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Segeberg Sprung nach vorn für die Jugend in Bad Segeberg
Lokales Segeberg Sprung nach vorn für die Jugend in Bad Segeberg
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20:25 16.10.2018
Bad Segeberg hat auch einiges für ausländische Jugendliche zu bieten. Macie und Grace aus den USA beim Sprung vom Marktbrunnen. Quelle: GLOMBIK
Bad Segeberg

Warum Jugendarbeit in Bad Segeberg? „Das bringt doch nichts“, mögen auch hierzulande hin und wieder Ältere behaupten. Doch die dunklen Zeiten abwertender Ignoranz gegenüber den Bedürfnissen der jungen Generation scheinen vorbei zu sein. Von einer Schließung des städtischen Jugendzentrums redet seit drei Jahren keiner mehr, und auch die jahrelange vergebliche Suche nach einem Platz für die Skateranlage soll nicht mehr frustrieren. Die Rede ist jetzt anlässlich der Schulhof-Gestaltung der Schule am Burgfeld von der Einrichtung eines „Outdoor-Parks“. Was das alles bringt? Für SPD-Stadtvertreter Jens Lichte sei die Äußerung des Bürgermeisters von Fürth kürzlich bei der Jugend-Tagung in Berlin ein „Schlüsselerlebnis“ gewesen. Jugendarbeit als Wirtschaftsförderung: „Ich möchte, dass unsere Jugendlichen, die woanders studieren werden, eines Tages wiederkommen, damit wir hier keinen Arbeitskräftemangel haben. Und die kommen nur zurück, wenn es ihnen bei uns gefallen hat“, habe der gesagt. Ergo: Bad Segeberg tut gut daran, kein „totes Nest“ zu werden. Jugendliche müssen sich mit ihrer Stadt identifizieren.

1300 Jugendliche bei der Online-Befragung

Am Dienstag, 23. Oktober, ab 18.30 Uhr wird im Ausschuss für Soziales, Kultur und Schule über die Ergebnisse einer groß angelegten Online-Befragung von 1300 Jugendlichen beraten. Die Ergebnisse sollen den Politikern und der Bevölkerung vorgestellt werden. Dabei geht es um das Freizeitverhalten der Jugendlichen, ihr Mitspracherecht in Schulen und den Öffentlichen Nahverkehr. Auch das Konzept für das Jugendbüro soll diskutiert werden. Ort der öffentlichen Sitzung ist das Städtische Gymnasium, Klassenhaus Raum A.

Seit drei Jahren gibt es das Projekt „Jugendgerechte Kommune“. 16 Landkreise und Städte haben sich an dem bundesweiten Projekt beteiligt. Bad Segeberg trat für Schleswig-Holstein an. Wichtige Erkenntnis: „Es gibt viele Kreise oder Städte, die gar nichts tun oder die weit schlechter aufgestellt sind!“, beteuert Lichte im Gespräch. Vom Bundesjugendministerium habe es viel Anerkennung gegeben, weil Bad Segeberg gezeigt habe, dass auch finanzschwache Kommunen in der Lage seien, so etwas zu leisten, ergänzt Projektleiter Thomas Minnerop. Innerhalb der drei Jahre Projektzeit sei Verständnis in der Stadt für Jugend gewachsen. Die Stadt hat noch mehr Sozialarbeiter, Erzieher eingestellt. Auch die Wirtschaft half. Über Sponsoring seien insgesamt 40 000 Euro für Musikinstrumente, Lautsprecher und andere Dinge eingewoben worden.

Thomas Minnerop, Jens Lichte (r.) ziehen eine positive Bilanz für das Projekt „Jugendgerechte Kommune“ Quelle: GLOMBIK

Eingerichtet worden ist in Bad Segeberg eine Stadtschülervertretung, die es sonst bundesweit kaum gibt. Auch das habe für Aufsehen bei der „Bilanzkonferenz der Jugendstrategie des Bundes“ zum Projekt Handeln für eine jugendgerechte Gesellschaft gesorgt. Die sonst so klamme Stadt griff für Personal in die Tasche und will damit nicht aufhören. Minnerop: „Wir haben noch nie so viele gesellschaftspolitisch interessierte Kids in der Stadt gehabt.“ Er macht weiter als Projektleiter, will Anfang 2019 ein Jugendbüro in der Innenstadt leiten. Das soll eventuell später durch ein Jugendcafé ergänzt werden. Angedacht ist dafür die frühere leer stehende Burger-Manufaktur am Marktplatz. Lichte: „Dafür müssen wir in der Stadtvertretung werben und Geld in den Haushalt einstellen. „Das Jugendbüro brauchen wir auf jeden Fall.“ Denn 80 Prozent der Jugendlichen hielten sich in der Innenstadt auf und sollen hier einen Anlaufpunkt für ihre Fragen Sorgen und Nöte haben. Der bei Jugendlichen beliebte Minnerop soll Ansprechpartner und Organisator werden. Das neue Jugendbüro soll Anlaufstelle ebenso für den Kinder- und Jugendbeirat als auch für die Stadtschülervertretung sein. „Auch wenn die selbst durchaus mal die Arbeitsatmosphäre im Rathaus suchen“, sagt Minnerop schmunzelnd.

Echt cool: Auch Helena Wagemann war beim Auftritt in Berlin dabei. Quelle: GLOMBIK

„Das war echt cool“, meint auch Helena Wagemann, die mit zur Delegation in Berlin gehörte. Denn die 18-jährige habe nicht nur viel „über Jugendstrategien für unseren Ort, sondern gleich für ganz Europa“ gelernt. Insgesamt stelle sie in Bad Segeberg fest, dass mit dem Projekt die Meinung der Jugendlichen mehr wertgeschätzt werde. „Berlin war eine Quelle der Ideen.“ Es wäre eine tolle Sache, wenn man am Markt ein Jugendbüro in Verbindung mit einem Café einrichten könnte. Die Krux bleibe aber, dass im Prinzip Kommunalpolitik für Jugendliche langweilig wirke, bekennt Helena Wagemann, die sich selbst aber schon häufiger mit kritischen Nachfragen in die politische Arbeit der Stadtpolitiker eingemischt hat. Jetzt direkt am Markt Jugendarbeit anzubieten, „das wäre eine geile Geschichte“.

Wolfgang Glombik

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