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Segeberg Marktplatz-Umbau: Der Brunnen bleibt, die Kirschbäume kommen weg
Lokales Segeberg Marktplatz-Umbau: Der Brunnen bleibt, die Kirschbäume kommen weg
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06:00 21.08.2019
Der Marktplatz von Bad Segeberg soll ein neues Outfit mit anderem Pflastersteinen bekommen. Die Zierkirschen am Rande des Platzes verschwinden, dafür sollen vier Säulenhainbuchen, teils auch nahe beim Brunnen gepflanzt werden. Quelle: Foto: Glombik
Bad Segeberg

„Riesengroßes Interesse“ sah Bauamtsleiterin Antje Langethal im gut gefüllten Bürgersaal. Wie bei einer Bescherung: Was haben sich die Landschaftsarchitekten aus Hamburg, vorweg Katharina Erzepky, ausgedacht, um den Bad Segeberger Marktplatz noch attraktiver zu machen? Das Wichtigste vorweg: Der Brunnen bleibt so wie er ist. Das war die größte Befürchtung zahlreicher Bad Segeberger gewesen, dass dieser schöne Treffpunkt durch beliebige Wasserspiele ersetzt werden könnte. Gleichzeitig solle der Platz aufgeräumt und auf den Brunnen „zentriert“ werden, so die Planerin. Die Mitte des Platzes solle durch Bäume und mögliche Begrünung betont werden. Dabei solle aber die Sichtachse von der Dahlmannschule auf die Marienkirche nicht zugestellt werden.

Randbereiche mit rötlichem Klinker

Revolutionär dürfte die neue Aufteilung des Grüns werden. Die Zierkirschen an den Rändern des Platzes sollen verschwinden, dafür die Randbereiche mit rötlichem Klinker gepflastert werden. Die Ränder sollen, statt wie jetzt zweieinhalb Meter, künftig vier Meter breit werden. Die Mitte des Platzes wird mit grauem Betonstein gepflastert. Katharina Erzepky sprach von einer Pflastergröße von 16 mal 24 Zentimetern mit Naturstein-Vorsatz. Sie hätte lieber „geköpften Granit“ genommen, aber das könne sich die Stadt finanziell nicht leisten.

Jörn-Peter Dau diskutierte mit der Landschaftsarchitektin Katharina Erzepky über die neuen Pflastersteine. Die sind billiger als Granit, müssen aus Kostengründen auf dem Marktplatz verwendet werden. Quelle: Glombik

Die Café-Tische sollen weg von den Hausfassaden und mehr in den Platz hinein rücken. Geplant sei es, vier Säulenhainbuchen, teils fast mitten auf dem Platz, zu pflanzen. Die blühen zwar längst nicht so schön im Frühling wie die Kirschen, seien aber pflegeleichter. Die Kirschen sei ohnehin durch engen Wurzelraum nur am „mickern“, hieß es von der Planerin.

Kirschbäume auf dem Marktplatz sollen verschwinden

Die Standorte der Bäume vor den Fassaden seien jetzt „unstimmig, ich würde sie auf alle Fälle wegnehmen“, empfahl die Planerin dringend. Vorteil: Die Zugänge zu den Geschäften werden dann leichter begehbar, die Geschäfte mehr auffallen und nicht mehr von den Bäumen zugedeckt. „Wir planen mit dem Bau Anfang 2021, vorher muss die Stadtvertretung das Konzept noch verabschieden“, erklärte Antje Langethal.

Bei der Vorstellung der Pläne für den neuen Markt herrschte großes Interesse im Bürgersaal Quelle: Glombik

Die Reaktionen bei den Bürgern waren geteilt. Die Marktbeschicker schimpften vor allem, dass sie nicht persönlich eingeladen worden waren. Die Bürger Bad Segebergs schien meist zufrieden, lobten auch. Ein Geschäftsmann fand es gut, dass die Stadt das Thema überhaupt anpacke. Jörn-Peter Dau stellte indes klar, dass es ihm bei der Planung das „Anheimelnde“ fehle. Der Marktplatz werde außerhalb der Geschäftszeiten von den Bürgern nicht angenommen, das werde noch durch die geplante Wegnahme der Bäume verstärkt, meinte er.

Große Hochbeete fielen Sparzwang zum Opfer

Tatsächlich sind auf dem Marktplatz große Pflanzbehälter vorgesehen gewesen, auch um den Platz besser zu strukturieren. Doch hier mussten rund 100 000 Euro eingespart werden. Vorerst gäbe es deshalb keine Hochbeete. Langethal hofft hier auf noch weitere Fördermittel. Inzwischen war man auf Gesamtkosten von 878 000 Euro gekommen, das liege weit über der zugesagten Förderung des Landes. Die Preise seien im Landschaftsbau innerhalb von zwei Jahren um bis zu 25 Prozent gestiegen.

Bauamtsleiterin Antje Langethal ist mit dem Marktplatz-Entwurf sehr zufrieden. Darauf könne man aufbauen und die Planung später weiterentwickeln. Quelle: Glombik

Anliegerin Kirsten Geißler lobte zwar, dass der Brunnen erhalten bleiben soll. Sie würde „aber eine Lanze für mehr Bäume auf dem Marktplatz brechen“. „Wir haben vier neue Bäume und verlieren etwa zehn Bäume.“ Schade sei es um die Blütenpracht der Kirschen im Frühjahr. Besser sei es weniger Bäume auf dem Marktplatz zu pflanzen, diese aber besser zu versorgen, entgegnete ihr die Planerin.

Naturstein gegen Beton eintauschen

Architekt Torsten Simonsen sprach von einem „Luxusproblem“, das die Bad Segeberger hätten. Wie könne man nur ein altes Natursteinpflaster gegen ein Betonpflaster eintauschen? „Ich habe nicht den Eindruck, dass es für Rollstuhl- und Rollator-Fahrer größere Behinderungen auf dem Marktplatz gibt.“ Stichwort Barrierefreiheit: Genau das sei aber der Grund dafür, dass es vom Land reichlich Fördermittel für den Umbau des Marktplatzes geben soll, stellt Bauamtsleiterin Langethal klar. Daran müsse vordringlich gearbeitet werden. Dazu dienen auch die acht im Boden versenkbaren „Elektranten“. Von den Stromsäulen könne auch die Marktbeschicker ihren „Saft“ beziehen. Damit zur Marktzeit nicht mehr überall Kabel-Stolperfallen lauern. Die jetzt vorliegenden Entwürfe werden noch den Politikern vorgelegt. Und aller Wahrscheinlichkeit nach werden diese sich auch noch die Köpfe heiß reden. . .

Von Wolfgang Glombik

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