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Segeberg Für Bad Segebergs Radler: Udo Nickel will viel in Bewegung bringen
Lokales Segeberg Für Bad Segebergs Radler: Udo Nickel will viel in Bewegung bringen
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17:55 09.01.2019
Radfahrbeauftragter Udo Nickel hat schon viele Vorschläge, wie Bad Segeberg attraktiver für Radler werden kann. Quelle: GLOMBIK
Bad Segeberg

Man muss das Rad ja nicht neu erfinden. Viele Ideen gab es schon in den vergangenen Jahrzehnten für einen attraktiveren Fahrradverkehr, doch jetzt hat Bad Segeberg mit Udo Nickel einen Radverkehrsbeauftragten, der offiziell die Sache mit der fahrradfreundlichen Stadt in die Hand nimmt.

Schluss jetzt mit „hätte, hätte – Fahrradkette“, Konkretes soll entstehen. Er arbeite eng mit dem Kreis-Radverkehrsbeauftragten Joachim Brunkhorst zusammen. Einiges sei angeschoben worden, berichtet Udo Nickel und nennt Beispiele. Erinnern Sie sich? Vor fast zehn Jahren gab es Pläne für ein Mobilitätszentrum „Räderwerk“ am Bad Segeberger Bahnhof. Daraus ist nie etwas geworden. Jetzt möchte Udo Nickel zumindest für sichere und bessere Fahrradstellplätze am Bad Segeberger Bahnhof sorgen und gleichzeitig dort eine Servicestelle für Fahrradreparaturen etablieren. Es soll ein soziales Projekt werden für Menschen mit geringem Einkommen, verrät Nickel schon jetzt. Sein Ziel: Er möchte den Radverkehr besonders für Berufspendler in Kombination mit dem Bahnfahren attraktiv machen.

Statt Räder am Bahnhof provisorisch unterzustellen, könnte man hier Fahrräder auch in abschließbaren Gitterboxen sicher unterstellen. „Der Bedarf ist absolut da, die schon jetzt vorhandenen Fahrradstellplätze sind meist vollgestellt“, hat Nickel beobachtet. Doch viele trauten sich derzeit gar nicht, dort ungeschützt ihre teuren Velos abzustellen, nehmen für die Tour zur Nordbahn lieber ihre „Gammel-Fahrräder“. Problem: Die sind oft nicht besonders verkehrssicher.

Kostenlose App für Radler auf dem Mönchsweg

Wer den Radfernweg „Mönchsweg erkunden möchte, kann sich auch über eine kostenfreie App informieren. Ab diesem Jahr ist die App nach Angaben des Vereins Mönchsweg/Lebensraum Zukunft auch für iOS-Nutzer verfügbar. Kurzweilig vermitteln Audios, Kurzfilme und Lesetexte ausgewählte Geschichten zu historischen Orten und Ereignissen. Erzählt wird aus Sicht von Bruno von Faldera, einem Schüler des Missionars und Bischofs Vicelin (um 1090 – 1154).

Die App stand bisher nur für Android-Smartphones zur Verfügung. Sie funktioniert auch offline und ist mit Standortverfolgung auf zoombarer Karte sowie Informationen zu Kirchen, Unterkünften, Gastronomie und Fahrradservices ein idealer Reisebegleiter. Vorerst beinhaltet die App den Abschnitt in Schleswig-Holstein. Ausgearbeitete Tages- und Wochenendtouren ab Hamburg, Kiel, Lübeck und Neumünster erleichtern die spontane Tourenplanung. Die App-Entwicklung wurde mit Mitteln aus dem Landesprogramm Wirtschaft und dem Förderfonds Hamburg/Schleswig-Holstein der Metropolregion gefördert, teilt der Verein mit.

Tipps und Informationen zur gesamten Route von Bremen bis Fehmarn bietet eine kostenlose Broschüre mit Unterkunftsverzeichnis. Sie ist bei der zentralen Infostelle (Tel. 04 31/ 128 508 73) oder online unter www.moenchsweg.de erhältlich. Hier kann man sich auch individuell zur Reiseplanung beraten lassen oder das Radtourenbuch Mönchsweg mit Detailkarten im Maßstab 1:50.000 anfordern (Verlag Esterbauer, 14,90 Euro).

Der durchgängig beschilderte Mönchsweg folgt den Spuren der Mönche, die einst das Christentum in den Norden brachten. Von der Weser über die Elbe bis zur Ostseeküste führt die Route durch die vielseitigen Landschaften Norddeutschlands und zu über 100, jahrhundertealten Kirchen.

Udo Nickel ist ausdrücklich nicht immer ans Rad „gekettet“. Als Leiter der Ergotherapeuten-Schule in Bad Segeberg hat er Außentermine wahrzunehmen. „Ich fahre deshalb auch Auto oder Motorrad.“ Dabei sei Fahrradfahren als Fortbewegung nicht nur gesünder, sondern habe für ihn selbst „einen hohen sozialen Stellenwert“. Als städtischer Radfahrbeauftragter, der sich auch schon mal einen Spruch anhören muss, wenn ihn jemand hinter dem Steuer seines Wagens „erwischt“, sieht er sich in einer Art „Sandwich-Situation“. Er stecke mit seinem Ehrenamt genau zwischen Bürgern, Verwaltung und Politik, sieht sich so auch als Mittler. Er arbeite eng mit der Behinderbeauftragten Marianne Böttcher, Bauamtsleiterin Antje Langethal und Stadtplanerin Ute Held-Leal zusammen.

Da gehe es teilweise um Themen wie Bordsteinabsenkungen, die Rollstuhlfahrer und Radfahrer gleichermaßen fordern. Auch mit dem Klimaschutzexperten der Stadt sei er in Kontakt. Für den 20. März sei schon ein gemeinsamer Info-Stand auf dem Wochenmarkt geplant. Gleichzeitig möchte Nickel mit der Verkehrswacht einiges auf die Beine stellen, Fahrradschulungen für Migranten-Schüler zum Beispiel. Geplant sei auch im Sommer ein großer Fahrradfahrer-Gottesdienst an der Bad Segeberger Marienkirche.

Auch die Verkehrswege stehen auf seiner Agenda: Probleme gebe es für Radfahrer gerade auf den Querstraßen zwischen Ziegelstraße und Kurhausstraße. Das hänge mit der schlimmen Parksituation zusammen. Nickel: „Es gibt viele Stellen in Bad Segeberg, wo die Stadt ihre Fahrradwege sanieren muss.“ Vorschläge wurden schon einige an ihn herangetragen. Und ein 80-jähriger E-Bike-Fahrer, der etwa 6000 Kilometer jährlich herunterreißt, habe angeregt, die alte Kleinbahntrasse zwischen Bad Segeberg und Klein Rönnau als Radschnellweg auszubauen. Nickel will die Idee weiterverfolgen.

Hier könnte ein grüner Rechtsaabiegepfeil nicht nur Radfahrern, sondern auch Autofahrern helfen. Udo Nickel hat einige Vorschläge für Bad Segebergs Radverkehr. Quelle: GLOMBIK

Mona Wagemann, Parteifreundin von den Grünen, habe ihm die Idee gesteckt, an der Einfahrt zum Bahnhof, Höhe der Kfz-Firma ATU, doch den „DDR-Rechtsabbiegepfeil“ einzuführen. Dann müssten dort nicht Auto- und Radfahrer an der Ampel so lange warten. Nickel will jetzt das Gespräch mit allen Fraktionen suchen. Er sei zwar Grüner, als Radverkehrsbeauftragter aber überparteilich. Nickel: „Die Leute sollen merken, dass etwas passiert.“ Wer noch Ideen hat, kann sich über info@rad-se.de an ihn wenden.

Wolfgang Glombik

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