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13:38 13.06.2019
Ruth Severin und Christoph Kröger, Vorsitzende des Nabe Bad Segeberg. Quelle: Irene Burow
Bad Segeberg

Als Ruth Severin den Vorsitz des Naturschutzbundes (Nabu) Bad Segeberg im Jahr 2003 übernommen hatte, waren 160 Mitglieder im Verein. Heute, 16 Jahre später, sind es 415 Mitglieder.

„Das ist zwar komfortabler, aber bringt auch mehr Anfragen mit sich“, sagt Ruth Severin. Vorstandsarbeit bedeutet für sie längst nicht mehr, nur die Natur zu schützen. Umweltschutz und Öffentlichkeitsarbeit sind untrennbar geworden. „Es kommen auch viele Anfragen aus anderen Kreisen“, erzählt sie. Inzwischen gibt es guten Kontakt zu jungen Leuten von der Fridays for Future-Bewegung.

Vorstand nun mit Doppelspitze

Deshalb teilt sie den Vorsitz seit einigen Wochen mit Christoph Kröger. Der 52-Jährige ist drauf und dran, von Hamburg in den Kreis Segeberg umzusiedeln. Dass der Naturschutzgrund hier so gefragt ist, begründet er auch so: „Ruth Severin ist, sehr untypisch für ihre Generation, in den sozialen Netzwerken unterwegs. Deswegen wird der Verein ganz anders wahrgenommen, als auf der analogen Schiene“, sagt er. Die Homepage sei top gepflegt, seit einem halben Jahr gibt es den Verein bei Instagram.

Der neue Schwalbenturm hat die ersten Bewohner, freut sich der Nabu über eines seiner laufenden Projekte: Kohlmeisen und Feldsperlinge. Quelle: Irene Burow

Er selbst ist Biologe und in der Naturfotografie unterwegs. Das Angebot zur Mitarbeit hat er gern angenommen. Beide verfolgen nicht nur die Debatte rund um den Wolf, sondern auch zum Klimawandel. „Es ist sicher nicht schädlich, wenn ein Klimanotstand ausgerufen wird“, sagt Ruth Severin. „Wichtiger ist es, was man daraus ableitet.“ Man müsse viel mehr Kurzstrecken mit dem Auto vermeiden und das Radwegenetz ausbauen.

Hoffnung auf Naturschutzjugend

„Um CO2 zu binden dürfe man nicht nur an Pflanzen denken“, sagt Kröger. Schnell vergessen werde es, Moore zu renaturieren: „Billiger kann man es nicht haben.“ Der Kontakt zu den jungen Klima-Demonstranten motiviert beide: „Das nährt unsere stille Hoffnung, dass sich im Kreis langfristig eine Naturschutzjugend etabliert“, sagt er. „Das wäre eine Sache, die uns maßgeblich nach vorn bringen würde. Wir brauchen mehr Aktive.“ Eine Menge Dinge würden in der Schublade liegen. Unabhängig davon stehe man zum Thema gern beratend zur Seite.

Tag der Artenvielfalt am 15. Juni

Am kommenden Sonnabend, 15. Juni, ist von 9 bis 14 Uhr Tag der Artenvielfalt. Mitveranstalter ist der Martin-Meiners-Förderverein für Jugend- und Umweltprojekte. Im Schmetterlingsgarten im Kastanienweg in Bad Segeberg können Pflanzen- und Tierarten entdeckt und mit Hilfe von Experten dokumentiert werden. Unterstützt werden Naturinteressierte auch durch Landschaftsführer Dierk Hamann. Vorkenntnisse sind keine erforderlich.

Wer sich engagieren möchte, kann sich auf der Homepage www.nabu-badsegeberg.de informieren. Das nächste Treffen der Naturschützer findet nach der Sommerpause am 19. September um 19.30 Uhr in der Jugendakademie Bad Segeberg, Marienstraße 31, in Raum 3, statt. Kontakt unter Telefon: 045 51/94 43 69.

Es gibt viel zu tun für den Nabu. Ruth Severin und Christoph Kröger wollen den Verein weiter nach vorn bringen. Am 15. Juni ist zunächst Tag der Artenvielfalt (siehe Infokasten). Exkursionen sollen weiter ausgebaut werden.

Vortragsreihe startet für interessierte Vereine

Mittelfristig wollen sie eine allgemeine Vortragsreihe für Vereine etablieren. „Warum soll jeder die Sache immer neu erfinden“, fragt Kröger. „Wir laden jeden Verein ein, sich zu melden.“ Ende April war die Reihe „Moin Natur“ zum Thema Wolf gestartet. „Es war unser erster Versuch“, sagt er. Zwischen 50 und 60 Besucher seien nach Klein Gladebrügge gekommen.

„Wegkommen von der Fledermaus“

Die Natur solle mehr in die Öffentlichkeit rücken. „Unheimlich viele Vereine und Verbände sind damit in Berührung“, sagt Ruth Severin. Man wolle sachlich und nicht emotional diskutieren. Egal ob Sportvereine, Landwirte, Reitervereine oder andere. „Wir wollen gemeinsam in eine Richtung gehen“, so Kröger. Der nächste Vortrag ist im Herbst geplant. „Wir wollen wegkommen von der Fledermaus. Sie ist hier auch extrem wichtig, aber nicht nur.“

Irene Burow

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