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Segeberg Streit unter Hausbesitzern in Henstedt-Ulzburg
Lokales Segeberg Streit unter Hausbesitzern in Henstedt-Ulzburg
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13:11 23.05.2019
Das Strafverfahren wurde jetzt eingestellt. Foto: DPA
Kiel/Henstedt Ulzburg

„Macht die Scheißmusik leiser!“ Der Aufschrei von Ruhebedürftigen dürfte auch in Schleswig-Holstein zu den häufigsten Alltagskonflikten in Familie und Nachbarschaft gehören. Doch nur selten löst nächtliche Lärmbelästigung eine Prozessserie aus, wie sie gestern auch das Kieler Landgericht erfasste. Hier verhandelte eine Berufungskammer den Streit zwischen Reihenhausbesitzern in Henstedt-Ulzburg (Kreis Segeberg).

Zweite Runde im Streit

Es ist bereits die zweite Runde im Streit zwischen unbescholtenen Bürgern, die nicht zur Stammkundschaft der Strafjustiz zählen: Alle Beteiligten haben Haus und Familie, gehen soliden Berufen nach und verdienen gutes Geld. Vorbestraft ist hier niemand. Doch im März 2018 ließ sich ein 61-jähriger Anwohner nach stundenlanger Feierbeschallung zu jenem Fäkal-Schrei hinreißen, zu dem er sich auch vor Gericht bekennt.

Was dann folgte, bleibt juristisch ungeklärt. Laut Anklage ließ der mitternächtliche Ruf einen 46-jährigen Nachbarn ausrasten. Der polterte gegen die Haustür des Spaßverderbers, schubste dessen Ehefrau gegen einen Türrahmen und trat ihr – möglicherweise versehentlich – das Knie in den Unterleib, so der Vorwurf. Die damals gehbehinderte 57-Jährige klagte über Schmerzen im Schambereich und eine Rötung am Schlüsselbein.

Die Frau erstattete Strafanzeige, legte Fotos ihrer mutmaßlichen Verletzungen und ein ärztliches Attest vor. Im Prozess berichtet sie, der spürbar alkoholisierte Eindringling wollte unbedingt zu ihrem Mann: „Er hat kundgetan, dass er dem alten Sack in die Schnauze hauen wollte.“ Er habe versucht, sie zur Seite zu drücken. „Aber ich habe standgehalten.“

Angeklagte bestreitet Übergriff

Der ihr körperlich weit überlegene Angeklagte bestreitet jeglichen Übergriff auf die Zeugin und beteuert: „Ich habe sie nicht einmal berührt.“ In erster Instanz hatte ihn das Amtsgericht Norderstedt im November wegen fahrlässiger Körperverletzung verwarnt und sich die Verhängung einer Geldstrafe von 600 Euro vorbehalten.

Trotz des milden Urteils legte der Angeklagte Berufung ein: „Ich wollte nur schlichten und habe nichts getan.“ Parallel fordert die Nachbarin von ihm 1000 Euro Schmerzensgeld in einem Zivilverfahren. Die Chance, dass sie das Geld bekommt, ist gestern gesunken. Denn die Berufungskammer hat das Strafverfahren gegen den 46-Jährigen ohne Auflagen eingestellt.

Hintergrund sind widersprüchliche Angaben des Ehepaares. So hatte die Frau damals der Polizei erklärt, es habe schon früher Ärger mit dem Nachbarn gegeben. Gestern bezeichnete sie das Verhältnis dagegen als neutral. Und der Ehemann hatte seine Reaktion auf die Lärmbelästigung früher auch etwas anders geschildert. Das Gericht sah keinen weiteren Ermittlungsbedarf, schickte nach der Vernehmung einer Polizeibeamtin drei weitere Zeugen nach Hause und schloss die Akte ohne Urteil.

Thomas Geyer

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