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Segeberg Piet Bauer: Der Herr des Klackermatsch’ ist tot
Lokales Segeberg Piet Bauer: Der Herr des Klackermatsch’ ist tot
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19:26 31.07.2019
Das Klackermatsch bleibt am 1. August zu. Quelle: Irene Burow
Bad Segeberg

Das „Klacker“ bleibt am 1. August, geschlossen. Die Gemeinde der Bad Segeberger Kultkneipe trauert um Inhaber Peter „Piet“ Bauer. Er ist am 24. Juli im Alter von 63 Jahren gestorben. Das hat das „Klackermatsch“ auf seiner Facebook-Seite bekannt gegeben und bittet Besucher und Freunde um Kenntnisnahme und Verständnis.

Das „Klacker“ ist eine Institution in Bad Segeberg. In dem Lokal treffen sich die Karl-May-Darsteller seit Jahren, wie Ex-Winnetou Erol Sander oder Joshy Peters. Piet Bauer hingegen war kein Mensch der Öffentlichkeit. Wohl aber der Öffentlichkeit sehr gut bekannt. „Er war die Seele des Geschäfts“, sagt Hans Pasberg (65). „Das war schon so, als er noch Mitarbeiter war.“

Trauer um den Inhaber Piet Bauer. Quelle: Irene Burow

Bekannt über Stadtgrenzen hinaus

Pasberg hat nicht nur jahrelang in dem Szene-Lokal gekocht, sondern war mit Peter „Piet“ Bauer auch befreundet. „Er hat mit jedem einen Plausch gehalten. Alle kannte er beim Vornamen und immer Persönliches aus dem Leben der Leute. Er hat immer gute Laune verbreitet, aber auch angemessen reagiert, wenn keine gute Laune da war“, sagt er. Der Wirt sei bekannt wie ein bunter Hund – auch über die Stadtgrenzen hinaus.

„Es wird noch lange Piets Laden bleiben“

Hier 2007 im Todesfelder Sportlertreff: Piet Bauer. Quelle: Kullack

Als Jugendliche waren beide in Bad Segebergs Südstadt groß geworden. „Das war Ende der 60er. Wir verbrachten eine gemeinsame rebellische Jugend. Er hatte vier Geschwister, ich sieben. Der Kontakt war immer da.“ Bis zuletzt. Was ihn besonders berührt: „Sein Todestag ist der Klackergeburtstag.“ An einem 24. Juli habe er einst das Geschäft von seinem Vorgänger übernommen. „Es ist immer noch mein Wohnzimmer“, sagt Hans Pasberg. Viele Menschen würden auch nach vielen Jahren noch nach dem Inhaber und Rolling-Stones-Fan fragen. „Es wird noch lange Piets Laden bleiben“, sagt Pasberg.

Harry Beiersdorf, heute Besitzer des Landgestüts Traventhal, war Gründer und Inhaber der seit 1971 bestehenden KultkneipeKlackermatsch“. Piet Bauer hatte es 1986 übernommen und schon bald danach als erster in Bad Segeberg mit Fußballübertragungen begonnen: „Anfangs ohne Ton, damit die am Fußball nicht interessierten Gäste nicht gestört wurden“, sagte er einst den LN. Später zog es die Fußball-Fans zur Weltmeisterschaft in die Kraft-Arena. „Da wurden wir, die wir ’mal mit dem öffentlichen Fußballgucken in Bad Segeberg angefangen hatten, bestraft“, sagte Bauer mit Gedanken an einen nahezu leeren Laden während der WM 2006.

Er war der „Herr des Klackermatsch“, sagt auch Thomas „Steini“ Steenbock, langjähriger Wegbegleiter und Freund. Ein Urgestein und allabendlicher Gesprächspartner, Gegner am Kickertisch, Arbeitgeber. Piet sei ein guter und feiner Mensch gewesen. Davon ist immer wieder zu lesen. Mehr als 100 Menschen haben allein bei Facebook Anteil genommen.

Dank für tausend geniale Abende

„Vielen Dank für die auch bei mir über 1000 Abende die ich in Deinem Laden verbringen durfte. Mensch, was hatten wir für einen Spaß“, schreibt jemand bei Facebook, zwischen zahlreichen Kommentaren. „Ein Stück der schönsten Zeit meines Lebens ist von uns gegangen“, ein anderer. Tausende Abende, die haben viele in der urigen Kneipe verbracht. Die Anteilnahme ist groß. In Erinnerung sind „geniale Feiern“, „prägende Abende“. Pärchen haben sich hier kennengelernt und Halbstarke ihre erste Sause gefeiert.

„Piet war damals noch hinterm Tresen, als ich das erste Mal mit meinen Jungs im Klacker war. Es war ein Sonntag, wir waren komplett grün hinter den Ohren, hatten Schulferien und wir tranken eine Runde Bier und Schüttelkorn ... am Ende hatten wir eine Rechnung von knapp 250 Euro offen, hatten aber zusammengekratzt nur 235 Euro dabei. Die Situation war uns hochgradig peinlich, aber Piet sagte schmunzelnd: ,Jungs, das kann passieren, Ihr seid heute die ,besten’ Gäste, ihr bekommt noch einen aufs Haus von mir!’“ Mit solchen Erinnerungen verabschieden sich die Wegbegleiter der Rock’n-Roll-Gemeinde. „Hau rein Piet“.... „Nun wird oben weiter gefeiert.“

Die Trauerfeier findet am heutigen Donnerstag, 1. August, um 11 Uhr in der Ihlwaldkapelle statt.

Irene Burow

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