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Segeberg Mord an Ehefrau: Staatsanwältin fordert „lebenslänglich“
Lokales Segeberg Mord an Ehefrau: Staatsanwältin fordert „lebenslänglich“
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17:11 29.01.2019
Der Angeklagte soll am 1. November 2017 mit seiner Frau in Streit geraten und im Beisein des Sohnes in Rage auf sie eingeschlagen haben, bis sie starb. Quelle: Carsten Rehder/dpa
Kiel/Schackendorf

Im Prozess um Mord an der Ehefrau in Schackendorf (Kreis Segeberg) hat die Staatsanwältin am Dienstag im Kieler Landgericht eine lebenslange Freiheitsstrafe wegen Mordes aus niedrigen Beweggründen für den Angeklagten Volker L. (48) gefordert. Ihr etwa einstündiges Plädoyer hielt die Anklägerin unter Ausschluss der Öffentlichkeit.

Hinter verschlossenen Türen

Dies hatte die Schwurgerichtskammer zuvor so angeordnet. Begründung: Laut Gerichtsverfassungsgesetz sind in Strafprozessen um Mord und Totschlag oder Sexualstraftaten die Schlussvorträge zwingend hinter geschlossenen Türen zu halten, sobald die Öffentlichkeit während eines Teils der Verhandlung ausgeschlossen wurde.

Dazu genüge bereits die Verlesung einer Urkunde, erläuterte Gerichtssprecher Markus Richter gestern auf Nachfrage. Während der bisher 13-tägigen Verhandlung um die Tötung der 34-jährigen Frau in der Feldmark am Rand der A 21 sei nur eine einzige Zeugin unter Ausschluss der Öffentlichkeit vernommen worden: Die frühere Ehefrau des Angeklagten beantwortete Fragen aus ihrem intimsten Lebensbereich.

Mehr zum Thema: Hier haben wir die wichtigsten Fragen zum Mord in Schackendorf zusammengefasst.

Auch Plädoyer der Verteidigung nicht öffentlich

Ihre Aussage betraf offenbar auch die sexuelle Beziehung zum Angeklagten, der aus Eifersucht getötet haben soll. Aus den zu schützenden Interessen der Zeugin leitete die Kammer den Ausschluss der Öffentlichkeit ab. Dies gilt auch für das Plädoyer der Verteidigung, das am 15. Februar erwartet wird, und für das letzte Wort des Angeklagten. Der Rechtsanwalt der als Nebenklägerin zugelassenen Mutter des Opfers hat bereits gestern plädiert, er schloss sich der Forderung der Staatsanwältin an.

Die Öffentlichkeit darf erst wieder bei der Urteilsverkündung dabei sein – voraussichtlich am 26. Februar. Im öffentlichen Teil der gestrigen Sitzung hatte Strafverteidiger Jonas Hennig noch zwei Beweisanträge gestellt. Sie betrafen erneut jenen polnischen Staatsbürger, dessen Spuren auf einem Isolator sichergestellt wurden, der ursprünglich zur Tatwaffe gehörte.

Mehr zum Thema: Hier können Sie alle Entwicklungen des Prozesses nachlesen.

Spuren des potenziellen Täters werfen Fragen auf

Nadine L. wurde nach dem Ergebnis der Beweisaufnahme mit dem meterlangen Bruchstück eines mannshohen Zaunpfahls aus Recycling-Material erschlagen, das der Täter mutmaßlich am Tatort vorgefunden und als Waffe eingesetzt hatte (die LN berichteten hier). Die Verteidigung schließt nicht aus, dass es der gesuchte Bartucz P. (32) war. Schon bei der Eröffnung des Prozesses im Oktober 2018 präsentierte sie dem Gericht den mehrfach vorbestraften „polnischen Gewalttäter“ als möglichen Schuldigen.

Für die Schwurgerichtskammer gibt es jedoch genügend andere Erklärungen, wie die mysteriöse Spur auf dem Isolator gelandet sein könnte. Dass der international gesuchte Pole einem Landwirt beim Zaunaufbau geholfen haben könnte, ist nur ein Denkmodell von vielen.

Tatverdächtiger ist „unerreichbar“

Die Kammer wies gestern den letzten Beweisantrag der Verteidigung zurück, den Aufenthaltsort von Bartucz P. mittels gerichtlichen Rechtshilfeersuchens an die polnischen Behörden weiter zu erforschen und den Prozess damit um Wochen zu verzögern. Die Richter hatten den Polen nach vergeblichen Recherchen bereits vor zwei Wochen für „unerreichbar“ erklärt.

Thomas Geyer

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