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Segeberg Kontroverse Diskussion um drei Windräder
Lokales Segeberg Kontroverse Diskussion um drei Windräder
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17:48 16.11.2018
Einwohnerversammlung in Heidmühlen, das Thema Windkrafträder sorgte für kontroverse Diskussion. Quelle: Heike Hiltrop
Heidmühlen

Im Norden des Kreises Segeberg ist Windenergie ein ebenso heftig diskutiertes Reizthema wie andernorts auch: Gut 100 Menschen hatten sich am Donnerstagabend im Feuerwehrhaus von Heidmühlen versammelt, um sich ein Bild von der aktuellen Planung zu machen. Die sehen auf dem 28,2 Hektar großen, vom Land als Vorranggebiete ausgewiesenen Flächen drei Anlagen vor: 180 und 200 Meter hoch, Rotordurchmesser 130 Meter. Unterzeichnet sind die Verträge zwischen Planer Hans-Günther Lüth aus Wiemersdorf und den Landeigentümern noch nicht.

Claudia Böttger aus dem Amt Boostedt-Rickling umriss zunächst die Fakten und die Gesetzeslage. Sie machte deutlich: Sollten die Planungen abgeschlossen sein, „dann stehen sie erst mal fest“. Auch dürften Gemeinden theoretisch zwar eine Bauleitplanung anstreben, aber keine Verhinderungsplanung betreiben.

Einwohnerversammlung in Heidmühlen, Thema Windkrafträder sorgte für kontroverse Diskussion. Quelle: Heike Hiltrop

Die anschließende Aussprache, moderiert von Bürgermeister Geert Uwe Carstensen, gestaltete sich hitzig, dennoch waren alle Seiten um Sachlichkeit bemüht. Die Argumente der Gegner sind die, die derzeit überall angeführt werden: Gesundheitliche Risiken seien kaum abzusehen, Schlagschatten, Infraschall, ein immerwährender Geräuschpegel und der Schaden für die Natur führten zum Verlust der Lebensqualität, Immobilien würden im Wert sinken. Alle Häuser mit Sicht auf Windkraftanlagen seien so gut wie unverkäuflich, hätten ihm Branchen-Fachleute versichert, kritisierte Borbe Prieß.

Er gehört der „Bürgergruppe für den Erhalt von Natur und Lebensqualität in Heidmühlen“ an, wie viele Anlieger der Splittersiedlungen und Einzelhäuser rund um das Planungsgebiet. Denn der Abstandspuffer ihrer etwa 20 Häuser zu einer Anlage muss, anders als zu Ortschaften, deutlich weniger als 1000 Meter betragen. Was das bedeute, machte eine virtuelle Tour anhand von Fotos mit maßstabsgetreu hineinmontierten Windrädern deutlich. Die mögliche Aussicht auf 2000 Kilowattstunden Gratis-Strom pro Jahr für Haushalte, die dichter als 800 Meter an den Anlagen liegen, bezeichneten die Gegner als „Bestechung“, auch weil sie an ein schriftliches Bekenntnis für den Windpark gekoppelt sei.

Die Argumente der Befürworter wie Hans Breiholz sind ebenso wiederkehrend: „Wir haben die Vorgabe von der Landesregierung bekommen und angenommen. Windenergie ist die emissionsärmste Energie, und es ist damit Geld zu verdienen“, fasste der Landwirt zusammen. Davon profitiere die ganze Gemeinde, etwa durch Gewerbesteuereinnahmen. Außerdem, so andere, hätten sich Betreiber anderswo stark in den Gemeinden engagiert. Das abschließende Abstimmungsergebnis, das die Gemeinde in ihre Stellungnahme einfließen lassen will, war deutlich: Fünf Befürworter standen etwa 80 Gegnern gegenüber.

Heike Hiltrop

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