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Segeberg Mitbewohner mit Messer attackiert
Lokales Segeberg Mitbewohner mit Messer attackiert
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20:10 03.03.2017
Bad Bramstedt/Kiel

Im Streit um die Nachtruhe soll ein 26-jähriger Asylbewerber in einer Gemeinschaftswohnung in Bad Bramstedt auf einen Mitbewohner eingestochen haben. Vor dem Kieler Landgericht gestand der Angeklagte gestern am ersten Verhandlungstag die Messerattacke. Er habe Angst gehabt und bereue den Messerangriff, sagte der aus dem Irak stammende Kurde. „Ohne Alkohol wäre das nicht passiert.“

Die Anklage wirft ihm versuchten Totschlag und Körperverletzung vor. Demnach stach der Angeklagte am 10. September 2016 nach einem kurzen Handgemenge auf den Mitbewohner ein, der ihn um 2 Uhr zur Nachtruhe aufgefordert habe. Der 26-Jährige habe dem Mitbewohner aus Wut zunächst einen Faustschlag ins Gesicht verpasst. Als der Angegriffene ihn daraufhin zu Boden gestoßen habe, holte der Angeklagte nach Darstellung der Anklage ein Küchenmesser und stach dem Mann zweimal in den Rücken. Die 20 Zentimeter lange Klinge sei aber an dessen Rippen abgeprallt. Der Angegriffene habe dem 26-Jährigen das Messer entreißen können.

Der Angeklagte floh unmittelbar anschließend nach eigenen Angaben nach München und wollte von dort nach Italien. Er wurde aber festgenommen und sitzt seitdem in Untersuchungshaft.

Vor Gericht schilderte der 26-Jährige, dass er im Irak von Terroristen angeschossen und eine schwere Beinverletzung erlitten habe. In der Tatnacht habe er Alkohol getrunken und sich plötzlich von Terroristen bedroht gefühlt. Er entschuldige sich für seine Tat und erklärte, dass er das Geschehene stark bereue. Seine Aussage wurde von einem Dolmetscher ins Deutsche übertragen.

Nach eigenen Angaben kam der Mann im August 2015 über Bulgarien nach Deutschland. Schließlich sei er nach Lübeck gekommen und nach Dänemark und Norwegen weiter gereist. Dort habe man ihm aber eine Arbeitserlaubnis mit dem Hinweis verweigert, seine Heimat sei sicher. 2016 kehrte er demnach nach Deutschland zurück und wurde nach mehreren Zwischenstationen in Bad Bramstedt untergebracht.

Während der Angeklagte behauptete, sein Mitbewohner habe ihn zuerst attackiert und beleidigt, sagte der Mitbewohner als Zeuge vor Gericht, der Angeklagte werde schnell nervös und aggressiv. Der 26-Jährige habe zuerst zugeschlagen. Eine Entschuldigung des Angeklagten wollte er nicht annehmen: „Er wollte mich töten. Wie soll ich ihm das verzeihen“, sagte er. Für das Verfahren sind zwei weitere Verhandlungstage angesetzt. lno

LN

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