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Segeberg Musischer Abschied für Barbara Koop-Lehmann
Lokales Segeberg Musischer Abschied für Barbara Koop-Lehmann
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20:10 31.01.2018
„Farbe kommt in Dein Leben“, sangen Schüler. Eine Anspielung auf die rege Bautätigkiet zur Amtszeit ihrer Rektorin. Quelle: Fotos: Glombik
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Bad Segeberg

Stoff aus ihrer langen Amtszeit gab es genug für den humorvollen Beitrag „Meistermaler“, den die Konrektoren der Schule zusammen mit der Chor-AG und der Wahlpflichtkurse „Mut zum Spiel“ vortrugen. Es handelte von der langen Geschichte, wie die hartnäckige Barbara Koop-Lehmann über die Jahre versucht hat, ihrer Schule den Geist der Hogwarts-Schule für Hexerei und Zauberei auszutreiben und zu einer modernen Schule auszubauen.

Fast 18 Jahre war sie Schulleiterin – erst der Realschule und später der Gemeinschaftsschule am Seminarweg in Bad Segeberg. Barbara Koop-Lehmann wurde am Mittwoch mit einem Fest der Kreativität verabschiedet.

Die Toilettenräume, die historischen Chemieräume hatten allesamt den Charme der Harry-Potter-Romane, ähnelten eher „Kammern des Schreckens“ als modernen Schulräumen. Die neue, große Sporthalle, die zahlreichen An- und Umbauten wurden von ihr durchgefochten. Sogar Barbara Kopp-Lehmanns roter Chefsessel fand in den humorvollen Beiträgen der Kollegen Erwähnung. „Farbe kommt in Dein Leben“, sangen die Schüler aufmunternd dazu.

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Bad Segebergs Bürgermeister Dieter Schönfeld konnte nur bestätigen, dass er vor acht Jahren mit altgedienten Kommunalpolitikern die Schule besichtigte und diese ihre Klassenzimmer und Fachräume nach über 30 Jahre nahezu unverändert vorfanden. „Das ist ja super, das ist ja noch wie damals“, berichteten sie Schönfeld.

Noch sei ihr Nachfolger nicht gewählt, obwohl ihr Ruhestand ja nicht aus heiterem Himmel kam. Es liegt an Kiel. Bürgermeister Dieter Schönfeld hatte am Vortag im Kieler Landeshaus gehört, dass Tausende von Lehrern künftig fehlen werden. „Ich habe schon die Befürchtung gehabt, dass jetzt eine Notverordnung kommt, dass Sie noch fünf Jahre länger ’ran müssen, Frau Koop-Lehmann“, witzelte Schönfeld. Doch Schulrat Jürgen Hübner hatte zum Abschied die passende Ruhestands-Urkunde dabei. Und da musste die sonst so gefasste Schulleiterin doch mächtig schlucken, als sie verlesen wurde.

Hübner sparte nicht mit Lob. Die Schule habe unter ihrer Leitung immer einen guten Ruf genossen.

Frank Ulrich Bähr vom Städtischen Gymnasium fand einen herzlichen Ton, wurde aber auch deutlich. Er kritisierte, dass die bewährte Schulform Realschule „auf dem Altar bildungspolitischer Überlegungen geopfert wurde“. Das System Gemeinschaftsschule sei nicht unbedingt das bessere, weil dort der Begriff „Gemeinschaft“ im Namen vorkomme. Barbara Koop-Lehmann habe aber trotzdem immer die Ruhe bewahrt und sich auf das Machbare konzentriert. Er sprach ihr damit sicher aus der Seele.

wgl

31.01.2018
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