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Segeberg Öffentlicher Dienst: Mitarbeiter dringend gesucht
Lokales Segeberg Öffentlicher Dienst: Mitarbeiter dringend gesucht
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16:00 31.05.2019
Spaß auch neben der Arbeit: Mitarbeiter der Stormarner Kreisverwaltung nehmen jedes Jahr am Lauf zwischen den Meeren teil. Quelle: hfr
Bad Oldesloe

Immer neue Aufgaben, für die Fachpersonal benötigt wird, ein hoher Altersdurchschnitt und immer weniger Nachwuchs: In den Behörden ist der Fachkräftemangel längst angekommen und wird sich laut Prognosen weiter verschärfen. Nicht nur die Kreisverwaltungen der Kreise Stormarn, Segeberg und Herzogtum Lauenburg suchen händeringend qualifizierte Mitarbeiter, auch die Stadt- und Gemeindeverwaltungen haben fortlaufend freie Stellen zu besetzen.

„Der Fachkräftemangel ist ein Riesenthema. Allein durch Altersabgänge werden bei uns in den kommenden Jahren über 200 der rund 700 Stellen frei“, sagt Stormarns Landrat Henning Görtz. Bei vielen Stellenausschreibungen gebe es keinen Berg an Bewerbungen mehr wie vor Jahren noch, sondern nur noch drei, vier. Manchmal müsse auch zweimal ausgeschrieben werden. Vor allem Ärzte und Ingenieure würden gesucht, eine Stelle im Gesundheitsamt ist nun schon seit zwei Jahren vakant.

48 Azubis bei der Kreisverwaltung Stormarn

„Je spezieller dabei das Anforderungsprofil ist, desto schwieriger wird es, die Stelle zu besetzen“, sagt Görtz. Der Kreis hat mittlerweile ein eigenes Bewerberportal auf seiner Internetseite und setzt neben Quereinsteigern vor allem auf die Ausbildung eigener Fachkräfte. Die Zahl der Plätze für die dreijährige Ausbildung wurde sukzessive erhöht, für dieses Jahr sind es 16. Im optimalen Fall wird es also 48 Auszubildende unter den rund 700 Mitarbeitern geben. Ein Blick in den Personalbericht zeigt, dass die Chancen auf eine Übernahme ziemlich gut stehen.

Wie in Stormarn wurden auch bei der Kreisverwaltung Segeberg rund 50 neue Stellen geschaffen – erforderlich vor allem durch immer neue Aufgaben von Bund und Land. Auch hier finden sich auf der Homepage des Kreises mehrere Stellenangebote. „Letztendlich geht diese Entwicklung zulasten der Bürgerinnen und Bürger, da Aufgaben nicht in der gewohnten Schnelligkeit erfüllt werden können“, sagt Kreissprecherin Sabrina Müller.

Viele Vorteile gegenüber der freien Wirtschaft

„Dabei bieten wir viele Vorteile, mit denen die freie Wirtschaft nicht mithalten kann“, sagt Kreis-Personalchefin Christiane Rimbach. „Vereinbarkeit von Familie und Beruf wird bei uns gelebt – über Telearbeit und flexible Arbeitszeiten bis hin zur Notfallbetreuung für Kinder oder zu pflegende Angehörige.“

Und egal ob Sozialpädagogin, Verwaltungsfachangestellte, Tierarzt, Ärztin, Bauzeichner, Ingenieurin oder Meister: „Unsere Kommunalverwaltung ist äußerst spannend und abwechslungsreich. Das Klischee der verstaubten Amtsstube können wir ganz schnell wiederlegen“, sagt Christiane Rimbach und verweist unter anderem auf den Wandlungsprozess zum digitalen Dienstleister.

Ärzte und Bauingenieure verzweifelt gesucht

Auch der Kreis Herzogtum Lauenburg hat die Zahl der Ausbildungsstellen erhöht, um wegen der schwierigen Arbeitsmarktlage verstärkt Personal aus den eigenen Reihen rekrutieren zu können. Derzeit werden händeringend Ärzte gesucht. „Das ist seit Jahren ein Problem“, sagt Pressesprecher Tobias Frohnert.

Auch in der lauenburgischen Kreisverwaltung mit ihren rund 700 Mitarbeitern wurden zuletzt 25 neue Stellen geschaffen. Einige sind noch nicht besetzt, auch in Ratzeburg benötigt die Personalabteilung mittlerweile öfter eine zweite Ausschreibung. Für spezielle Berufe wie einen Revierförster schaltet die Verwaltung Stellenanzeigen in Fachblättern.

Immer mehr offene Stellen gemeldet

Die Zahl der bei der Arbeitsagentur gemeldeten Stellen im Bereich der öffentlichen Verwaltung hat in den vergangenen zehn Jahren deutlich zugenommen.

Im Kreis Stormarn ist die Zahl der im Jahresverlauf neu gemeldeten Stellen von 126 im Jahr 2009 auf 329 im vergangenen Jahr gestiegen. „Im Jahr 2009 hatten wir im Jahresdurchschnitt noch 18 Stellen im Bestand, im Jahr 2018 waren es schon 44“, erläutert Stefan Schröder, Sprecher der Arbeitsagentur in Bad Oldesloe.

Im Kreis Herzogtum Lauenburg stieg die Zahl im gleichen Zeitraum von 74 auf 201 – fast eine Verdreifachung. Eine noch größere Steigerung gibt es im Kreis Segeberg: von 130 vor zehn Jahren auf 426 im vergangenen Jahr. „Das ist eine Steigerung um den Faktor 3,3“, sagt Stefan Schröder. „Im Jahr 2009 hatten wir im Jahresdurchschnitt noch 19 Stellen im Bestand, im Jahr 2018 waren es mit 45 mehr als doppelt so viele.“

Dr. Heike Grote-Seifert, Chefin der Agentur für Arbeit Bad Oldesloe, sagt dazu: „Für die öffentlichen Verwaltungen gilt dasselbe wie für die Unternehmen der Privatwirtschaft: Der Personalbedarf hat insgesamt zugenommen. Denn die Beschäftigten aus den geburtenstarken Jahrgängen scheiden jetzt und in den kommenden Jahren aus, dazu sind neue Aufgabenbereiche gekommen.“

Die Zahl der zu besetzenden Stellen sei stetig gestiegen, aber es fänden sich nicht genug ausgebildete neue Mitarbeiter, so Grote-Seifert weiter. „Dabei engagiert sich der öffentliche Dienst stark in der Ausbildung und bietet jungen Menschen ein breites Spektrum an dualen Ausbildungs- und Studienmöglichkeiten.“ So hätten sich in diesem Jahr im Berufsinformationszentrum in Bad Oldesloe bereits zum vierten Mal Vertreter aus vielen Bereichen des öffentlichen Dienstes zu einer Messe getroffen, um für die Ausbildungen und Studienmöglichkeiten zu werben.

Laut Grote-Seifert bietet der öffentliche Dienst viele Vorteile, unter anderem die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, flexible Arbeitszeitmodelle, vielfältige Ausbildungs- und sehr gute Entwicklungsmöglichkeiten, sichere berufliche Perspektiven und verbindliche Tarifstrukturen.

In Bad Oldesloe würde sich Bürgermeister Jörg Lembke über einen Schwung an Bewerbungen für das Bauamt der Stormarner Kreisstadt freuen. Der Leiter wechselte zur Kreisverwaltung, zwei andere Mitarbeiter haben neue Jobs. Dabei warten viele attraktive Bauvorhaben wie der Umbau der Oldesloer Innenstadt mit Fußgängerzone und Hagenstraße oder das Projekt ehemaliges VHS-Gelände an der Königstraße.

Jobticket und Angebote für die Gesundheit

Insgesamt 35 von rund 270 Stellen sind in der Stadtverwaltung derzeit offen. Ein spezielles Problem in Bad Oldesloe ist zudem, dass es neben der Kreisbehörde mit dem Amt Bad-Oldesloe-Land auch noch eine dritte Verwaltung gibt. Kopfprämien für eine erfolgreiche Vermittlung eines neuen Mitarbeiters gibt es aber noch nicht. In Barsbüttel etwa am Hamburger Rand zahlte die Gemeindeverwaltung 1000 Euro.

In der Stormarner Kreisverwaltung hält man davon allerdings nichts. Dort versucht man auf anderen Wegen, sich als attraktiver Arbeitgeber zu präsentieren; sei es auf Jobmessen, in den Medien, auf der Homepage oder mit Angeboten wie dem Jobticket – also Vergünstigungen im ÖPNV – oder betrieblichem Gesundheitsmanagement.

„Öffentliche Gesundheit ist eine wichtige und spannende Aufgabe“, sagt Gabriele Seidel. Sie ist Amtsärztin in der Segeberg Kreisverwaltung, arbeiten 33 Stunden pro Woche. In der Klinik zuvor waren es doppelt so viele.  Quelle: Sabrina Müller/hfr

Markus Carstens

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