug, für ein Kreis- und Stadtmuseum“, stellt Hintz klar. Die Initiatoren wollen jetzt zum 6. Februar einen Förderverein zur Gründung eines Museums ins Leben rufen. Ein Architekt prüft die Gebäudesubstanz des Höhlenkrugs und lotet die architektonischen Chancen dafür aus. Die wohlwollende Unterstützung des Projektes durch das Ministerium sei erwünscht, wendet sich Hintz an Ministerin und den finanzpolitischen Sprecher der CDU-Landtagsfraktion Ole-Christopher Plambeck, als sie vor dem sichtlich beschädigten Höhlenkrug stehen. Doch Prien erklärt den LN, dass dazu „erst die Angelegenheit hier vor Ort überlegt werden muss“. Dann werde man schauen, ob es „Anknüpfungspunkte für eine Förderung“ gäbe.

Wolfgang Glombik

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