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Segeberg 93-Jähriger: Wirbel um Nacht im Auto
Lokales Segeberg 93-Jähriger: Wirbel um Nacht im Auto
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13:41 21.02.2019
Hugo Kagel (93) aus Bad Segeberg und seine pflegebedürftige Lebensgefährtin Liselotte verbringen den ganzen Tag miteinander. Quelle: Heike Hiltrop
Bad Segeberg

Wirbel um Hugo Kagel: Nachdem bekannt geworden war, dass der 93-Jährige seit Wochen in seinem Auto geschlafen haben soll, rollt eine Welle der Hilfsbereitschaft durch die sozialen Netzwerke und weit über die Kreisstadt hinaus. Die Meldung verbreitete sich in den sozialen Netzwerken wie ein Lauffeuer. Von überall her kamen die Hilfsangebote. Menschen wollten Hotelrechnungen zahlen, der Central-Gasthof bietet kostenlos ein Zimmer an. Bürger wollten dem betagten Pensionär finanziell unter die Arme greifen. Hugo Kagel ist sprachlos und korrigiert gegenüber den LN: „Das war doch nur eine Nacht.“ Und die wiederum sei schon ein paar Wochen her.

Gemeinsamer Kaffee und ein Stück Torte nach einem Spaziergang: Hugo Kagel (93) und seine pflegebedürftige Lebensgefährtin Liselotte. Quelle: Heike Hiltrop

Hugo Kagel spricht leise und ein bisschen undeutlich, und er ist froh, als er jemandem von seiner Geschichte erzählen kann. Von seiner Lebensgefährtin Liselotte, die pflegebedürftig im „Marienhof“ lebt. Vor 25 Jahren hätten sie sich beim Tanzen kennengelernt, erinnert sich der Senior und lächelt sie an. Jeden Tag verbringt er mit ihr, seit sie die gemeinsame Wohnung verlassen musste und in das Seniorenheim eingezogen ist.

Nur nachts, da sind sie getrennt.

Das teure Heim könne er sich gar nicht leisten, so der ehemalige Postbeamte, dem 700 Euro von seiner kleinen Pension abgezogen werden. Grund dafür sei seine Scheidung vor Jahrzehnten. Zwar sei seine Ex-Frau schon vor zwölf Jahren gestorben, dennoch werde der sogenannte Versorgungsausgleich weiter abgezogen. „Damit war ich schon beim Rechtsanwalt, aber der sagt, dass man da nichts machen kann.“

Demnächst will er in eine Sozialwohnung ziehen

Die Folge ist, dass selbst die Wohnung in der Innenstadt mit ihrer ortsüblichen Miete für ihn kaum erschwinglich ist. Darum soll er demnächst eine Sozialwohnung bekommen. „Aber das dauert noch“, sagt der 93-Jährige. Er habe wissen wollen, wie es wohl so sei, ohne ein Dach über dem Kopf. „Darum habe ich mal im Auto geschlafen.“ Rudert der rüstige Rentner aus Scham zurück oder ist alles doch nur ein großes Missverständnis? Diese Frage beantwortet er nicht.

Heike Hiltrop

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