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Segeberg „Unter Geiern“: Gelungene Premiere am Kalkberg
Lokales Segeberg „Unter Geiern“: Gelungene Premiere am Kalkberg
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15:17 01.07.2019
Premiere der Karl-May-Spiele 2019: „Unter Geiern - Der Sohn des Bärenjägers“ Quelle: Oliver Vogt
Bad Segeberg

Mit einer gelungenen Premiere sind die Karl-May-Spiele am Sonnabend in ihre neue Saison gestartet. Im komplett ausverkauften Kalkbergstadion sahen mehr als 7500 Zuschauer die erste von 72 Vorstellungen der neuen Inszenierung „Unter Geiern – Der Sohn des Bärenjägers“.

Viele Prominente im Premierenpublikum

Wie sich das für eine Karl-May-Premiere gehört, waren auch zahlreiche Prominente unter den Gästen. Die Landesregierung war mit Ministerpräsident Daniel Günther, Innenminister Hans-Joachim Grote und Justizministerin Sabine Sütterlin-Waack vertreten, aus dem Showgeschäft waren unter anderem Claus Wilcke, Till Demtrøder, Oliver Stritzel, Tanja Schumann und Alt-Winnetou Jan Sosniok dabei, der nach sechs Spielzeiten die Silberbüchse an Alexander Klaws abgetreten hatte.

Publikum schloss Alexander Klaws gleich ins Herz

Es dauerte aber keine fünf Minuten, bis das Premierenpublikum den „Neuen“ schon ins Herz geschlossen hatte. Alexander Klaws konnte in seiner ersten Winnetou-Szene eigentlich machen, was er wollte, er hatte bei den Zuschauern gewonnen. Selbst das Aufs-Pferd-steigen wurde eifrig beklatscht. Aber auch mit Recht. Alexander Klaws hat sichtlich Spaß in seiner Rolle als Häuptling der Apachen, hatte in dem Stück eine Menge zu tun und spielte sich zwei Stunden lang bis zum finalen Endkampf zwischen Gut und Böse souverän und agil durch die Prärie.

„Unter Geiern“: Bilder von der Premierenfeier der Karl-May-Spiele 2019

Old Shatterhand darf kaum glänzen

Auch die beiden anderen Hauptdarsteller, Larissa Marolt als Schauspielerin „Tiffany O’Toole“ und Raúl Richter als Bärenjäger-Sohn „Martin Baumann“, lieferten gute Arbeit ab. Dafür, dass das Stück den Untertitel „Sohn des Bärenjägers“ trägt, ging dessen Storyline allerdings etwas unter. Offenbar war es das Ziel der Macher, die Bühnenzeit möglichst gerecht unter den Schauspielern aufzuteilen, wodurch der Fokus auf die Haupt-Protagonisten etwas verloren ging. Das war insbesondere schwierig für Sascha Gluth, der bei seinem Kalkberg-Debüt den Old Shatterhand spielt. Das macht der zwar ebenfalls gut, er hat in seiner – eigentlich sehr wichtigen – Rolle aber wenig Gelegenheit zu glänzen, da auch Ex-Shatterhand Joshy Peters als „Bärenjäger Baumann“ Heldenaufgaben übernimmt.

Humor mit vielen Anspielungen

Der Humor konnte – jedenfalls meistens – überzeugen. Dafür zuständig waren in erster Linie Patrick L. Schmitz als „Antonio Ventevaglio“ und Jogi Kaiser als „Urs Bürgli“, die beide mit etwas übertriebenen, aber witzigem Dialekt spielen. Ein paar überaus flache Kalauer blieben zwar nicht aus. In den meisten Fällen zündete die Komik aber, die vor allem von popkulturellen Anspielungen lebt. Larissa Marolt durfte sich selbst auf die Schippe nehmen. Denn sie sei ja nur in einem Farmhaus in der Wildnis und wenigstens nicht „im Dschungel“ gelandet (Wie 2014 in „Ich bin ein Star, holt mich hier raus“).

Termine und Tickets

„Unter Geiern – Der Sohn des Bärenjägers“ wird bis einschließlich 8. September insgesamt 72 Mal gespielt, jeweils donnerstags (15 und 20 Uhr), freitags (15 und 20 Uhr), sonnabends (15 und 20 Uhr) und sonntags (15 Uhr). Tickets (19 Euro bis 31,50 Euro, Erwachsene, 15,50 Euro bis 25,50 Euro, Kinder) sind über die Homepage der Karl-May-Spiele https://www.karl-may-spiele.de oder telefonisch unter der Nummer 01805/952111 erhältlich.

Einen Gag hatte Drehbuchautor Michael Stamp offenbar noch kurzfristig ins Stück geschrieben. So unterhält sich das Komik-Duo in einer Szene darüber, dass man „Rothaut“ nicht mehr sagen dürfe, weil dies ja heute nicht mehr „politisch korrekt“ sei. Es müsse „amerikanischer Ureinwohner“ heißen. Eine klare Anspielung an die Vorwürfe der Amerikanistik-Professorin Mita Banerjee, die den Karl-May-Spielen jüngst vorgeworfen hatte, kolonialistische Klischees zu bedienen.

Spektakuläres „Indiana Jones“-Finale

In Sachen Schauwerte ist „Unter Geiern“ über jeden Zweifel erhaben. Ein fliegender Adler, Reiterstunts, Explosionen, Tiere, Tanzszenen – die Standards, die die Fans von den Karl-May-Spielen erwarten, sind wieder alle drin. Höhepunkt ist aber ganz klar das spektakuläre Finale in den Ruinen der „Stadt über den Wolken“, das selbst die famosen Action-Szenen auf der „Felsenburg“ im vergangenen Jahr noch einmal in den Schatten stellt. Mit sich drehenden Säulen, hochschießenden Flammen und Steintüren, die sich mit einem mystischen, leuchtenden Stein öffnen lassen, erinnerte das allerdings fast mehr an Indiana Jones als an ein Karl-May-Abenteuer. Sehenswert ist es aber auf alle Fälle.

2020 kommt „Der Ölprinz“

Im kommenden Jahr wird übrigens wieder „Der Ölprinz“ am Kalkberg gezeigt, ein Stück, das zuletzt 2011 lief. Dann wird allerdings nicht mehr Norbert Schultze jr. im Regiestuhl sitzen, der sich mit 77 Jahren und nach 20 Spielzeiten nach dieser Saison in den Ruhestand verabschieden wird. Schöne Geste: Das Publikum verabschiedete den sichtlich gerührten Schultze jr. bei der Premiere mit stehendem Applaus.

Oliver Vogt

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