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Segeberg Neues Pflegezentrum in Wahlstedt: Gesellschaft investiert 19 Millionen Euro
Lokales Segeberg Neues Pflegezentrum in Wahlstedt: Gesellschaft investiert 19 Millionen Euro
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19:12 21.08.2019
Christian Nitsche, Wahlstedts Bürgermeister Matthias Bonse, Wilhelm Kuhrt und Volker Böbs (v. l.) präsentieren die Pläne: Zwischen Rendsburger- und Dorfstraße entsteht ein Fachpflegezentrum. Quelle: Heike Hiltrop
Wahlstedt

Es hat lange gedauert. So lange, dass sich mancher in der Stadt schon gefragt hat, ob es überhaupt etwas wird, mit dem angekündigten Fachpflegezentrum zwischen Rendsburger- und Dorfstraße. Erst in der vergangenen Woche kam die Baugenehmigung. Endlich konnten die Arbeiten beginnen. Der Name steht auch schon fest, es wird das neue „Haus Wahlstedt“.

Heimverwaltungs- und Vemietungsgesellschaft investiert

In den kommenden Monaten sollen hier zwei Gebäude mit 150 Betten, Tiefgarage, Außenanlagen und verschiedenen Angeboten rund um die Pflege entstehen. 19 Millionen Euro investiert die Heimverwaltungs- und Vermietungsgesellschaft, kurz HVVG, in das Projekt.

Seit 2018 hofft die Stadt auf den Baubeginn

Seit knapp fünf Jahren sei er sicher, dass ein Fachpflegeangebot für Gerontopsychiatrie und Psychosomatik nach Wahlstedt passe, erinnert sich Grundstückseigentümer Wilhelm Kuhrt (86), der das 6500 Quadratmeter große Areal 1995 im Tausch gegen Wohnungen bekommen hatte. 2016 ist der geschäftsführender Gesellschafter der HVVG mit der Idee an die Stadt herangetreten. Im Dezember 2016 wurden die Pläne öffentlich ausgelegt. Und als am 3. Juli 2017 der Satzungsbeschluss gefasst war, „hatten wir alle gehofft, dass spätestens 2018 losgeht“, fasst Bürgermeister Matthias Bonse (CDU) zusammen. Doch der Baubeginn zog sich bis jetzt hin.

Besonderes Konzept macht Bau zwei Millionen Euro teurer

„Es waren eine Menge Details vor allem im Brandschutz zu regeln“, sagt Kuhrt. Der Vorteil, den er sieht: Durch die Verzögerung werden nun beide geplanten Häuser nahezu zeitgleich fertig, statt mit einem Abstand von gut einem Jahr. Vor allem das Raumkonzept, unter anderem mit großem Atrium im Herzen beider Häuser, habe den aufwendigen Brandschutz nötig gemacht, ergänzt Geschäftsführer Christian Nitsche. „Für die Menschen, die hier wohnen werden, ist das Konzept ein Traum, betriebswirtschaftlich aber teuer. Etwa zwei Millionen Euro Mehrkosten haben wir dadurch.“

Zunächst entsteht „Haus B“ mit Zufahrt von der Dorfstraße: Knapp 90 Betten, nahezu ausschließlich in Einzelzimmern, für an Demenz erkranke Menschen soll es geben plus elf Appartements mit einer Größe bis 35 Quadratmetern für betreutes Wohnen. Dazu wird eine Tagespflegeeinrichtung mit 21 Plätzen geschaffen.

Zwei Häuser mit getrennten Zufahrten

Der Baubeginn von „Haus A“, dessen Zufahrt an der Rendsburger Straße liegen soll, ist vier Wochen später geplant. Hier sollen gut 60 stationäre Plätze für jüngere Menschen geben, die durch den Konsum von Rauschgift, in der Fachsprache psychotrope Substanzen, dauerhaft erkrankt sind. Daneben sollen 13 Ein-Zimmer-Appartements für diejenigen Patienten entstehen, die austherapiert und auf dem Weg zurück in ein eigenständiges Leben sind.

Logopädische und Praxis für Physiothjerapie

Außerdem bieten die 14 300 Quadratmeter über zwei Stockwerke plus Staffelgeschoss zusätzlichen Raum für eine logopädische Praxis sowie eine für Physiotherapie. Damit werde das Angebot in der Stadt ergänzt.

Mietvertrag Haus Wahlstedt an der Waldstraße endet

Etwa 130 Arbeitsplätze sollen geschaffen werden, doch nicht alle sind neu. Denn mit der Fertigstellung steht der Umzug von Mitarbeitern und Bewohnern des bisherigen „Haus Wahlstedt“ in der Waldstraße an. 2014 hat die HVVG die Einrichtung, die als Leuchtturmprojekt für Demente galt, von der evangelischen Stadtmission Kiel übernommen. Grundstück und Gebäude gehören der Wankendorfer Wohnungsbaugenossenschaft. Der Mietvertrag läuft aus.

Hier entstehen zwei Gebäude mit 150 Pflegebetten und betreuten Apartments

Die jetzige Einrichtungsleiterin Christina Weltermann-Bredenbals soll später die Tagespflege übernehmen. Das neue „Haus Wahlstedt“ soll Gülhayat Kasar führen. Derzeit leitet sie das Senioren- und Fachzentrum „Haus an der Stör“ in Itzehoe.

Die HVVG in Zahlen

5500 Bettenin 18 stationäre Einrichtungen in Schleswig-Holstein, Berlin, Hamburg, Niedersachsen und Hessen zählt die Unternehmensgruppe der Heimverwaltungs- und Vermietungsgesellschaft, kurz HVVG. Jede Einrichtung ist eine eigenständige Gesellschaft.

Sechs Ambulante Pflegedienstegehören zur HVVG

3300 Mitarbeitersind zusammengenommen bei den Gesellschaften beschäftigt, gut 100 sollen in Wahlstedt dazukommen. Die HVVG selbst hat laut Bundesanzeiger 19 Mitarbeiter.

25 Jahreist die HVVG mit Sitz in Halstenbek (Kreis Pinneberg) nach eigenen Angaben im Bereich Pflege am Markt.

Christian Nitsche und Wilhelm Kuhrt hoffen, dass der Neubau noch 2020 bezugsfertig ist. Architekt Volker Böbs schätzt dagegen den Bauabschluss eher auf Frühjahr 2021. Einig sind sie sich über das Richtfest im Sommer 2020.

Von Heike Hiltrop

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