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Segeberg „Extinction Rebellion“ rechtfertigt Rathaus-Randale
Lokales Segeberg „Extinction Rebellion“ rechtfertigt Rathaus-Randale
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18:19 15.11.2019
Aktivisten von „Extinction Rebellion“ sprengen die Sitzung der Stadtvertretung in Bad Segeberg am Dienstagabend. Quelle: Foto: Wolfgang Glombik
Bad Segeberg

In einem offenen Brief haben die Mitglieder der radikalen Klimaschutzgruppe „Extinction Rebellion“ (XR) ihr scharf kritisiertes Vorgehen während der Stadtvertretersitzung am Dienstag im Bürgersaal gerechtfertigt.

Man respektiere die gewählten Vertreter und Vertreterinnen des Parlaments, stellt die Gruppe in dem Brief klar. Die Aktion habe sich auch nicht gegen die gemeinsamen demokratischen Grundwerte gerichtet. „Wir verstehen, dass die Stimmung in Bad Segeberg durch die Aktivitäten von Rechtsradikalen gerade schwierig ist. Es tut uns leid, falls unser Auftreten bei der Versammlungsleitung Ängste ausgelöst haben sollte“, heißt es in dem vom Pressesprecher Tom Wilderland unterzeichneten Brief.

„Lokalpolitische Gepflogenheiten missachten“

Wie berichtet hatten etwa ein Dutzend XR-Mitglieder am Dienstagabend die Versammlung mit Gesang, Transparenten und Zwischenrufen gestört und waren auch nach mehrfacher Aufforderung von Bürgervorsteherin Monika Saggau nicht gegangen, so dass die Sitzung zunächst abgebrochen worden war.

XR rechtfertigt: Man stehe an der „Schwelle eines Massensterbens und einer globalen Krise auf unserem Planeten“. Daher habe man an diesem Abend an diesem Abend die „lokalpolitischen Gepflogenheiten für einen kurzen Augenblick missachtet“ und in den „gewaltfreien Widerstand“ gehen müssen.

Radikale Klimaaktivisten haben am Montagabend mit ihrer Aktion für eine Unterbrechung der Sitzung im Bürgersaal gesorgt.

Was die „globale Krise“ mit der Neugestaltung des Marktplatzes in Bad Segeberg zu tun hat, und inwieweit es das „Massensterben“ beeinflusst, ob dort Zierkirschen bleiben oder andere Bäume gepflanzt werden, teilen die Aktivisten in ihrem Brief nicht mit. Die Teilnehmer der Aktion hätten es aber als ihre „Aufgabe“ verstanden, einen Impuls dafür zu setzen, „die bisherigen Rituale, an denen wir alle hängen und die uns Sicherheit bieten“ zu hinterfragen.

„Von Besuchern angepöbelt und weggedrängelt“

Das Ansinnen wurde allerdings im Bürgersaal nicht goutiert. Die Klimaschützer klagen: „Als Reaktion darauf haben die StadtvertreterInnen den Raum verlassen, das Licht abgedunkelt und die AktivistInnen und die zum Teil aufgebrachten ZuschauerInnen verlassen.“ Von der Bürgervorsteherin „kam keinerlei Aufruf zur Mäßigung, als BesucherInnen anfingen, die AktivistInnen anzupöbeln und von der Treppe zu drängeln“. Man hätte sich gewünscht, „dass diese Situation gemeinsam gemeistert wird“.

Von Saggau dürfte dabei aber wenig Verständnis zu erwarten sein:Sie kündigte eine Anzeige gegen XRwegen Hausfriedensbruch an.

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