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Segeberg Neue Kaffee-Mehrwegbecher aus Bad Segeberg
Lokales Segeberg Neue Kaffee-Mehrwegbecher aus Bad Segeberg
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09:15 24.09.2019
Michael Andresen hat ein neues Pfandbechersystem auf den Markt gebracht. Unterschied zur Konkurrenz: Er verfügt über die Logistik, um die vielen Becher zu waschen. Quelle: Irene Burow
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Bad Segeberg

Schafft dieses neue Mehrwegbecher-Pfandsystem für Kaffee den flächendeckenden Durchbruch im Norden? Gründer Michael Andresen wurde mit seinem Bad Segeberger Unternehmen „cup & more“ von großen Bäckereiketten in Kiel ins Boot geholt. Über hundert Filialen sind dabei. In Bad Segeberg macht die Bäckerei Günther mit zwei Filialen mit, die Bäckerei Tackmann im Famila-Markt soll die nächste sein.

Cup & more aus Bad Segeberg bringt „Tobego“ auf den Markt

„Auf die Ketten kommt es an“, sagt Andresen. Deswegen habe sich ein Konkurrenz-System in Lübeck nicht durchgesetzt. Weil die Großen fehlten. Der bundesweit etablierte Konkurrent hat laut seiner Verbreitungskarte in Lübeck 20 Partner, acht sind es in Kiel. Die Kreise Segeberg, Herzogtum Lauenburg und Stormarn sind weitgehend weiße Flecken. Nur in Ostholstein sieht es etwas besser aus.

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Tobego-Kaffeebecher gibt es seit 16. September

Die Gründe, warum andere Bechersysteme sich nicht überall durchsetzen, seien vielfältig: keine Resonanz, keine Möglichkeit zur Reinigung vor Ort oder eine zu aufwendige, die Aufklärung der Verbraucher. „Cup & more“ wird deshalb zur ernsthaften Konkurrenz.

Am 16. September hat das Unternehmen seine „Tobego“-Kaffeebecher auf den Markt gebracht. Andresen: „Wir haben nicht geglaubt zu erreichen, was wir in Kürze der Zeit erreicht haben. Ich bin ziemlich sicher, dass wir wiederholen können, was in Kiel funktioniert.“ Dort hat das Studentenwerk Schleswig-Holstein bereits einige Hochschulmensen mit Segeberger Bechern ausgestattet. Interesse gebe es auch für die Standorte in Lübeck und Heide.

Das neue System funktioniert ähnlich wie bei anderen Herstellern. Jedoch ist Pfand auf Becher und Deckel zu zahlen – je einen Euro. Der Kunde kauft zusätzlich zum Getränk also das Gefäß mit – kann es bei Partnerfilialen wieder abgeben und bekommt das Pfandgeld zurück. Verkaufsgeschäfte können den Behälter selbst waschen oder „cup & more“ damit beauftragen.

Großkunden: Wacken Open Air und Kieler Woche

Denn die Bad Segeberger Newcomer in der Kaffeesparte haben einen entscheidenden Vorteil: Die Logistik, viele tausend Becher zu reinigen. Das Unternehmen blickt auf 30 Jahre Erfahrung zurück – mit Mehrweggefäßen für Großveranstaltungen. 1989 hatte Michael Andresen den Betrieb in Gönnebek (Kreis Segeberg) gegründet. „Da gab es noch nicht mal Tupperware“, sagt er.

Unternehmen in Zahlen

Die cup & more Andresen Mehrweglogistik e.K. bedient rund 2300 Kunden pro Jahr. 2,7 Millionen Becher lagern in Bad Segeberg in zwei Hallen. Hinzu kommen rund 200 000 Glühweintassen für Weihnachtsmärkte.

Am 15. Juni1989 gegründet, zog das Unternehmen aus Platzgründen 2014 nach Bad Segeberg um. Seit November 2018 gibt es eine zweite Lagerhalle. Ein Anbau sowie ein Lagerplatz für Container sind in Planung. Im März 2019 wurde ein Ableger in Leipzig, die cup & more east, gegründet. Partner gibt es zudem in Österreich, der Slowakei, der Schweiz und in Ungarn.

Offizieller Startmit den Kaffeebechern war im September 2019 in Kiel. 65 000 Tobego-Becher gibt es bislang, davon sind 40 000 im Umlauf. „Tobego“ steht übrigens für „To better go“. Neue Geschäftsfelder sind in Vorbereitung. So sei zum Beispiel das Interesse groß, auch für Joghurt und Früchtecocktails eine Mehrweg-Lösung zu finden.

Andresen war damals Vorsitzender der Landjugend in Schmalensee. „Nach dem Sommerfest riefen die Bewohner bei mir an, weil so viel Müll in den Vorgärten lag“, erinnert er sich. Er ging sammeln – und schließlich mit Mehrwegbechern auf den Markt. Rund 2,7 Millionen lagern heute im Gewerbegebiet Rosenstraße.

Das Kundenportfolio ist nach drei Jahrzehnten enorm. Allein auf der Kieler Woche sind 270 Gastronomen seine Becherkunden. Millionen Menschen benutzen sie: auch auf der Rostocker Hanse Sail, dem Wacken Open Air, dem dänischen Roskilde-Festival, dem Oktoberfest in Bad Segeberg und deutschen Weihnachtsmärkten. Die Spültechnik steht auf St. Pauli, in Dresden, in Erfurt. Zu Spitzenzeiten wurden auf dem Dresdner Striezelmarkt 8000 Becher pro Stunde gewaschen. Sechs Wochen lang waren 30 Personen nur damit beschäftigt.

Geballtes Wissen von 30 Jahren

Und nun also auch Kaffee. „Wir haben alle Fehler gemacht“, sagt der 52-Jährige. „In Tobego fließt unser geballtes Wissen.“ Was hinter seinem Unternehmen stecke, sei leistungsstärker als die Abläufe seiner Mitbewerber, ist er überzeugt. Das reiche von eigener Software und patentierter Spültechnik bis hin zum selbst entwickelten Reiniger und der Becherform.

„Wir haben es mit den Bäckern zusammen entwickelt“, erklärt Andresen. „Wir wollen nichts machen, was keiner braucht.“ Sie hätten genau hingehört, was Kunden wollen – und welche Probleme die Geschäfte lösen müssten. „Ein paar hundert, ein paar tausend Becher am Tag zu tauschen, das schaffen viele nicht.“ Er und seine Mitarbeiter seien seit Langem darauf spezialisiert. „Das funktioniert bis zum kleinen Kiosk.“

Diese Bechersysteme gibt es

Die Mehrweg-Bewegung für Kaffeebecher ist noch jung. Die Recup-Gefäße sind bundesweit verbreitet, darunter in Berlin, München und vielen anderen Städten. Die Firma wurde 2016 in München gegründet. 2019 machten bundesweit schon 2000 Partner mit.

Die Cupforcup GmbH ist in Düsseldorf beheimatet. Entsprechend ist der Becher im westlichen Deutschland verbreitet, vorwiegend im Ruhrgebiet und bis Bielefeld.

Rund um Hannover gibt es den Hannoccino-Becher, der in bislang 156 Wechselstuben getauscht werden kann. Darüber hinaus haben viele Städte ihren eigenen Becher entwickelt, darunter auch Freiburg, Oldenburg oder Essen. Teilweise wird mit etablierten Firmen kooperiert.

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Von Irene Burow

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