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Segeberg Oberbürgermeisterin zieht positive Bilanz
Lokales Segeberg Oberbürgermeisterin zieht positive Bilanz
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10:35 16.01.2019
Elke Christina Roeder: Ein Jahr neue Oberbürgermeisterin in Norderstedt, der es die Politik nicht immer leicht macht. Quelle: Fuchs
Norderstedt

Die Politik hat sie nicht gleich mit offenen Armen empfangen. Gleichwohl zog jetzt Elke Christiane Roeder nach ihrem ersten Jahr Amtszeit als Oberbürgermeisterin der Stadt Norderstedt eine positive Bilanz. Sie habe zusammen mit der Stadtvertretung einiges für die rund 80000 Einwohner erreichen können, sagte die Sozialdemokratin jetzt im Rathaus vor Journalisten.

Anrufung der Kommunalaufsicht

Die Politik quittierte ihr allerdings zum Jahreswechsel ihre Amtsführung mit der Anrufung der Kommunalaufsicht in Kiel, weil sie den umstrittenen Entsorgungsvertrag mit dem Wegezweckverband für den Recyclinghof in Norderstedt, der der Stadt Mehrkosten von einer halben Million Euro in diesem Jahr beschert, um ein Jahr verlängerte, ohne die Stadtvertretung einzuschalten. Die Abstimmung des Umweltausschusses kurz vor Weihnachten, der die drohende Schließung des Reyclinghofes zum Jahreswechsel in letzter Minute abwenden konnte, reiche dafür nicht aus, glaubt der CDU-Fraktionsvorsitzende Peter Holle, der selbst gerne Oberbürgermeister geworden wäre, sich aber nicht als offizieller Kandidat in seiner Partei hatte durchsetzen können. „Norderstedt hat an Gewicht verloren“, behauptet Holle, ohne allerdings dafür Beispiele zu nennen.

Große Fußstapfen

Natürlich sei es schwer, nach 19 Jahren Amtszeit von Hans-Joachim Grote (CDU) als OB in dessen Fußstapfen zu treten, kontert Norderstedts Oberbürgermeisterin Roeder diese Anwürfe. Sie verfolge dabei ihren eigenen Stil, sagt sie. „Daran muss sich die Politik erst noch gewöhnen. Vieles ist anders, vieles ist neu.“ Sie werde aber künftig versuchen, die politischen Fraktionen noch mehr in die Entscheidungsprozesse einzubinden, verspricht die Verwaltungschefin. Dabei könnte es „hilfreich“ sein, künftig das in nichtöffentlichen Sitzungen nur wenigen Ausschussmitgliedern Gesagte schriftlich ans Protokoll für alle Stadtvertreter zu heften, um mögliche Missverständnisse zu vermeiden, erklärt Roeder.

Von Neumünster nach Norderstedt

Inzwischen wohne sie auch in Norderstedt. Zu Ostern sei sie aus Neumünster nach Friedrichsgabe umgezogen, berichtet die Chefin der Verwaltung, die auch einige Umstrukturierungen im Rathaus vorgenommen hätte. Gewisse Schnittstellen seien in einigen Dezernaten nicht an der richtigen Stelle gewesen, erklärt sie dazu. Auch eines der umstrittenen Tempoblitzgeräte hat sie gleich als eine ihrer ersten Amtshandlungen entschärft. So müssen die Autofahrer an der Poppenbütteler Straße nicht auch noch tagsüber mit Tempo 30 fahren. „Das habe ich nicht verstanden“, sagt Roeder.

Verlängerung Lärmschutzprogramm

Auf ihrer positiven Habenseite bilanziert sie die Verlängerung eines weiteren Lärmschutzprogrammes gegen den Fluglärm. Sie werde das Thema auch weiterhin zur Chefsache machen und den stellvertretenden Vorsitz in der Fluglärmschutzkommission anstreben. Ihr Amtsvorgänger hatte diese Aufgabe auf seine Mitarbeiter delegiert.

Auch ihre regelmäßigen Bürgersprechstunden seien gut angekommen und hätten zu 48 persönlichen Einzelgesprächen über alle möglichen Probleme in der Stadt geführt. Diese wolle sie künftig monatlich abhalten. Und auch von dem von ihr initiierten und vor der Wahl versprochenen Bündnis der Wohnungswirtschaft erhoffe sich bald erste Ergebnisse, wie die Wohnungsnot in Norderstedt beseitigt werden könnte. Da werde es bald die notwendigen Gespräche zwischen Wirtschaft und Politik geben, kündigte sie an.

Am Herzen liege ihr dabei auch der Bau eines Wohnheimes mit bis zu 200 Plätzen für Auszubildende, die in Norderstedt lernten, aber nicht von hier kämen. Diese jungen Menschen könnten sich die verlangten Mieten nicht leisten und müssten gefördert werden. Und spätestens zum Jubiläumsjahr 2020, wenn die Stadt Norderstedt ihr 50-jähriges Bestehen feiert, solle es wieder ein Stadtfest geben., verspricht die Oberbürgermeisterin, die jetzt noch für fünf weitere Jahre gewählt ist.

Burkhard Fuchs

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