Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Segeberg Norderstedt: Katenwohnungen für bedürftige Menschen eingeweiht
Lokales Segeberg Norderstedt: Katenwohnungen für bedürftige Menschen eingeweiht
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:00 28.09.2019
Weihten und segneten die kostengünstigen neuen Katenwohnungen an der Paul-Gerhardt-Kirche in Norderstedt ein: Propst Karl-Heinrich Melzer (von links), Rolf Beyer und Pastor Martin Lorenz. Quelle: Fuchs
Norderstedt

Als eine der ersten Kirchengemeinden in der knapp 1000 Gemeinden umfassenden Nordkirche hat die evangelische Emmaus-Gemeinde in Norderstedt jetzt kostengünstigen Wohnraum für bedürftige Menschen geschaffen. So sind die vier kleinen Katenwohnungen direkt neben der Paul-Gerhardt-Kirche jetzt fertiggestellt, die insbesondere älteren Menschen mit geringer Rente ein besseres Auskommen sichern sollen.

Modellcharakter für das ganze Land

Mit einem Gottesdienst mit Andacht und Gesang im Beisein von Propst Karl-Heinrich Melzer vom Kirchenkreis Hamburg-West/Südholstein wurde jetzt die Einweihung dieses bezahlbaren Wohnraums gefeiert, der „Modellcharakter“ fürs ganze Land haben möge, sagte Mitinitiator Gunnar Urbach. Er forderte andere Kirchengemeinden auf, das gute Beispiel nachzumachen.

Pastor Martin Lorenz segnete in seiner Andacht das Katenwohnungsprojekt und verglich es mit der Bibelgeschichte aus dem Alten Testament, als Abraham mit dem israelischen Volk sich aufmachte, um einen neuen Zufluchtsort zu finden. Unterwegs hätten sie in einfachen Zelten gelebt, die wiederum Begegnungsstätten gewesen seien. Ähnlich würden künftig die Mieter der vier Katenwohnungen am Alten Buckhörner Moor unter einem Dach leben und sich auch im gemeinsamen Flur treffen und miteinander kommunizieren können, um nicht zu vereinsamen, beschrieb Pastor Lorenz das Projekt.

Die Wohnungen sind mit 1,5 Zimmern jeweils 29 Quadratmeter groß und verfügten über ein eigenes Bad mit Dusche. Die Miete ist nach den Bestimmungen des geförderten Wohnraums auf 6,10 Euro je Quadratmeter im Monat Kaltmiete begrenzt, sodass die Wohnungen mit Heiz- und Nebenkosten nur etwa 240 Euro im Monat kosten, rechnete Ex-Pastor Urbach vor. Als Fund-Raiser des Kirchenkreises gelang es ihm, fast 40 000 Euro an Spendengeldern dafür einzuwerben, sagte Urbach.

Architekt Rainer Thiemann inmitten einer der neuen Katenwohnungen in Norderstedt. Quelle: Fuchs

Es ist „ein Vorzeige- und Leuchtturmprojekt“

Norderstedts Stadtpräsidentin Kathrin Oehme lobte die Errichtung der Katenwohnungen für bedürftige Menschen in der mit rund 80 000 Einwohnern größten Stadt des Kreises Segeberg als „ein Vorzeige- und Leuchtturmprojekt“, das überregionale Ausstrahlkraft besitzen sollte. „Es ist wichtig, dass wir bezahlbaren Wohnraum in Norderstedt schaffen, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen“, befand Oehme in der Hoffnung, dass die künftigen Bewohner hier auch glücklich werden mögen.

Propst Melzer erinnerte daran, dass ein vernünftiges Dach über dem Kopf zur Würde des Menschen gehöre. „Wohnen ist das Elementarste, wo der Mensch seine Würde erhält“, sagte Melzer und rief ebenfalls dazu auf, dass andere Gemeinden und Kommunen dieses Modell eifrig kopieren sollten.

Das Vorbild reicht bis ins Mittelalter zurück

Auch der Initiator Rolf Beyer vom Kirchengemeinderat der 7500 Mitglieder zählenden Emmaus-Gemeinde kam zu Wort. Er habe diese Idee aus Ahrensburg „geklaut“, wie er sagte und für Norderstedt rasch Mitstreiter in Kirche, Verwaltung und Politik gewinnen können. „Es geht. Nicht ohne Schwierigkeiten und Probleme“, sagte der Kirchenvertreter. „Aber wenn man sich aufmacht, kriegt man es hin.“

Das Vorbild solch‘ bescheidener Katenwohnungen reiche bis ins Mittelalter zurück, als kleine Katen für Menschen ohne viel Geld in der Nähe von großen Kirchen errichtet worden seien, erklärte Urbach den Ursprung dieser Idee. Im Hamburger Raum gebe es sie nur noch an der Schlosskirche in Ahrensburg.

390 000 Euro habe der Bau insgesamt gekostet, sagte Architekt Rainer Thiemann. Für die Belegung der vier günstigen Wohnungen ist jetzt das Sozialamt in Norderstedt zuständig, die interessierten Mietern den notwendigen Wohnberechtigungsschein ausstellen muss. Dafür kämen fast alle Menschen in Frage, die weniger als 1700 Euro im Monat zur freien Verfügung hätten, stellte Sirko Neuenfeldt von der Stadtverwaltung fest.

Lesen Sie auch:

Bezahlbarer Wohnraum in Norderstedt

Kirche baut kleine Katen für bedürftige Senioren

Von Von Burkhard Fuchs

In der Nacht zu Sonnabend hat die Feuerwehr Bad Segeberg ein Feuer im Konrad-Adenauer-Ring gelöscht. Dort standen ein Auto und ein Carport in Vollbrand.

28.09.2019

Die Gemeindevertretung Klein Rönnau hat jetzt diverse Maßnahmen auf den Weg gebracht. Bei der Erweiterung der Kindertagesstätte „Immenhuus“ hofft sie auf einen Baubeginn im März/April.

27.09.2019

Der Kreistag war gespalten: Die eine Hälfte ist zufrieden mit Jan Peter Schröder. Das rechtfertige aber nicht, andere Kandidaten für die Landratswahl 2020 automatisch auszuschließen – befand eine knappe Mehrheit. Die Stelle wird ausgeschrieben.

27.09.2019