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Segeberg 24 Stunden auf dem Kettcar: Die Sieger stehen fest
Lokales Segeberg 24 Stunden auf dem Kettcar: Die Sieger stehen fest
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21:45 11.08.2019
24-Stunden-Rennen in Geschendorf: die Magenta Monkeys Westerrade mit Skelett. Quelle: Petra Dreu
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Geschendorf

Sie haben wieder gesiegt: Zwei Mal belegte das Team „No Phuture“ aus Großenbrode den 1. Platz bei den 66-Meilen Rennen. Am Sonntag sicherten sie sich mit 1784 Runden auch den großen Wanderpokal des 24-Stunden-Rennens in Geschendorf. Den zweiten Platz belegten die Dorfraketen Weede mit 1714 Runden, gefolgt von den Geschendorfer Piraten (1615 Runden), Magenta Monkeys Westerrade (1549), Nextwerk (1498) und den Pfadfindern vom Stamm Siedlung Lüneborg (1298).

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Das Rennen selbst erinnerte zeitweise an das allererste, als die Teams nicht nur gegeneinander kämpften, sondern sich zusammen gegen Kälte, Wind und Dauerregen stemmen mussten. Zwar war das Wetter am Freitag nicht ganz so schlimm, aber vom Start an hat es sechs Stunden lang mal mehr mal weniger heftig geregnet. „Unser Belag aus Malenter Deckkies ist weg. Das hatten wir noch nie“, schaute Michael Köpke von der Rennleitung entgeistert auf die Rennpiste des Kettcardroms.

Starke Kinder im Team „Nextwerk“

Je weicher die Strecke wurde, desto mehr Kraft mussten die Fahrer für den Tritt in die Pedale aufwenden. Das ging an die Substanz. So sehr, dass das Team „Nextwerk“ bereits um 4.30 Uhr in der Nacht das Handtuch werfen wollte. Die Rechnung aber hatten die Nextwerker ohne ihre jüngsten Fahrer Louise und Moritz Brendel gemacht. Die beiden einzigen Kinder des Teams fuhren einfach weiter und überzeugten schließlich auch ihre erwachsenen Teamkollegen.

80-Jährige drehte zwei Runden

Besonderen Besuch bekam Matthias Ohm aus dem Team der „Mangenta Monkeys“ aus Westerrade. Seine Oma Ulla Sprick (80) aus Erfte im Kreis Schleswig-Flensburg stattete dem Rennen einen Besuch ab. Ihr geheimster Wunsch, selbst eine Runde auf dem „Kettcardrom“ zu drehen, wurde prompt erfüllt. „Wir haben alle Teams gefragt, ob sie damit einverstanden sind. Sie waren es“, erläuterte Michael Köpke.

So war der große Kraftakt.

Doch nicht nur das. Die Pfadfinder „Siedlung Lüneborg“ haben für die Aktion sogar ihren eigenen fahrbaren Untersatz zur Verfügung gestellt, damit Oma Ulla bequemer sitzen konnte. „Das war eine tolle Aktion. Das ganze Rennen hat einen absolut fairen und kollegialen Ablauf. Das macht richtig Spaß“, sagte Michael Hiebert, der ebenfalls zur Rennleitung gehört, die in diesem Jahr mit Nachwuchskräften aufgestockt wurde.

Rennen begann und endete mit Regen

So, wie das Rennen begann, endete es auch – mit Regen. Davon jedoch ließen sich die Fahrer nicht beeindrucken. Sie trotzten allen Widrigkeiten. Das taten auch die Zuschauer, die die letzten Rennminuten unter Regenschirmen oder aus den aufgestellten Zelten verfolgten.

In der Boxengasse glänzten die „Geschendorfer Piraten“ wieder mit dem schönsten Stand, der sogar mit einer Aussichtsplattform ausgestattet war und einen Überblick über das „Kettcardrom“ zu bieten hatte. Mitgebracht hatten sie auch eine große Piratenfigur, ein treuer Begleiter bei allen Rennen. Zum ersten Mal fand es ohne ihren Fahrer Frank „Butschi“ Losser statt, der im vergangenen Jahr bei der Arbeit tödlich verunglückt war. Nach einer Schweigeminute zu Beginn des Rennens erklang sein Lieblingslied: „The long way home“ von Supertramp.

Von Petra Dreu