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Segeberg Norderstedt verhindert Neonazi-Laden
Lokales Segeberg Norderstedt verhindert Neonazi-Laden
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23:30 06.12.2016
In diesem Gebäude an der Segeberger Chaussee sollte der Thor–Steinar-Laden in Norderstedt eröffnet werden. FOTO: FUCHS
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Norderstedt

Das große Hinweisschild auf dem neuen „Outlet“-Store in der Segeberger Chaussee ist abmontiert. Fenster und Türen sind verrammelt. Niemand ist zu sehen auf dem Hinterhof in Norderstedt, wo ehemals ein italienisches Restaurant zu leckeren Speisen einlud und jetzt das Bekleidungs-Label für Menschen mit rechtsextremer Gesinnung, Thor Steinar, seine erste Filiale in Norderstedt eröffnen wollte.

Die Stadtverwaltung Norderstedt hatte in buchstäblich letzter Minute die geplante Eröffnung des Ladens in dem früheren Einfamilienhaus unter Polizeieinsatz gestoppt. „Die Anordnung zur sofortigen Schließung erfolgte vor Ort aus baurechtlichen Gründen“, erklärt Stadtsprecher Bernd-Olaf Struppek. Nähere Angaben wollte er dazu nicht machen. Aber er versichert: „Die Stadt wird sicherstellen, dass das Geschäft geschlossen bleibt.“ Bei dem Gebäude, in dem der Laden für Groß- und Einzelhandel aufmachen wollte, handele es sich um eine privat vermietete Immobile. Der Betreiber sprach gegenüber Medienvertretern von „behördlicher Willkür“.

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Auch im politischen Raum war die Neuigkeit, dass mit Thor Steinar erstmals ein Shop für die rechtsradikale Szene in Norderstedt Fuß fassen wollte, mit Bestürzung aufgenommen worden. „Der Nazi von Welt kommt heute halt nicht mehr mit Springerstiefeln daher“, schimpft Linken-Fraktionschef Miro Berbig, Direktkandidat für seine Partei bei der Landtagswahl am 7. Mai. „Damit würde Norderstedt zum Treffpunkt der rechten Szene Hamburgs, das können wir so nicht hinnehmen. ‚Norderstedt ist weltoffen‘ hab ich mir immer anders vorgestellt.“

Auch der Sprecher der Norderstedter Grünen, Detlev Grube, kritisiert die mögliche Ansiedlung dieser Neonazi-Kette. „So etwas wollen wir hier nicht in der Stadt haben. Das passt nicht zu einem weltoffenen Norderstedt mit seiner ausgeprägten Willkommenskultur und gefährdet den öffentlichen Frieden.“

Die Modekette Thor Steinar bedruckt Pullover, Jacken und Outdoor-Kleidung mit Symboliken und Bildern, die sich positiv zum deutschen Nationalismus und Militarismus sowie zur Kolonialgeschichte positionieren. Die Marke ist ein fester Bestandteil im rechten Lifestyle. Bundesweit gibt es zwölf Geschäfte dieses Labels, das auch in anderen europäischen Ländern vertreten ist. Gerade erst ist einer Bürgerinitiative in der Stadt Glinde am Ostrand von Hamburg gelungen, dass ein solches Geschäft zum Jahresende geschlossen wird.

 Burkhard Fuchs