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Segeberg Wieder deutlich mehr Straftaten im Kreis
Lokales Segeberg Wieder deutlich mehr Straftaten im Kreis
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21:00 29.03.2019
Vorstellung der Polizeilichen Kriminalstatistik 2018, Jochen Drews, Andreas Görs und Sarah Lampe (v.l.) Quelle: Oliver Vogt
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Bad Segeberg

Das vorherige Jahr schien etwas friedlicher zu sein: Nach einem deutlichen Rückgang 2017 ist die Zahl der Straftaten im Kreis Segeberg 2018 wieder angestiegen. Das geht aus der Kriminalstatistik 2018, die Segebergs Polizeidirektor Andreas Görs am Freitag vorgestellt hat.

Danach wurden 2018 im Kreis 17 114 Taten registriert – 1221 mehr als im Vorjahr. Abzüglich der ausländerrechtlichen Verstöße, die im Kreis wegen der Landesunterkunft Boostedt naturgemäß recht hoch ausfallen, ergibt sich trotzdem noch eine Steigerung von 620 Taten gegenüber 2017.

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Einbrüche nehmen nach Rückgang wieder zu

Besonders schmerzhaft ist der Anstieg bei den Wohnungseinbruchsdiebstählen: Nachdem es zunächst so ausgesehen hatte, als würde das Jahr 2017 mit eine Trendwende nach unten einleiten, gingen die Zahlen 2018 wieder um 117 auf 577 Fälle rauf. Eine wesentliche Besserung ist auch nicht in Sicht: „Dieses Thema wird uns noch für viele Jahre sehr stark beschäftigten“, sagte Görs. Die Polizei werde deshalb in ihren Anstrengungen nicht nachlassen, die Soko „Wohnung“ mit Sitz in Pinneberg bleibe dabei das wichtigste Werkzeug.

So kriminell ist der Kreis Segeberg

Mehr Sorgen haben der Polizei auch die sogenannten Rohheitsdelikte gemacht (2207, plus 140 Fälle). Bei etwa der Hälfte handelte es sich um einfach Körperverletzungen. Aber auch schwere Körperverletzungen, die von mehreren Personen oder mit Schlag- und Stichwaffen ausgeführt worden sind, nahmen um 66 auf 349 Fälle zu.

Kriminalitätsbelastung in Bad Segeberg am höchsten

Die „kriminellste Stadt“ im Kreis ist weiterhin Bad Segeberg selbst. Absolut gibt es zwar wegen der deutlichen höheren Einwohnerzahl mehr Straftaten im Norderstedt. Bezogen auf den Anteil der Straftaten pro Einwohner schneide Bad Segeberg aber schlechter ab (siehe Grafik). Als Grund dafür nennt Görs das relativ große Einzugsgebiet der Kreisstadt, die von vielen Menschen aus dem Umlang angefahren werde. Zudem strömten wegen der Konzerte am Kalkberg und der Karl-May-Spiele hunderttausende Besucher in die Kreisstadt. „Der Kreis Segeberg bleibt aber ein sehr sicherer Ort zum Leben“, betont der Polizeidirektor. Die Kriminalitätsbelastung im Kreis liege landesweit im unauffälligen Mittelfeld, sei niedriger als im Landesschnitt.

Deutlicher Anstieg der Taten in Boostedt

Wegen der medialen Aufmerksamkeit der vergangenen Wochen ging Görs auch auf die Landesunterkunft in Boostedt gesondert ein. Sowohl in der Gemeinde (360 Taten, plus 153) und innerhalb der Einrichtung (343 Taten, plus 217) habe es einen deutlichen Anstieg gegeben, räumte Görs ein. Zu einem großen Teil handele es sich um Körperverletzungsdelikte unter den Einwohnern. In der Gemeinde nahmen vor allem Diebstahldelikte auffällig zu. „Die Belegung in der Unterkunft hat sich bis Ende 2018 gegenüber Anfang 2017 aber vervierfacht, was diesen Anstieg erklärt“, sagt Jochen Drews, Leiter der Kriminalinspektion Bad Segeberg. Zu einem großen Teil durch alleinreisende Männer ohne Bleibeperspektive. Die Einwohnerzahl sei im Vergleich zu Jahresbeginn inzwischen um 600 Personen auf 735 reduziert worden. Deshalb werde die Kriminalitätsbelastung 2019 dort wieder deutlich zurückgehen.

Häufigkeitszahl

Die sogenannte Häufigkeitszahl beziffert die hochgerechneten Straftaten pro 100 000 Einwohner. Dies ist eine Vergleichsgröße zur Kriminalitätsbelastung in einem Land, einer Stadt oder einem Kreis. Einen Rückschluss auf das Risiko, Opfer einer Straftat zu werden, lässt die Häufigkeitszahl aber nur bedingt zu.

Oliver Vogt

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