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Segeberg Polizei hebt Cannabis-Plantagen aus – acht Festnahmen
Lokales Segeberg Polizei hebt Cannabis-Plantagen aus – acht Festnahmen
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18:53 16.04.2019
In zwei Einfamilienhäusern in Kayhude sollen die acht Verdächtigen Cannabispflanzen gezüchtet haben. Quelle: Matt Masin/Orange County Register via ZUMA/dpa (Symbolbild)
Kayhude

Die Polizei hat in Kayhude zwei Cannabis-Plantagen ausgehoben und während der Durchsuchungsmaßnahmen acht Personen festgenommen. Der Einsatz war bereits am vergangenen Mittwoch gegen 17 Uhr vonstatten gegangen, bestätigte die Polizei am Dienstag Informationen der Lübecker Nachrichten.

Verdächtige seit Wochen observiert

Demnach waren die Verdächtigen nach entsprechenden Hinweisen auf Cannabis-Anbau bereits mehrere Wochen observiert worden. Zunächst durchsuchten die Ermittler ein Einfamilienhaus in der Schulstraße in Kayhude, das die Tatverdächtigen offenbar eigens für den Drogenanbau angemietet hatten. „Das Haus war dabei professionell zu einer kompletten Cannabisplantage umgebaut worden und diente ausschließlich diesem kriminellen Zweck“, erklärte Polizeisprecher Dirk Scheele.

Die Ermittlungen dort hätten schließlich noch zu einer zweiten Adresse in der Kayhuder Schulstraße geführt, wo die Polizisten ebenfalls ein Einfamilienhaus vorfanden. Hier war offenbar das komplette Dachgeschoss für den Anbau von Cannabis hergerichtet gewesen. Zudem seien noch zwei weitere Objekte im pinnebergischen Bönningstedt sowie in Hamburg durchsucht worden, wo die meisten der Tatverdächtigten offenbar wohnen.

Drei Kilo Cannabis und Bargeld

Die Beamten der Kriminalpolizei in Norderstedt nahmen in Kayhude acht Personen vorläufig fest. Wie Polizeisprecher Dirk Scheele sagte, handele es sich um sechs Männer im Alter zwischen 27 und 42 Jahren sowie zwei Frauen im Alter von 22 und 27 Jahren. Nach Informationen der LN sollen die meisten von ihnen polnische Staatsbürger sein.

Zudem stellten die Polizisten drei Kilogramm Cannabis, einen mittleren vierstelligen Betrag an Bargeld sowie umfangreiches Equipment für die Pflanzenaufzucht sicher. Über die Strukturen der mutmaßlichen Drogenbande machte die Polizei bislang keiner Angaben. Ob sie auf eigene Faust gehandelt, die Drogen selbst angebaut und verkauft hat oder im Rahmen einer größeren Struktur lediglich als Produzenten fungiert haben, ist demnach unklar. Wie die LN weiter erfuhren, soll bei dem Zugriff der Polizei aber Eile geboten gewesen sein. Die Verdächtigen hätten demnach Anstalten gemacht, die Plantagen abzubauen.

Deutlich mehr Drogendelikte

Alle acht Verdächtigen wurden nach den erkennungsdienstlichen Maßnahmen und Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft in Kiel zunächst wieder auf freien Fuß gesetzt, erklärter Scheele. Die Ermittlungen dauerten aber noch an.

Die Zahl der Straftaten in Zusammenhang mit Rauschmitteln waren im Kreis Segeberg zuletzt wieder deutlich angestiegen – von 737 Fällen im Jahr 2017 auf 1091 Taten 2018. Bei der Hälfte davon ging es um Cannabis. Dabei handelt es sich zwar zu großen teilen um sogenannte Konsumentendelikte. Aber auch bei Handel und Schmuggel mit Drogen war von 2017 auf 2018 ein erheblicher Anstieg zu verzeichnen – plus 39,1 Prozent von 148 auf 234 Fälle.

Stichwort Cannabis

Die Bezeichnung Cannabis fasst Drogen mit dem Wirkstoff Tetrahydrocannabinol (THC) zusammen. Gewonnen werden sie aus Hanfplanzen und in Form getrockneter Blüten (Marihuana) oder Harzplatten (Haschisch) vertrieben. In Deutschland sind THC-Produkte – mit Ausnahme für medizinische Zwecke – illegal. In einigen Ländern, darunter Kanada, die Niederlande und Teilen der USA kann Cannabis dagegen legal gekauft werden.

Oliver Vogt

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