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Segeberg Nordbahn immer noch im Ausnahmezustand
Lokales Segeberg Nordbahn immer noch im Ausnahmezustand
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22:30 19.01.2015
Am 1. August brannte im Bad Segeberger Bahnhof ein Zug der Nordbahn. Die Schadensursache ist noch unklar. * Quelle: jwu
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Bad Segeberg

Am 1. August 2014 war ein Triebwagen der Nordbahn in Brand geraten, als dieser in Bad Segeberg einfuhr. Ein Großaufgebot der Feuerwehr hatte den Brand schnell unter Kontrolle bekommen. Der Schaden wurde damals auf 200 000 Euro geschätzt. Fünf Monate nach dem Unglück befindet sich die Nordbahn immer noch in einer Art Ausnahmezustand. Die Reparatur am Lint-Triebwagen ist immer noch nicht beendet. Durch den fehlenden Triebwagen ist die mit Kiel vertraglich vereinbarte Doppeltraktion mit zwei gekoppelte Zügen im morgendlichen Berufsverkehr auch bei starken Pendlerandrang nicht möglich.

Im Video hatten wir über den Brand berichtet:

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Eine Sprecherin der Nordbahn teilte auf Anfrage der LN mit, dass der Triebwagen erst im Februar wieder auf die Strecke gehen werde. „Wegen der umfangreichen Brand- und Löschwasserschäden steht das Fahrzeug zur Aufarbeitung bei der Herstellerfirma Alstom GmbH in Salzgitter. Wir erwarten das Fahrzeug im Februar zurück und werden dann die Doppeltraktion einsetzen.“ Zurzeit werde eine Fahrt morgens von 6.37 Uhr ab Neumünster mit Bussen verstärkt, teilte die Sprecherin mit. Die exakte Schadenshöhe könne die Nordbahn fünf Monate nach dem Brand nicht sagen, auch nicht die Ursache. „Es gibt noch kein abschließendes Untersuchungsergebnis.“

Die Doppeltraktionszüge waren 2011 die Attraktion des neuen zehnjährigen Vertrages, den die Nordbahn als Betreiberin abgeschlossen hatte. Dass jetzt ersatzweise nur ein Busverkehr angeboten werde, sei „unbefriedigend und kein Ruhmesblatt für die Nordbahn“, kritisierte Birger Wolter, Sprecher des Fahrgastverbandes Pro Bahn im Norden. Es sei „bedauerlich“, dass sich die verschiedenen Bahnanbieter bei Ausfällen kaum aushelfen könnten, weil die verschiedenen Lint-Triebwagen nicht zueinander passten. Sonst hätte man ein anderes Fahrzeug mieten können, damit die Doppeltraktion-Züge auf die Strecke gehen können. In Niedersachsen haben verschiedene Betreiber für derartige Ausfälle ein Fahrzeug-Pool eingerichtet.

Für Wolter ist erstaunlich, dass der Lint-Triebwagen nach dem Brand überhaupt noch zu reparieren war. In solchen Fällen habe es oft Totalverluste gegeben. Er schätze die Schadenshöhe beim Lint im Millionenbereich.

wgl