Norderstedt: Finanzdienstleister Serrala baut neue Firmenzentrale am Nordport
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Segeberg Serrala: Internationaler Finanzdienstleiter zieht in den Kreis Segeberg
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Norderstedt: Finanzdienstleister Serrala baut neue Firmenzentrale am Nordport

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09:00 16.09.2021
Serrala-Chef Sven Lindemann begutachtet die neue Großbaustelle am Norderstedter Südportal, wo sein Unternehmen zurzeit die neue Firmenzentrale für 400 Beschäftigte baut.
Serrala-Chef Sven Lindemann begutachtet die neue Großbaustelle am Norderstedter Südportal, wo sein Unternehmen zurzeit die neue Firmenzentrale für 400 Beschäftigte baut. Quelle: Burkhard Fuchs
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Bei der Größe der Baustelle lässt sich zurzeit nur erahnen, was hier innerhalb des nächsten Jahres entstehen soll. Direkt hinter den drei Rundtürmen am Südportal des Nordport-Areals, unmittelbar vor der Landebahn des Hamburger Flughafens, baut zurzeit der nächste dicke Fisch, den sich die Norderstedter Entwicklungsgesellschaft (EgNo) geangelt hat.

Das Hamburger Unternehmen Serrala, ein international agierender Finanz-Dienstleister, investiert 50 Millionen Euro in seine neue Firmenzentrale. Ende 2022 will der bundesweite Marktführer für Software zur Optimierung von betrieblichen Finanzprozessen mit 400 seiner 700 weltweiten Mitarbeiter komplett nach Norderstedt umziehen.

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Unternehmensstandort bietet gute Lage

„Alles läuft nach Plan“, sagt der geschäftsführende Gesellschafter Sven Lindemann beim Baustellen-Termin. Die Coronakrise habe das Projekt nur um ein paar Monate verzögert. Aber durch die rasche Baugenehmigung aus dem Norderstedter Rathaus sei wieder Zeit aufgeholt worden. Sogar der Termin für das Richtfest steht schon. Das soll im März nächsten Jahres groß gefeiert werden, kündigt Lindemann an. Wegen Corona habe er beim offiziellen ersten Spatenstich zum Baubeginn im Sommer darauf verzichtet.

Der Standort am südlichen Stadtrand von Norderstedt sei für das Unternehmen ideal, weil es so verkehrsgünstig nah der Autobahn 7 und dem Hamburger Flughafen liegt, sagt der Chief Executive Officer (CEO) von Serrala, dessen Vater Herbert Lindemann die Firma 1984, damals noch an der Rothenbaumchaussee mitten in Hamburg, gegründet hat.

„Die Norderstedter Verwaltung hat sich sehr flexibel gezeigt“, lobt Lindemann, der selbst einmal in Norderstedt gelebt hat und heute in Henstedt-Ulzburg wohnt, sodass sich Serrala für das Grundstück auf der Norderstedter Seite des Flughafens entschieden habe. Denn Serrala habe zweigleisig geplant und auch ein Grundstück auf der anderen Seite des Flughafens in Hamburg-Niendorf im Auge gehabt.

Casio, Tesa und Condair sind bereits vor Ort

Ein Lob, das EgNo-Geschäftsführer Marc-Mario Bertermann natürlich freut und das er gerne zurückgibt: „Intensiv und kooperativ haben wir gemeinsam mit Serrala die beste Lösung erarbeitet“, sagt Bertermann. Die EgNo entwickelt kommunale Gewerbegrundstücke für die Stadt und vermarktet seit rund 15 Jahren den Nordport als Vorzeige-Gewerbegebiet für Norderstedt.

Hinter den drei Rundtürmen am Südportal direkt am Hamburger Flughafen gelegen soll der neue Bürokomplex entstehen. Quelle: Burkhard Fuchs

„Natürlich freuen wir uns, mit Serrala nun ein weiteres, international tätiges Unternehmen in Norderstedt ansiedeln zu können“, sagt Bertermann. Nach der Europa-Zentrale des japanischen Elektronikherstellers Casio, der Ansiedlung des Tesa-Konzerns mit gut 1000 Mitarbeitern und des Weltmarktführers für Luftbefeuchtungs-Systeme, Condair, ist dies der vierte sehr große Coup, der hier der EgNo gelungen ist.

Abrechnungssystem von Serrala wird weltweit genutzt

Denn Serrala bedient mit seiner Software das Who ist Who der Weltwirtschaft. So gehörten zu dem Kundenstamm Milliarden-Konzerne wie BMW, BASF, Lufthansa, Philips, Coca Cola und Apple, sagt Geschäftsführer Lindemann stolz. 3000 Kunden weltweit würden mit dem automatisierten Abrechnungssystem von Serrala ihr Rechnungswesen, ihre Zahlungsströme und Lieferantenrechnungen vereinfachen und damit ihre Liquidität steuern.

Mit deren Tochterfirmen seien es sogar 60 000 Kunden. „Wir haben 13 Büros in Europa, Nordamerika, Asien und dem Nahen Osten.“ Neben Hamburg gibt es Niederlassungen in Berlin, Frankfurt, Amstelveen (Niederlande), Chicago (USA), Malvern (USA) und Pune (Indien). Das Unternehmen setzt weit über 100 Millionen Euro im Jahr um.

Der Wachstumskurs des FinTech-Unternehmens sei ungebrochen. Mit dem niederländischen Unternehmen Waterland und dem globalen Software-Investor Hg mit Sitz in München, New York und London, der ein Vermögen von mehr als 30 Milliarden US-Dollar verwaltet, habe Serrala zusätzliches frisches Kapital akquirieren können, um weiter zu wachsen, erläutert Lindemann. Darum seien die jetzigen Räumlichkeiten im Modezentrum in Hamburg-Schnelsen nicht mehr ausreichend und platzten aus allen Nähten.

Firmenname soll international verwendbar sein

Die neue viergeschossige Firmenzentrale mit direktem Blick auf den Flughafen soll nicht nur modernste Büroräume für seine 400 Mitarbeiter bieten, sagt Lindemann. Im Gebäude sind ein Restaurant für die Kollegen und Gäste aus aller Welt, ein Fitnessstudio und eine Dachterrasse geplant, auf der die Beschäftigten sich untereinander austauschen, den Feierabend ausklingen oder einfach nur die schöne Aussicht genießen können. „Wir wollen den Arbeitsplatz so angenehm wie möglich gestalten und hier einen Ort schaffen, wo sich die Mitarbeiter gerne aufhalten und wohin sie gerne kommen“, sagt Lindemann. Auch wenn es die Möglichkeit gebe, flexibel von zu Hause zu arbeiten.

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Aber beim Wettbewerb um die besten Fachkräfte und klügsten Köpfe müssten die Unternehmen, die dabei erfolgreich bestehen wollten, ihren Beschäftigten attraktive Arbeitsplätze bieten, die auch deren Freizeit- und private Belange berücksichtigten. So könnten sich die Mitarbeiter zum Beispiel ihre privat bestellten Pakete an den Arbeitsplatz schicken lassen, sagt der Unternehmenschef von Serrala.

Der Firmenname, der bis 2018 noch Hanse-Orga-Group lautete, sei eine Art doppeltes Wortspiel, erklärt Lindemann. „Er sollte international verwendbar sein, einfach und verständlich klingen, weil wir ja auch für unsere Kunden Dinge vereinfachen.“ In der indischen Hindu-Sprache stehe das Wort seral für simpel, einfach, erklärt Lindemann. Zudem gebe es eine spanische Bergkette, die Sierra de la Serrella heißt.

Von Burkhard Fuchs