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Segeberg War es wieder Brandstiftung am Kalkberg?
Lokales Segeberg War es wieder Brandstiftung am Kalkberg?
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19:00 23.04.2019
War es Brandstiftung oder eine Kippe? Die Polizei sucht die Brandursache für das Feuer in dem kleinen Unterstand hinter den Kulissen der Karl-May-Spiele am Fuße des Kalkbergs. Quelle: Glombik
Bad Segeberg

„Hat Winnetou Feinde?“ titelten die Lübecker Nachrichten im Jahre 2003 nach drei Bränden innerhalb von acht Jahren bei den Karl-May-Spielen in Bad Segeberg. Am 29. März hatte damals zuletzt ein schlimmer Großbrand das Indian Village nahezu vernichtet. Über eine halbe Million Euro Schaden. Es war Brandstiftung, wie sich später herausstellte. 2010 wurde ein Serienbrandstifter wegen dieses Feuers und zahlreicher anderer gelegter Brände zu einer Haftstrafe von über sechs Jahren verurteilt.

10 000 Euro Schaden durch das Feuer

Nun konnte am vergangenen Donnerstag um Haaresbreite dank des schnellen Eingreifens der Feuerwehr verhindert werden, dass die hölzerne Hinterbühne der Karl-May-Spiele oder gar die Kulissen in Flammen aufgingen. Ute Thienel, Geschäftsführerin der Kalkberg GmbH: „Es war für uns alle natürlich ein großer Schreck, aber in erster Linie bin ich erleichtert, dass wir glimpflich davongekommen sind.“

Andrea Kassel von der Leitung der Karl-May-Spiele rechnet mit rund 10 000 Euro Schaden. War es wieder Brandstiftung? Sie will den Ermittlungen nicht vorgreifen, auch die Polizei konnte am Dienstag hierzu noch keine Ergebnisse ihrer Untersuchungen mitteilen. „Das gesamte Gelände wird bei uns überwacht“, betonte Kassel gegenüber den LN.

Kripo ermittel „in alle Richtungen“

Gebrannt hatte es an einem Unterstand für Komparsen, ein etwa vier Meter langer Zaun war in Flammen aufgegangen. In dem Unterstand liegen jetzt verkohlte Balken. Am Dienstag suchten die Experten der Kripo dort nach einer möglichen Brandursache, wühlten im Brandschutt. „Die Kollegen gehen möglichst unvoreingenommen heran, ermitteln in alle Richtungen“, erklärt Polizeisprecher Dirk Scheele auf LN-Nachfrage. Gesucht werde routinemäßig auch nach Spuren von Brandbeschleunigern.

Überprüft werde aber auch, ob Aufnahmen einer Videoanlage auf dem Gelände vorliegen. Denn nach Angaben der Kalkberg GmbH existiert für das gesamte Gelände vor und hinter der Bühne Videoüberwachung. Ob dort Bilder gespeichert und auch von der Polizei gesichtet werden können, wollte Andrea Kassel nicht mitteilen. Tatsächlich scheint der Bereich hinter der Bühne durch ein hohes Tor und Zäune gut abgeschirmt zu sein. Gesichert fast wie Fort Knox: Es sollen sogar Bewegungsmelder Alarm schlagen, wenn sich Unbefugte auf dem Gelände aufhalten, erfuhren die LN.

Mit hohen Toren und Zäunen ist das Gelände hinter de Bühne am Kalkberg gesichert. Die Polizei möchte jetzt Bilder einer Videoanlage überprüfen. Quelle: Glombik

Haustechniker des Noctalis alarmierte die Feuerwehr

Glücklicherweise entstand das Feuer am hellichten Tag: Der Haustechniker und Höhlenführer des Fledermauszentrums Noctalis Helmut Giljum machte vor 18 Uhr, kurz vor Feierabend, seine letzte Runde über das Gelände am Höhleneingang. „Es roch plötzlich nach Holzfeuer, es prasselte und knisterte“, sagte er den LN. Sofort habe er den Notruf betätigt, das hintere Tor für die Rettungskräfte geöffnet.

Am 29. Juni 1999 brannten die Kulissen am Kalkberg Quelle: Bastian Modrow

Wurde trockenes Gras entzündet?

Doch gleichzeitig hatten auch oben auf der Aussichtsplattform des Kalkbergs Spaziergänger Feuer und Qualm bemerkt und schnell Notrufe abgesetzt. Giljum: „Der Kalkberg ist bei gutem Wetter stark frequentiert.“ Er selbst glaube übrigens nicht, dass der Brand mutwillig gelegt worden sei, sondern dass „jemand vom Berg eine brennenden Kippe heruntergeworfen hat, die trockenes Gras entzündet haben könnte“.

Die Feuerwehr hatte den Brand nach wenigen Minuten unter Kontrolle. Ein angrenzendes Gebäude, in dem Pausenräume sowie die Masken- und Kostümbildner untergebracht sind, wurde bei dem Feuer kaum in Mitleidenschaft gezogen. Die Proben für das Stück „Unter Geiern“ (Premiere 29. Juni) mit dem neuen Winnetou-Darsteller Alexander Klaws können in wenigen Wochen wie geplant starten.

Die Flammen waren kilomterweit zu sehen: 2003 wurde die Westernstadt Indian Village durch Brandstiftung fast völlig zerstört. Quelle: Glombik

Die Brände bei Winnetou von 1995 (ein Pferdestall wurde angezündet), 1999 (Das Bühnenbild mit dem Kunstfelsen wurde komplett vernichtet) und zuletzt 2003 (Zerstörung der Westernstadt) waren jeweils Brandstiftungen. Damals vermutete man, dass ein Intimfeind der Karl-May-Spiele zündelte – oder ein verschmähter Komparse.

http://www.ln-online.de/Lokales/Segeberg/Feuer-im-Kalkbergstadion-in-Bad-Segeberg

Wolfgang Glombik

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