Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Segeberg Eier aus der Region stark nachgefragt
Lokales Segeberg Eier aus der Region stark nachgefragt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:20 12.04.2019
Clara Fanselow (21) aus Bad Segeberg verkauft Eier auf dem Wochenmarkt der Stadt. Quelle: Irene Burow
Bad Segeberg

Das Vertrauen ins Ei ist größer, wenn es von heimischen Betrieben kommt. Einen Ansprechpartner haben Kunden sofort – wenn sie mit Händlern auf dem Markt plauschen oder Höfe besuchen. Das Bewusstsein für regionale Erzeugung, gerade bei Eiern, ist enorm.

„Die Nachfrage ist ungebrochen stark“, sagt Nicolai Wree, Geschäftsführer des Geflügelwirtschaftsverbandes Schleswig-Holstein und Hamburg. Er sagt sogar: „Regionale Ware schlägt Bioware.“ Es müsse nicht unbedingt Bio sein, viel wichtiger sei, dass die Ware vom Hühnerhof um die Ecke kommt.

Der Trend bestätigt sich vom Verband bis hin zum Wochenmarkt. „Gerade bei Eiern haben Verbraucher die Möglichkeit, sich die Höfe direkt anzuschauen“, sagt Wree. „Das ist bei unseren Erzeugern gut möglich. Dort geht es nicht nur um Haltungsbedingungen, sondern viel um Vertrauen.

Herkunft von Eiern besonders gut nachvollziehbar

Wie der Verband beobachtet, setzen sich Kunden offen mit den Haltungsbedingungen auseinander. Egal ob bei Gutshof-Ei in Schackendorf, Holstein-Ei in Ahrensbök oder dem Hornbrooker Hof in Nehms: Die klare Kennzeichnung macht das besonders einfach.

„Regionale Produkte werden immer beliebter. Besonders, wenn Verbraucher den Hof kennen – zum Beispiel von einem Tag der offenen Tür. Dann kaufen sie auch gern die Eier“, sagt Astrid Spahr, die bald den großen elterlichen Hof in Fahrenkrug übernehmen wird. Hier laufen 50 000 Legehennen umher – bei unterschiedlichen Bedingungen. Gerade über die Unterschiede bei der Haltung werden oft Fragen gestellt.

Bad Segeberg: Junge Familien kaufen häufiger regional

„Besonders junge Familien kaufen jetzt häufiger regional“, hat Markthändler Ingo Blank festgestellt, der Eier von dem Aukruger Kartoffelbauern Koopmann verkauft. Die Menschen sind verunsichert: Skandale um falsch deklarierte Bio-Eier seien ein Grund dafür. „Betriebe vor der Haustür, das ist für sie authentischer.“

Wochenmarkthändlerin Silke Fehrs aus Hartenholm. Quelle: Irene Burow

Qualität und Frische müssen stimmen, weiß Händlerin Silke Fehrs aus Hartenholm. Und das gute Verhältnis zum Kunden. „Wenn etwas nicht stimmt, werden unsere Eier sofort getauscht. Sie sind jeden Tag frisch, da kommt mir nichts dazwischen.“ Ihre Stammkunden auf dem Segeberger Wochenmarkt bestätigen das.

„Die Nachfrage von Eiern aus Bio- und Freilandhaltung ist in den letzten Jahren deutlich gestiegen“, bemerkt Astrid Spahr. Das bestätigt auch der Handelsverband Nord. Sprecherin Christine Rimmelspacher weist darauf hin, dass Eier aus Käfighaltung in Deutschland immer unbeliebter werden. 2017 gab es erstmals mehr Haltungsplätze aus ökologischer Erzeugung. „Vermutlich wird dieser Trend weiter anhalten“, sagt sie.

Umstieg auf Eier von eigenen Hühnern

Die Erzeuger Manuela und Manfred Markmann aus Schönböken bei Bornhöved sind zwar hauptsächlich Erdbeerbauern. Doch als sie gemerkt haben, wie beliebt Eier von heimischen Höfen sind, haben sie vor sechs Jahren gehandelt.

Manuela und Manfred Markmann aus Schönböken. Quelle: Irene Burow

„Eigentlich hatten wir nur Hühner für den Eigenbedarf“, sagt Manuela Markmann. Doch längst ist der Eierverkauf ein weiterer Wirtschaftszweig des Erdbeerhofes. „Wir mussten schnell umdenken, die Nachfrage wurde immer größer. Das Bewusstsein dafür hat unheimlich angezogen, das ist bis heute zu merken.“ Inzwischen laufen 400 Hühner über ihren Hof.

In der Vorwoche zu Ostern brummt das Geschäft: Rund 30 Prozent mehr gehen nicht nur bei den Markmanns über die Eier-Theke. Beim Hof Spahr steigt der Verkauf vor Ostern sogar um 70 Prozent. Manuela Markmann wundert der Anstieg auch: „Feiertage können wir nie richtig planen. Wir stellen nur fest, dass immer mehr gekauft wird. Und immer auch zu viel.“

Für Supermärkte sind Schwankungen reine Routine. „Lieferanten planen so, dass vor Ostern möglichst viele Legehennen vorhanden sind, um Mehrmengen zu liefern. Engpässe sind somit ausgeschlossen“, sagt Rewe-Pressesprecher Thomas Bonrath.

Nicht nur vor Ostern: „Eier liegen generell im Trend“

Trotz der jüngsten Eier-Skandale in 2017 bemerkt der Geflügelwirtschaftsverband Schleswig-Holstein eine generell positive Haltung der Verbraucher zum Ei. „Die Branche stellt sich der Diskussion, das wird honoriert.“ So weist der Hof Spahr zum Beispiel an Verkaufsstellen im Supermarkt ausdrücklich darauf hin, dass das Insektizid Fipronil keine Anwendung findet. „Außerdem liegen Eier ernährungstechnisch voll im Trend“, sagt Wree.

Lesen Sie auch

Stadtwerke Norderstedt verstecken goldene Eier

Stormarn: Diese Hühner legen echte Bioeier

Ostereier färben: Natürlich bunte Eier

Eier: Mehr als nur Cholesterin!

Eier Skandal: Verbraucher verunsichert

Eier werden teurer - Folge aus dem Fipronil-Skandal

2017: Skandal um Schimmel-Eier

Hof in Erklärungsnot: Fremd-Eier waren schlecht

Ökotest: Wenige Eier überzeugen

Die Hühner-Retterin von Großenbrode

Irene Burow

Das Auto der Frau war am Vormittag in der Wahlstedter Dorfstraße von der Straße abgekommen. Sie kam mit dem Rettungswagen in ein Krankenhaus.

12.04.2019

Ein 56 Jahre alter Mann ist in der Nacht zu Freitag in Bad Segeberg nach einer Polizeikontrolle ums Leben gekommen. Wie die Staatsanwaltschaft in Kiel am Freitag mitteilte, habe der Mann zuvor erheblichen Widerstand geleistet.

12.04.2019

Der Internet-Clip mit der Freiwilligen Feuerwehr Bad Segeberg hat es im bundesweiten Wettbewerb des Feuermagazins unter die drei Finalisten geschafft. Über den Sieger wird nun am 27. Mai im Ulm entschieden.

12.04.2019