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Segeberg Landesentwicklung: Segeberger können mitreden
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18:00 19.01.2019
Ökologie, Verkehr, Wohnen: Wie soll sich Segeberg entwickeln? Die Bürger können bei der Planung mitreden. Quelle: Karsten Wilkening
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Bad Segeberg

Wie Schleswig-Holsteins Zukunft aussieht, das wird im Landesentwicklungsplan, kurz LEP, umrissen. Nun liegt der Entwurf für die kommenden 15 Jahre vor. Doch sind die Rahmenbedingungen für Wirtschaftswachstum, Lebensgrundlagen und Daseinsvorsorge genau das, was die Menschen im Land wollen? Sind alle für die Bürger wichtigen Punkte bedacht? Um das herauszufinden, sind auch die Segeberger aufgerufen, sich an der Diskussion zu beteiligen und ihre Ideen einzubringen – auf Infoveranstaltungen und über das Internet.

Wohnraum, Klimaschutz, Digitalisierung, Öffentlicher Personennahverkehr (ÖPNV) und Ansiedlung von großem Einzelhandel: Unter anderem diese Themenbereiche sind im LEP gebündelt. Kommunen, die neue Entwicklungen planen, sollen mehr Gestaltungsspielraum bekommen. Zudem geht es darum, verschiedene Interessen und Ziele unter einen Hut zu kriegen, um Konflikte zu verringern. Zugegeben, die 276 Seiten Text sind nicht gerade ein Krimi, aber sie enthalten wichtige Informationen und sind später die Basis für alle regionalen Pläne.

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Amt Trave-Land: Vorsteher Hans-Heinrich Jaacks. Quelle: HILTROP

So sieht der LEP vor, dass Gemeinden künftig im Wohnbereich mehr wachsen dürfen als bisher: bis zu 15 Prozent. „Ich hätte mir auch für die kleinen Dörfer mehr Entwicklungsflexibilität gewünscht“, bedauert Hans-Heinrich Jaacks, Vorsteher im Amt Trave-Land, dass auch künftig eine Nutzung von leer stehenden landwirtschaftlichen Gebäuden im Außenbereich, etwa für Gewerbe, nicht so einfach möglich sein wird. „Da hat sich nichts verändert.“

Dieter Schönfeld, Christiane Ostwald Quelle: sg

„Durch diese Lockerung für Gemeinden werden es Städte wie Bad Segeberg nicht leichter haben“, ist sich dagegen Bad Segebergs Bürgermeister Dieter Schönfeld sicher, dennoch sehe er in dem Entwicklungsplan eine gute Grundlage. „Ein Plan allein nützt aber nichts, er muss auch umgesetzt werden“, sagt er mit Blick auf den schleppenden Weiterbau der A 20 zum Thema Infrastruktur.

Für größere Kommunen gilt laut LEP, vorrangig die Entwicklung für nötigen Wohnraum im Innenbereich im Visier zu haben. Lückenschluss und zeitgemäße Entwicklung von Bestand – etwa durch Instandsetzung, Umbau und Anpassung an Bedürfnisse – statt Erweiterungen am Ortsrand also. Neue Flächen in Anspruch zu nehmen, sei wenig nachhaltig. Deshalb muss künftig bei der Ausweisung von Flächen für Einfamilienhäuser der demografische Wandel mehr berücksichtigt werden. Der bringt mehr Gebraucht-Immobilien auf den Markt. Nach den Vorausberechnungen des Statistikamtes Nord wird die Anzahl der Haushalte bis etwa 2025 weiter steigen und danach zurückgehen. Gleichzeitig ändert sich die Altersstruktur: „Die Haushalte mit Menschen ab 65 Jahren werden im Planungszeitraum stark steigen, während die Zahl der Haushalte mit jüngeren Personen ab 2020 deutlich zurückgehen wird“, heißt es im LEP.

Wahlstedts Bürgermeister Matthias Bonse (CDU) Quelle: HILTROP

„Wir lesen uns gerade ein, um zu sehen, ob unsere städtischen Planungen nichts entgegensteht“, sagt Wahlstedts Verwaltungschef Matthias Bonse. Um die Stellungnahme zu formulieren, hat Wahlstedt eine Sondersitzung des Ausschusses für Wirtschaft und Stadtentwicklung im März angesetzt.

Info-Veranstaltungen zum Landesentwicklungsplan

Vier Info-Veranstaltungen hat das Innenministerium angesetzt, um mit Vertretern aus Verwaltung und Politik, aber auch mit Bürgern über die Fortschreibung des Landesentwicklungsplanes zu diskutieren: Die nächsten sind geplant für den 28. Januar in den Media Docks (Willy-Brand-Allee 31) in Lübeck (16.30 Uhr) und am 30. Januar in Norderstedt im Kulturwerk am See (Am Kulturwerk 1), ebenfalls um 16.30 Uhr.

Dafür ist eine Online-Anmeldung bis zum 24. Januar nötig: per Mail an landesentwicklungsplan@im.landsh.de.

Noch bis zum 17. April hat jeder die Möglichkeit, über das Internet unter bolapla-sh.de/ seine Meinung, seine Ideen und Vorschläge zum Landesentwicklungsplan kundzutun. Außerdem stehen Ende Januar die Informationsveranstaltungen in Lübeck und Norderstedt an (siehe Info).

Heike Hiltrop

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