Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Segeberg 44 Polizei-Azubis üben Verkehrskontrolle auf der A20
Lokales Segeberg 44 Polizei-Azubis üben Verkehrskontrolle auf der A20
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
22:23 09.12.2019
Polizistin Malin Ludwar lässt sich von Jürgen Augustin den Verbandskasten zeigen. Es ist alles in Ordnung. Quelle: Lutz Roeßler
Bad Segeberg

Hinten bei den Toiletten wird es für einen jungen Mann gerade eng. Er muss eine Urinprobe für einen Schnelltest auf Betäubungsmittel abgeben. Mehrere junge Auszubildende der Polizei kommen hinzu. Denn jetzt wird es spannend, schließlich lässt sich das, was vorher nur in der Theorie gelernt wurde, mal in der Praxis erleben. Zumal es offenbar einen Treffer gibt, denn eine Stunde später ist der Wagen des jungen Mannes noch da. Er aber nicht mehr. Er muss auf der Wache eine Blutprobe abgeben.

Alle Fahrzeuge müssen auf den Rastplatz

Die Großkontrolle findet am Montagnachmittag auf dem Parkplatz Kronberg an der A20 in Fahrtrichtung Lübeck statt. Die Autobahn ist komplett gesperrt, alle Fahrzeuge werden auf die Raststätte gelenkt, viele dürfen am Ende wieder auf die Autobahn auffahren, einige müssen zur Kontrolle. Es ist viel los. 44 junge Polizeibeamte, die im August ihre Ausbildung zum gehobenen Dienst begonnen haben, üben von elf Uhr bis in den Nachmittag die Verkehrskontrolle. Unterstützt werden sie von sechs Ausbildern und 23 erfahrenen Kollegen. Auf dem Programm steht die „allgemeine Verkehrskontrolle“. Die Auszubildenden Malin Ludwar und Brian Petersen kontrollieren gerade Jürgen Augustin aus Schleswig.

Die Kontrolle startet mit dem Klassiker. „Führerschein und Fahrzeugpapiere bitte“, sagt Ludwar freundlich. „Oh nein, den Führerschein habe ich in der anderen Jacke“, erklärt Augustin. Weiter geht es mit der Kofferraumkontrolle. Erst-Hilfe-Kasten? Ist da, und auch noch nicht abgelaufen. Warndreieck? „Wo ist das noch mal“, überlegt Augustin. Aber Petersen hat es schon entdeckt. „Da im Kofferraumdeckel“, sagt er. Es ist also alles komplett. Danach folgt die Lichtkontrolle. Fernlicht, Abblendlicht, Blinker und Bremslicht. Alles funktioniert. Bleibt der fehlende Führerschein. „Kein Problem, ich schreibe jetzt einen Kontrollbericht und dann zeigen sie den Führerschein innerhalb von zehn Tagen vor“, sagt Ludwar. Mit klammen Fingern füllt sie bei Nieselregen das Formular aus. Von einem Verwarngeld sieht sie ab. Der Autofahrer war sehr kooperativ und außer dem fehlenden Führerschein war alles okay.

90 Berichte und ein Unfall

Während der Kontrollzeitvon 11 bis 15.30 Uhr stellten die Beamten insgesamt 90 Kontrollberichte wegen nicht mitgeführter Papiere oder vorgeschriebener Gegenstände aus.31 Ordnungswidrigkeitenverfahren und jeweils eine Strafanzeige wurden wegen Verstoßes gegen das Pflichtversicherungsgesetz, wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis und wegen des Verdachts der Urkundenfälschung eingeleitet.

Auch Lastwagenwurden kontrolliert. Hier beanstandeten die Polizisten in fünf Fällen die Lenk- und Ruhezeiten und in zwei Fällen die Ladung.

Bei sechs Autofahrern wurde eine Blutprobenentnahme aufgrund des Verdachts auf Betäubungsmittelkonsum vor Fahrtantritt angeordnet.

Gegen 13 Uhr erkannte ein 69-jährigerFahrer eines BMW die Geschwindigkeitsreduzierung und die geänderte Verkehrsführung anlässlich der Kontrolle nicht. Er fuhr ungebremst in einen auf dem linken Fahrstreifen abgestellten Absicherungsanhänger der Autobahnmeisterei. Der Unfallverursacher aus dem Kreis Segeberg verletzte sich durch den Unfall lediglich leicht, andere Personen kamen nicht zu Schaden. Eine Überprüfung des Fahrers auf Alkohol- oder Drogenkonsum verlief in diesem Fall negativ. „Das kommt leider immer wieder vor, das Menschen so in Gedanken sind, dass sie ohne zu reagieren zum Beispiel in eine Tagesbaustelle reinfahren“, erzählt Mühlberger.

Auftakt für weitere Kontrollen

„Für die jungen Kollegen ist das hier eine gute Praxisübung“, erklärt Polizeisprecherin Sandra Mühlberger. Am Vormittag haben die Auszubildenden schon einen Autofahrer mit Verdacht auf THC-Konsum erwischt. Für die jungen Polizisten eine gute Gelegenheit, in der Realität zu sehen, wie sich ein Autofahrer verhält, der Betäubungsmittel konsumiert hat. Es ist jedoch nicht so, dass diese Autofahrer sogleich von allen Auszubildenden umringt werden. „Wir fragen höflich, ob wir noch mal zwei Kollegen dazu holen können. Das gebietet der Anstand“, erklärt Mühlberger.

Meistens sind Fahrer die Betäubungsmittel genommen oder Alkohol getrunken haben durchaus kooperativ. „Die wissen ja, was sie getan haben und räumen es dann auch meistens gleich ein“, sagt Mühlberger. Und auch wenn nicht: Am Ende kriegen die Beamten die Wahrheit ohnehin raus. Gerade in diesen Wochen der Weihnachtsmärkte und Feiern werden vermehrt Alkoholsünder sich und andere gefährden, doch mit etwas Glück werden sie erwischt. Mühlberger: „Denn für uns war das nur der Auftakt zu dem europaweiten Schwerpunkteinsatz Alkohol und Drogen, weitere Kontrollen werden folgen.“

So kommen Sie ohne Verwarngeld davon

Warndreieck vergessen, Führerschein nicht dabei, das alles kann einen bei einer Kontrolle ein paar Euro kosten. Muss es aber nicht. „Bei Ordnungswidrigkeiten hat die Polizei einen Ermessensspielraum“, erklärt Polizeisprecherin Sandra Mühlberger. Das heißt, ob das Warndreieck nur innerhalb der nächsten zehn Tage bei einer Dienststelle vorgezeigt werden muss oder ob es zusätzlich ein Knöllchen gibt, das hängt von dem kontrollierenden Beamten ab. Und da gilt das alte Prinzip: Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es zurück. Wer kooperiert und freundlich ist, hat bessere Chancen kein Bußgeld zu kriegen. „Denn uns geht es ja um die Verkehrssicherheit und nicht darum Geld einzutreiben“, so Mühlberger.

Bei Straftaten oder schwerwiegenden Ordnungswidrigkeiten wie Trunkenheit endet natürlich der Ermessensspielraum. Da hilft dann auch keine Freundlichkeit mehr.

Von Sven Wehde

Um sich über die neuesten Entwicklungen der rechten Szene zu informieren, waren knapp 300 Einwohner einer Einladung von Bürgermeister Karlheinz Wegener in die Sporthalle gefolgt – und bekamen ganz konkrete Tipps.

09.12.2019

Die Polizei bittet um Mithilfe bei der Suche nach Inge Aschmutat, die im Schmafelder Kastanienhof lebt. Die Seniorin wurde am Sonnabendnachmittag zuletzt gesehen.

09.12.2019

Hitzig haben die Kreistagsabgeordneten über den „Revolution Train“ diskutiert, der unter anderem mit Schockeffekten die Folgen von Drogenkonsum zeigt. Politiker von Grünen, AfD und FDP kritisierten das Konzept.

08.12.2019