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Segeberg Neujahrsempfang Kreishandwerk Mittelholstein
Lokales Segeberg Neujahrsempfang Kreishandwerk Mittelholstein
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16:34 02.02.2019
Rote Karte für das bürokratische Vergabeverfahren gab's von den rund 130 Gästen auf dem Neujahrsempfang der Kreishandwerkerschaft Mittelholstein. Quelle: Heike Hiltrop
Bad Segeberg

 Die Nachwuchswerbung ist und bleibt ein Schwerpunkt in der Arbeit der Kreishandwerkerschaft Mittelholstein. Das wurde beim Neujahrsempfang im Vitalia Seehotel mit knapp 130 Gästen aus Politik und Wirtschaft deutlich. „Die Situation für uns ist nach wie vor gut. Die Auftragsbücher sind voll. Durch die Bank“, freut sich Kreishandwerksmeister Michael Kahl. „Aber ich wünsche mir, dass wir mehr Jugendliche gewinnen können, die ein Handwerk erlernen wollen.“

Das Handwerk stellt allerhand auf die Beine, um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken. Ferienaktionen, Kooperationen mit Schulen, die Jugendliche mit Innungsbetrieben zusammen bringen, zählte Michael Kahl auf. Vom Modellprojekt „Azubi-Workshop Praxis in Schule“ mit Innungsbetrieben und Schülern des BBZ Segeberg, sowie der ersten „Lehrstellenrallye Handwerk“ verspricht man sich viel. „Ich möchte nicht wissen, wie unsere Ausbildungszahlen heute aussehen würden, wenn wir vor zehn Jahren nicht unsere große Ausbildungskampagne gestartet hätten“, erinnert Günther Stapelfeldt, der scheidende Kammerpräsident. Ebenso wichtig wie der Nachwuchs sei es, die Betriebsnachfolge zu regeln, mahnte er und erinnerte daran, dass die Chefs in 35 Prozent der Handwerksbetriebe im Kammerbereich älter als 55 Jahre seien. Gleichzeitig lobte er das auf den Weg gebrachte Meisterstipendium, das seien Teil zur Betriebsnachfolge leisten werde.

Kreis Handwerksmeister Michael Kahl: „Es wäre schön, wenn auch Segeberg eine Gruppe bekäme, die die Schwarzarbeit bekämpft.“

Von Moderator Carsten Kock, der locker durch den Vormittag führte, auf eine Benotung der allgemeinen Situation angesprochen, gibt es von ihm eine Zwei plus. Problem sei aber auch die florierende Schattenwirtschaft. „Es wäre schön, wenn auch Segeberg eine Gruppe bekäme, die die Schwarzarbeit bekämpft.“ Ein anderes Problem stelle das bürokratische Vergabeverfahren da. Es sei gelungen, das Verfahren so kleinteilig und hoch kompliziert zu machen, dass da keine Ingenieure mehr dran arbeiten, sondern Rechtsanwälte, kritisierten Kahl und Stapelfeldt. Dafür gab es vor Ort die Rote Karte von vielen Gästen. Allerdings ist die Politik gerade dabei nachzubessern.

Neujahrsempfang der Kreishandwerkerschaft Mittelholstein

Applaus gab es hingegen für Malermeister Siegfried Jessen (74) aus Seth, der mit dem goldenen Meisterbrief geehrt wurde, und seit 50 Jahren den Meisterbrief in der Tasche hat und sich seit vielen Jahren ehrenamtlich für sein Handwerk engagiert. Engagement zeigte auch die Handwerksjugend beim Leistungswettbewerb. Gleich fünf mittelholsteinische Junggesellen gehören zu Schleswig-Holsteins Spitze. Darunter Land- und Baumaschinentechniker Hendrik Heisch aus Bimöhlen aus dem Betrieb Timm Landtechnik in Rickling, als dritter Landessieger.

Heike Hiltrop

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