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Segeberg Wahlstedt: Busanbindung für Neubaugebiet gefordert
Lokales Segeberg Wahlstedt: Busanbindung für Neubaugebiet gefordert
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05:00 26.07.2019
Heinrich Westphal wundert sich, dass weder Stadt noch Politik bisher aktiv geworden sind. Aus seiner Sicht fehlt es an ÖPNV-Infrastruktur am Neubaugebiet Tütenmoor III. Quelle: Heike Hiltrop
Wahlstedt

 Der Bauboom beschert den Kommunen im Hamburger Speckrand viele Neubürger. Auch Wahlstedt wächst. Das jüngste Neubaugebiet, Tütenmoor III, mit dem Kiebitzring ist so gut wie ausverkauft. Viel schneller als geplant. Vor allem junge Familien locken niedrige Zinsen und die im Verhältnis zu Hamburg oder Lübeck günstigen Grundstückspreise an. Doch aus Sicht von Heinrich Westphal haben die Planer die Infrastruktur vernachlässigt.

Buslinie 7900 soll Kiebitzring anfahren

„Gerade hinsichtlich des Klimawandels kann ich nicht verstehen, warum der öffentliche Nahverkehr hier nicht einbezogen worden ist“, so der frühere SPD-Stadtvertreter. Weder die Verwaltung noch die politisch stärkste Kraft, die CDU, hätten das im Blick gehabt, kritisiert Westphal, der als Politiker der Wählergemeinschaft „Wir für Wahlstedt“, kurz WfW, und wählbarer Bürger aktiv ist. Er fordert Nachbesserung.

Die Linie 7900 verbindet Wahlstedt und Bad Segeberg. Quelle: Heike Hiltrop

Dabei hat er die Linie 7900 der Autokraft im Visier, die einen großen Bogen um Tütenmoor III macht. „Kinder aus dem Neubaugebiet, die weiterführende Schulen in Bad Segeberg besuchen, müssen ganz bis zur Alten Landstraße oder Am Röthberg laufen, das kann doch nicht sein“, bemängelt er die aus seiner Sicht viel zu großen Entfernungen, welche die Verantwortlichen „schon viel früher hätten erkennen müssen“.

Behörden sehen keinen Handlungsbedarf

„Alle Träger öffentlicher Belange waren in das B-Plan-Verfahren eingebunden, auch der Kreis, der mit der SVG (Südwestholstein ÖPNV-Verwaltungsgemeinschaft, Anm. d. Red.) für den öffentlichen Nahverkehr zuständig ist. Und ganz offensichtlich ist man zu dem Ergebnis gekommen, dass die Situation so in Ordnung ist“, weist Wahlstedts Bürgermeister Matthias Bonse (CDU) die Vorwürfe von sich und der Stadt. „Wir haben die Schulwege zu den Bushaltestellen – und Entfernungen sind ja relativ“, ergänzt der Verwaltungschef.

Späte Kommunikation

„Noch gehen viele der Kinder, die hier wohnen, in die Kita. Aber spätestens in wenigen Jahren wird das Thema akut“, kontert Heinrich Westphal. Unterstützung in dieser Frage kommt auch vom Fahrdienstunternehmen Autokraft, vor allem mit Blick auf Anbindung zu weiterführenden Schulen: „Mein Wunsch wäre, dass das Thema Schulanmeldungen und Schülerzahlen gerade in Zeiten freier Schulwahl kreisintern schneller an die zuständigen Stellen kommuniziert wird. Wenn wir Infos bekommen, können wir viel schneller reagieren“, sagt Daniel Görgen, aus der Autokraft Niederlassung in Bad Oldesloe.

Prüfung geht schnell

ÖPNV sei ein riesiges Thema im Hamburger Umland, so der Marktmanager der DB Regio Bus in der Region Nord weiter. „Wenn es berechtigte Anliegen gibt, dann würden wir den Streckenverlauf in Absprache mit der SVG ändern. Eine Prüfung würde relativ schnell gehen. Was am längsten dauert, das ist das Versetzen einer Haltestelle und die Fahrzeugbeschaffung, sofern nötig.“

Verwaltung will abwarten

Westphal drängt schon jetzt auf eine Prüfung, während Verwaltungschef Bonse abwartend bleibt: „Wenn die Praxis sagt, da muss was passieren, dann kann man den Zustand immer noch überarbeiten.“

Autokraft will am Thema dranbleiben

„Wenn wir wissen, dass es Bedarf gibt, stoßen wir Dinge an. Aber wir können das nicht autark, sondern nur über die SVG, die den Kreis Segeberg in ÖPNV-Fragen vertritt. Wir werden das zeitnah mit der SVG besprechen“, verspricht dagegen Daniel Görgen. In jedem Fall werde man das Thema „perspektivisch im Hinterkopf behalten“.

Heike Hiltrop

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