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Segeberg Neue Geschäfte und Restaurants in Bad Segebergs Innenstadt
Lokales Segeberg Neue Geschäfte und Restaurants in Bad Segebergs Innenstadt
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Bulldogge "Alma" lockt die Kunden ins Geschäft "Happy Clothes". Quelle: Irene Burow
Bad Segeberg

Diese Hündin ist der perfekte Lockvogel: „Alma“ zieht die Kunden an. Im wahrsten Sinne – in Bad Segebergs neuem Geschäft für Damenmode begrüßt die französische Bulldogge oft die Frauen auf Shoppingtour. „Manch eine kommt erst dann wieder, wenn auch meine Hündin im Geschäft ist“, sagt Geschäftsführerin Mailien Knoll (27) lachend.

So hat sich jüngst das Gesicht Bad Segebergs gewandelt

Kleine Labels im Angebot

Ihre „Mitarbeiterin“ sitzt gern an der Tür, lässt sich ausgiebig kraulen und kurbelt so den Umsatz an. Seit März gibt es hier in der Kirchstraße 37 Kleidung bis Größe 46, Accessoires und Schuhe für die Frau. „Ich habe viele kleine Marken, die es in Bad Segeberg noch nicht gibt – deutsche, italienische, dänische“, sagt Mailien Knoll. Nach zehn Jahren im Einzelhandel hat die Bad Oldesloerin den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt.

Die Karl-May-Stadt gefällt ihr: Es gebe Kurgäste, Touristen und einen lebendigen Einzelhandel mit eigenen Aktionen. Einige Stammgäste hat sie mitgebracht; auf Instagram ist sie derweil ihr eigenes Model.

Mehr zum Einzelhandel

Das Traditionsgeschäft Leder Böttger schließt

Villwock gibt seine Bäckerei in junge Hände

Run auf Brillen: Geschäft enorm vergrößert

Sie ist nicht die einzige Newcomerin in der Innenstadt. In der Gastronomie hat sich einiges getan. So hat Bad Segeberg seit Kurzem wieder ein Steakhouse. Das „Fusion“ ist gegenüber des „City Grills“ eingezogen. Dort, wo einst das „Mediterran“ seine Gäste bediente. Gekauft hat das Haus Vivek Talwar (50). Als in Hamburg der Pachtvertrag für sein Restaurant auslief, hat er in Segeberg zugeschlagen.

Eröffnung nach zwei Monaten Umbau

Zwei Monate hat er die Räume komplett entkernen lassen. Sein Start am 22. Juni sei gut gewesen, sagt er. „Wir wollen aber die Segeberger überzeugen. Die meisten Monate kochen wir schließlich für sie.“ Die Resonanz ist bisher überwiegend positiv: Dutzende Kommentare auf Facebook zeugen von Zufriedenheit – und den ersten bunten Tellern.

Im „Fusion“ werde nichts vorbereitet, alles erst nach der Bestellung gekocht, erklärt Inhaber Talwar. „Anders kann man heute nicht mehr überleben.“ In der Hochsaison sorgen zehn Mitarbeiter dafür, dass auf den maximal 110 Sitzplätzen der Hunger gestillt wird.

Feierte am 22. Juni 2019 mit dem „Fusion“ Neueröffnung: Vivek Talwar kommt aus Indien, lebt seit 20 Jahren in Deutschland. Quelle: Irene Burow

Unweit entfernt hat am Marktplatz das „Ristorante Italia“ seine Türen geöffnet. Seit Himmelfahrt gibt es hier selbst gemachten Pizzateig, hausgemachte Nudeln und knapp 60 Sitzplätze. Inhaber Rajesh Kumar aus Indien, der noch besser auf den Namen „Renzo“ hört, hat vorher schon lange in Segeberger Restaurants gekocht und nun sein eigenes eröffnet.

Zeit für einen Tapetenwechsel war es für die „Spätschicht“. Die Feierabend-Bar ist von der Kirchstraße in die Hamburger Straße umgezogen. Seit Juni werden von Inhaber Alfonso Marey Veiga und seinen Mitarbeitern hier Cocktails und Tapas ausgegeben.

Gegenüber und nebenan war hingegen jüngst Ausverkauf: Der Hofladen Schönmoor hat zu Ende Juni sein Geschäft in der Hamburger Straße 20 aufgegeben. „Unser Fokus wird zukünftig wieder auf unseren bisherigen, bewährten Verkaufsfeldern und dem saisonalen Hauptgeschäft im Hofladen in Rickling-Schönmoor liegen“, hatte das Team um Inhaber Frank Gadow zum Abschied verkündet.

Beim Kaufhaus „Miller & Monroe“ sind die Fensterläden geschlossen. Kaum mehr als ein Jahr blieb das Modegeschäft in der Innenstadt: Erst im April 2018 wurde es eröffnet. Quelle: Irene Burow

Und auch im großen Modegeschäft Miller & Monroe sind seit Kurzem die Rollläden unten. Die Filiale in der Hamburger Straße 13-21 hatte kaum mehr als ein Jahr geöffnet. Die insolvente Modekette hat im Mai den Standort aufgeben müssen, zum Ärger mancher Kunden, die ihre Gutscheine nicht mehr einlösen konnten.

Bäckerei „Junge“ in die Böttger-Passage: Bisher nur Gerücht

Bereits seit einem Jahr steht am anderen Ende der Fußgängerzone die Leder-Böttger-Passage leer. Seit dem Frühjahr hält sich unter Segebergs Geschäftsleuten hartnäckig das Gerücht, dass die Bäckerei Junge in der Oldesloer Straße Einzug halten könnte. Die Annahme ist bisher jedoch nicht bestätigt worden.

Großes Interesse am Standort

Zweimal wurden LN-Anfragen inzwischen dementiert. „Wir haben grundsätzlich ein großes Interesse an einem Geschäft in Bad Segeberg, haben hier aber leider noch nicht die passenden Geschäftsflächen für unser Konzept gefunden – auch nicht in der Leder-Böttger-Passage“, hieß es schon im Frühjahr von Expansionsleiter Dr. Thomas Rupp. Gleiches ist aktuell noch einmal bestätigt worden.

Zweifelsohne würde die Bäckereikette für weitere Belebung in der Innenstadt sorgen – dürfte als Konkurrenz womöglich jedoch auf wenig Gegenliebe bei den ansässigen Brothändlern stoßen.

Januar 2019: Traditionsgeschäfte schließen

Anfang 2019 gab es viele Leerstände in der Innenstadt. Mit dem Juwelier Strüver war an der Oldesloer Straße ein Traditionsgeschäft verschwunden. Leder-Böttger stand da schon seit Monaten leer. Die beste Lage in der Innenstadt brachte auch dem Modegeschäft „Traum-Stück“ wenig. Gegenüber hatte zudem das Geschäft „Woll-Ideen“ geschlossen. Im Januar war zudem die – jetzt neu belebte – Filet-Immobilie des Restaurants „Mediterran“ an der Kirchstraße 40 zu haben. Und das Ladengeschäft an der Kurhausstraße, in dem vorher noch Stinshoff-Schuhe zu haben waren, steht schon länger leer.

Bad Segeberg hat nachgelassen. Die Stadt ist nicht belebt. Ich komme selbst von hier. Zum Shoppen fährt man nach Lübeck, Hamburg und Neumünster. In Bad Segeberg bietet sich das nicht mehr an“, kritisiert ein Betroffener. „Wir nehmen es nicht auf die leichte Schulter, aber bisher gibt es in Bad Segeberg nichts zu dramatisieren“, sagte Marlis Stagat, Vorsitzende des Unternehmervereins Wir für Segeberg (WfS), zur Situation im Januar. Man müsse differenzieren zwischen typischen Wechseln und längerem Leerstand. Die Leder-Böttger-Passage falle mit großer Fläche zwar auf, für kleine Lädchen werde aber noch gut Ersatz gefunden.

Ursachen könne man nicht pauschalisieren. „Die Gründe für eine Geschäftsaufgabe sind in Segeberg sehr vielschichtig“, sagte Stagat. Das könne das Alter oder die Gesundheit der Inhaber sein oder das schnelle Internetgeschäft. „Die Leute probieren sich heute öfter mit neuen Geschäftsideen aus, das war früher anders.“

Die Aktionen wie verkaufsoffene Sonntage, Frühlings- oder Kartoffelfest sowie Trödelmärkte kämen an. WfS möchte die Parkplatzsituation, Zugang zu freiem WLan, die Kundenbindung verbessern. Filialbetriebe sollen gezielt angesprochen werden.

Von Irene Burow

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