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Segeberg Neue Pläne für die Kreisverwaltung
Lokales Segeberg Neue Pläne für die Kreisverwaltung
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21:10 29.05.2018
Nadelfilz statt Kautschuk: Jugendamt-Mitarbeiter klagten über Ausdünstungen aus dem Fußbodenbelag. Jetzt wird Teppich verlegt.
Nadelfilz statt Kautschuk: Jugendamt-Mitarbeiter klagten über Ausdünstungen aus dem Fußbodenbelag. Jetzt wird Teppich verlegt. Quelle: Fotos: Glombik
Bad Segeberg

Ursache waren Ausdünstungen aus dem Kautschukfußboden, der dort erst 2017 verlegt worden war. Nachdem 30 Mitarbeiter des Bad Segeberger Jugendamtes erst in das alte Ex-Hellberg-Bürohaus in der Außenstelle Rosenstraße 28 gezogen waren, mussten diese jetzt wieder zurück in die Zentrale an die Hamburger Straße ziehen. Grenzwerte für chemische Stoffe seien aber nach Auskunft des Kreises nicht überschritten worden. Nach Mitteilung der Kreissprecherin Sandra Müller sei für den Arbeitgeber nicht nachvollziehbar, welche Gründe es jeweils für eine Arbeitsunfähigkeit gebe. Aber es habe „sehr unterschiedliche Symptome“ gegeben: von Hautreizungen über Atembeschwerden bis hin zu Übelkeit. Die Geruchsbelästigung sei durch Ausdünstungen aus dem Kautschukfußboden entstanden. Es wurde nun ein neuer Fußboden aus Nadelfilz verlegt.

Hoffentlich ist das kein böses Omen für das geplante 18-Millionen-Projekt „Kreishauses II“ im Bad Segeberger Gewerbegebiet: Das Jugendamt zog aus einem Bürohaus nebenan aus, nachdem Mitarbeiter über Hautreizungen, Atembeschwerden bis hin zu Übelkeit geklagt hatten.

„Es gab sehr unterschiedliche Symptome: von Hautreizungen über Atembeschwerden hin zu Übelkeit.Sandra Müller

Kreissprecherin

Doch nicht die Mitarbeiter des Jugendamtes sollen nach erfolgter Sanierung wieder in das Haus zurückkehren. Nein, noch im Juni wird dorthin die Immobilienverwaltung des Kreises mit dem Gebäudemanagement wechseln. Aus „organisatorischen Gründen“ teilte die Behörde mit.

Das macht durchaus Sinn, denn in unmittelbarer Nachbarschaft des alten Bürogebäudes sollen die Pläne für das 18 Millionen teure Bürohaus für die Kreisverwaltung verwirklicht werden.

Wegen der erforderlichen Änderung des Bebauungsplanes hatte Michaela Lexau, Architektin der Immobilienverwaltung des Kreises, den Gremien der Stadt Bad Segeberg die Pläne in der Rosenstraße 28 vorgestellt. Dabei wurde auch das Geheimnis gelüftet, wie das neue Kreisverwaltungsgebäude auf dem jetzigen Gelände mit den alten Hallen und dem Betonplatz errichtet werden soll. Diese vorläufige Planung könnte sich aber noch ändern, betonte Kreissprecherin Sandra Müller gegenüber den LN.

Auf dem jetzt kreiseigenen Gelände, dass die Firma „Becker Bau“ vor acht Jahre noch als Sanierungsanlage für verunreinigte Böden aufgerüstet hatte, soll der 18-Millionen teure Verwaltungkomplex in Winkel-Bauweise errichtet werden. Der Kreis möchte „die außenstehenden Liegenschaften zusammenziehen“, berichtete Michaela Lexau im Bauausschuss. Durch Änderungen im Bebauungsplan sollen darüber hinaus auch Erweiterungsflächen möglich sein.

Bislang war auf dem Grundstück nur Zweigeschossigkeit mit einer Traufhöhe von sieben Metern vorgesehen. Jetzt möchte der Kreis hier dreigeschossig bauen. Die mögliche Gebäudelänge wird von 60 auf 90 Meter verlängert. Ermöglicht werden soll eine Betriebskantine und ein Betriebskindergarten für die Kreis-Mitarbeiter.

Die jetzt vorgelegte Planzeichnung sei eine Ideenskizze, aber mit den vorgelegten Plänen bliebe man innerhalb der Baugrenzen, erklärte Architektin Lexau. Auch der Schutzstreifen an einem Knick werde nicht angetastet. In dem neuen Kreishaus, „etwas ab vom Schuss“, würden bis zu 167 Arbeitsplätze entstehen. Für eine Erweiterungsfläche könnte der Parkplatz auch noch erweitert werden. Für die Stadtpolitiker war das alles „ein Selbstgänger“: Auch in der Stadtvertretung gab es nur Zustimmung für das Bauleitverfahren.

Wolfgang Glombik

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