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Segeberg Mit dem Polizeitrick 185 000 Euro erschlichen – Anklage fordert Freiheitsstrafen
Lokales Segeberg Mit dem Polizeitrick 185 000 Euro erschlichen – Anklage fordert Freiheitsstrafen
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17:38 16.05.2019
Ein Angeklagter (26, links) trat gegenüber einem 88-jährigen Norderstedter als falscher Polizeibeamter auf. Das Urteil spricht der Vorsitzende der 1. Kieler Strafkammer, Michael Scheck (ganz rechts) Ende Mai. Quelle: Geyer
Norderstedt

Mit der Behauptung, sein Vermögen sei in Gefahr, drängten falsche Polizeibeamte einen 88-jährigen Rentner aus Norderstedt zur Übergabe eines Koffers mit 185 000 Euro Bargeld. Wegen Betrugs im besonders schweren Fall forderte der Staatsanwalt am Donnerstag im Kieler Landgericht dreieinhalb Jahre Freiheitsstrafe für den Hauptangeklagten (34), einen ehemaligen Security-Mitarbeiter aus dem Kosovo.

Im Prozess müssen sich seit Mitte Januar drei Männer aus Langenhagen (Niedersachsen) verantworten. So unterschiedlich wie ihre Tatbeiträge im Oktober 2017 fielen die geforderten Sanktionen aus. Mit 900 Euro Geldstrafe wegen Beihilfe wird nach einer Verständigung der Prozessbeteiligten wohl ein Ex-Kollege und Landsmann des Hauptangeklagten das Verfahren hinter sich bringen.

600 Euro fürs „Schmiere stehen“

Der nicht vorbestrafte 32-Jährige soll zum Absichern der Übergabe angeheuert worden sein. Er soll nicht gewusst haben, worum es ging. Fürs „Schmiere stehen“ habe er 600 Euro erhalten. Auch ein jüngerer Mittäter soll von dem angeblich spielsüchtigen Hauptangeklagten in die Sache hineingezogen worden sein. Man kannte sich aus dem Spielcasino.

Der rotblonde 26-Jährige soll als einziger Deutscher ohne Migrationshintergrund als „Abholer“ eingesetzt worden sein. Bei der Geldübergabe sei er dem 88-jährigen Opfer als vertrauenswürdiger Polizeibeamter gegenüber getreten, dafür habe er 1200 Euro bekommen. Ohne ihn wäre der Betrug nicht vollendet worden, sagte der Staatsanwalt und forderte zweieinhalb Jahre Haft.

Hauptangeklagter kassierte offenbar 10 000 Euro

Die Drahtzieher des Polizeitricks sitzen indes in der Türkei. An sie soll der Hauptangeklagte später den Löwenanteil der Summe transferiert haben. Mit den 10 000 Euro, die er dafür kassiert haben soll, bezahlte er offenbar die Mitangeklagten. Laut Vorwurf fungierte der 34-Jährige als „Schnittstelle“ zwischen Drahtziehern und Geldabholern. Der Staatsanwalt sprach von schwerwiegenden Taten, die der organisierten Kriminalität zuzuordnen seien.

Zuvor hatten Unbekannte von einem türkischen Callcenter aus dem Opfer immer wieder telefonisch den Ernst der Lage ausgemalt. Verunsichert durch die Behauptung, kriminelle Bankangestellte wollten an sein Geld, ließ sich der Senior zu der hohen Barabhebung überreden. Letzte Zweifel zerstreute eine gefälschte E-Mail vom Bundeskriminalamt.

Wegen Erkrankung eines Rechtsanwalts verschob die 1. Große Strafkammer die Plädoyers der Verteidigung und die Urteilsverkündung auf Ende Mai.

Thomas Geyer

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