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Segeberg Mit eigenen Aktionen gegen Rassismus
Lokales Segeberg Mit eigenen Aktionen gegen Rassismus
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21:49 17.11.2017
Zunächst teilten sich die über 90 Schülerinnen und Schüler aus dem ganzen Land in sechs Arbeitsgruppen auf. Quelle: Foto: Kullack
Bad Segeberg

Die Koordinatoren freuen sich, dass mittlerweile 66 Schulen im Lande mitmachen – elf davon aus dem Kreis Segeberg. Die über 90 Schülerinnen und Schüler des aktuellen Fachtags kamen aus 20 Schulen des Landes. In Arbeitsgruppen wie „Fake-News“, „Rechtspopulismus“, „Islam“ oder „Medien“, „Radio“ oder „Miteinander statt gegeneinander“ galt es, neue Impulse für die politische Arbeit an der eigenen Schule mitzunehmen. Unter anderem will man mit Theater, Musik und Tanz in Kleinkunstform gegen Rassismus aufstehen – erstmals gemeinsam aufgeführt werden sollen die kleinen Stücke am 25. August 2018 in der Bad Segeberger Jugendakademie.

„Im zehnten Jahr werden jetzt diese Fachtage der 2001 gegründeten Aktion angeboten, und jedes Mal gibt es wertvolle Impulse und Motivation für die Arbeit vor Ort“, sagt Medi Kuhlemann. Vor allem in den vergangenen Jahren explodiere die Bereitschaft von Lehranstalten, auch eine „Schule ohne Rassismus“ zu werden, und zwar keinesfalls nur in Gymnasien: Zehn bis 15 Schulen kommen jedes Jahr hinzu.

Inzwischen sind sieben der 66 Schulen landesweit Berufsschulen, fünf Grund- und zwei Förderschulen dabei.

Mitmachen können Schulen, wenn mindestens 70 Prozent der Schüler und Lehrkräfte folgende drei Punkte persönlich unterschreiben:

  • „Ich setze mich dafür ein, dass es eine zentrale Aufgabe meiner Schule wird, Projekte, Aktivitäten und Initiativen zu entwickeln, um Diskriminierung, insbesondere Rassismus, zu überwinden.“
  • „Wenn an meiner Schule Gewalt, diskriminierende Äußerungen oder Handlungen ausgeübt werden, wende ich mich dagegen und setze mich dafür ein, dass wir in einer offenen Auseinandersetzung mit diesem Problem gemeinsam Wege finden, uns zukünftig zu achten.“
  • „Ich setze mich dafür ein,dass an meiner Schule einmal pro Jahr ein Projekt zum Thema Diskriminierung durchgeführt wird, um langfristig gegen jegliche Form von Diskriminierung vorzugehen.“

Die Landeskoordinatorin hofft, dass bei der Rückkehr vieler Gymnasien zum Abitur nach neun Jahren künftig im Lande auch wieder mehr Zeit für soziales Lernen und damit auch für Aktivitäten gegen Diskriminierung bleiben werde: „Bei dem G 8-Unterricht war die Themenführung zuletzt so straff und leistungsorientiert angesetzt, dass an manchen Schulen für unsere Ziele überhaupt kleine Zeit mehr blieb.“ 

ark